
„Immigrindcore“ – so nennt die New Yorker Band, deren Mitglieder allesamt einen nepalesischen Migrationshintergrund haben, ihren Sound. Was es damit auf sich hat, erklärt uns Gitarrist Kshitiz Moktan.
Kannst du uns bitte etwas zu eurem Hintergrund erzählen? Wie kommt es, dass ein paar Jungs aus Nepal in den USA eine Band gründen?
Wir stammen alle ursprünglich aus Kathmandu in Nepal, leben aber seit einiger Zeit in den Staaten, vor allem in New York. Wir kannten schon mehr oder weniger gut aus Nepal und haben später in New York City dann unsere Band gegründet. Es existiert also eine unterschwellige Verbindung zwischen dem, wo wir herkommen und wer wir sind, und der Tatsache, dass wir jetzt in NYC zusammen Musik machen. Das ist unsere „Von Nepal nach NYC“-Geschichte. Für uns ist es ein großer Glücksfall, vielleicht sogar Schicksal, dass wir hier jetzt gemeinsam genau diesen Sound machen können, auf den wir stehen.
Ihr integriert auch traditionelle nepalesische Elemente in euren Grindcore-Sound. Wie passt das zusammen?
Im ersten Moment klingen diese traditionellen Töne fremdartig, aber die Intention, mit der wir sie spielen, ist ziemlich ähnlich. Für uns ist es sowieso selbstverständlich, uns der verschiedensten Stile zu bedienen und sie in unsere Musik zu integrieren. Unser Sound soll möglichst facettenreich sein, da hilft dieser traditionelle Einschlag. Wir wollen uns als Band ganz dynamisch entwickeln, ohne irgendwelche Beschränkungen. Am Ende ist es auch nur Musik ohne Form oder Farbe, die uns als Ausdrucksform dient wie jede andere auch.
Mit der aktuellen Regierung hat sich das politische Klima in den USA verändert. Wie wirkt sich das auf euch aus als Band, die aus Einwanderern besteht?
Wir leben einfach weiter wie bisher. Wer wir sind, was wir repräsentieren und woher wir kommen, wird sich letztlich nie ändern. Jetzt ist das Wichtigste, dass das Leben weitergeht und wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Aber egal, wer du als Mensch bist oder wofür du stehst, am Ende werden Glaube, Liebe und Hoffnung triumphieren.
Ihr nennt eure Musik sogar „Immigrindcore“. Wie definiert ihr das?
Wir sind Immigranten, die in einer Grindcore-Band spielen, also heißt unsere Musik Immigrindcore. Mehr steckt nicht dahinter.
Betrachtet ihr euch selbst als Band oder eher als Kollektiv? Die Besetzung scheint ja je nach Gelegenheit öfter zu variieren.
Als Kollektiv. Unser Ziel ist es, Grindcore immer wieder neu zu erfinden und der freien Entfaltung dabei keine Schranken zu setzen. Jedes weitere Mitglied des Kollektivs bringt einen eigenen Ansatz mit und fügt dem CHEPANG-Sound eine neue Perspektive hinzu. Zum Beispiel sind das aktuell die Noise-Parts, die Wreckless Life beigesteuert hat. Die kannst du in dem Track „Shakti“ hören. Das klingt neu und anders – und so halten wir das Ganze interessant.
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