
Ah, leckgeschlagene Fässer, aus denen grünes Zeug tropft! Seit 40 Jahren weiß man, dass so was auf bevorstehenden Ärger mit Zombies oder mutierter Fauna schließen lässt, außerdem auf Thrash und Hardcore. Andrei Bouzikov malte solches Artwork schon für GUILT TRIP, INSANITY ALERT oder MUNICIPAL WASTE, sein Einsatz ist reiner Fanservice. So auch die Verpflichtung von Joel Grind (TOXIC HOLOCAUST) für das Mastering. Dem Zufall überlassen VITAMIN X vor ihrem 30. Bandgeburtstag nichts. Aber zurück zu diesen Fässern: Dass man nostalgische Gefühle für angestaubte Weltuntergangsvisionen entwickelt, es musste so kommen. Schließlich lässt sich aktuell kaum überblicken, wie viele Dystopien zeitgleich in den Bereich des Wahrscheinlichen gedrückt werden sollen. VITAMIN X haben 17 Songs darüber geschrieben. Sauwütend reißen sie diese an sich, rennen damit los – für selten mehr als zwei Minuten – und springen sofort auf den nächsten. Dabei erfüllen sie easy die Crossover-Standards, klingen mal nach WARZONE, mal nach SLAYER, obendrein auch mal nach MOTÖRHEAD, und Gitarrist Marc Emmerink zitiert oft auch die Rockmusik der 1970er. So passiert in den kurzen Tracks mit ihren simpel gebrüllten Refrains mehr als erwartet. Auf jeden Fall denkt man auch kurz daran, mal wieder im Skatepark aufzuschlagen, egal wie lang der letzte Besuch zurückliegt. Sieben Jahre nach „Age Of Paranoia“ gibt es also das ultimative VITAMIN X-Album.
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