
Das, was WILTWITHER auf ihrem Debütalbum präsentieren, klingt ziemlich genau nach dem, was gerade benötigt wird, um in der modernen Metalcore-Szene gut anzukommen. Irgendwo zwischen angepisstem Hardcore, heavy Metalcore und poppigen Refrains mäandernd, enthält das Album atmosphärische Interludes sowie jazzige Outros und harte Breakdowns. Kritikpunkte sind die monotonen Vocals, nervige Einsprecher und ein Pseudo-Konzept, das irgendwie nicht richtig aufgehen will. Kurzweilige Tracks und eine Spielzeit von nur knapp 30 Minuten helfen, das Album zu verdauen, während Songs wie „Black pearl“ mit dezent progressivem Unterton eine Spannung aufbauen, die Band sich aber primär auf Grooves und fancy Gitarrengeräusche fokussiert. Eine Flashiness, die sich schnell abnutzt und eigentlich schon bei THE TONY DANCA TAPDANCE EXTRAVAGANZA auserzählt war. Dass das Album bei 3DOT Recordings (PERIPHERY) erscheint, lässt mittlerweile ein gewisses Vorliebe des Labels erkennen. So reihen sich WILTWITHER solide neben Bands wie BOUNDARIES, OBEYER oder FOR YOUR HEALTH ein und zeigen damit, dass moderner Metalcore durchaus lebendig ist. Wirklich viel hängen bleibt am Ende allerdings nicht.
© by Fuze - Ausgabe #115 Dezember 2025 /Januar 2026 2025 und Dennis Müller
© by Fuze - Ausgabe #115 Dezember 2025 /Januar 2026 2025 und Rodney Fuchs