© by BlackChesterAsien rückt nach und nach immer mehr in den Fokus der Metal-Szene, dennoch ist es für die dortigen Bands nicht einfach, internationale Anerkennung zu bekommen. Wir sprechen mit Jay „Poom“ Euarchukiati darüber, was das der Standort Thailand für ihn und seine Band bedeutet.
Metal ist ein internationales Genre, das bisher von Ländern wie den USA, Schweden, Deutschland oder Großbritannien dominiert wurde. Aber in den letzten Jahren scheint sich ein Wandel abzuzeichnen und Bands aus Asien werden immer bekannter. Gilt das auch für die Szene in Thailand?
Ehrlich gesagt ist es für mich schwierig, diese Frage zu beantworten. Einerseits ja – ich glaube, es findet tatsächlich eine Veränderung statt und die Leute sind offener dafür. Aber ich glaube auch, dass es einen Unterschied gibt zwischen anerkannt und wirklich ernst genommen werden, weißt du? Das sind zwei verschiedene Dinge. Der Markt hier in Südostasien sieht Musik eher als Luxusgut, als ein kulturelles Grundnahrungsmittel. Tourneen außerhalb Thailands begeistern uns weitaus mehr. Zu Hause spielen wir vor vertrauten Gesichtern, was großartig ist, aber es hat etwas Besonderes, vor einem Raum voller Menschen zu spielen, die noch nie von einem gehört haben. Das ist es, was mich antreibt. Die thailändische Szene ist unsere Heimat, aber die Welt ist das Ziel, das wir erreichen wollen.
Der Song „The law 112: Secrecy and renegades“ handelt von einem Gesetz, das in Thailand existiert. Worum geht es dabei?
Im Wesentlichen geht es darum, dass es verboten ist, sich negativ über die Monarchie zu äußern. Das ist jetzt keine Besonderheit von Thailand, ähnliche Vorschriften gab es im Laufe der Geschichte in vielen Königreichen. Mit diesem Song wollte ich jedoch die Position widerspiegeln, die die thailändische Bevölkerung vertritt, ohne dabei Partei zu ergreifen. Das Interessante an Thailand ist, dass es seit Anfang des 13. Jahrhunderts eine Monarchie ist. Die meisten Königreiche auf der Welt entwickeln sich jedoch langsam weg von dieser Staatsform. Ich sage nicht, dass das richtig oder falsch ist, darum geht es in dem Song nicht. Wenn man genau hinhört, sind beide Seiten der Diskussion darin vertreten. Einen Teil hätte die Bevölkerung formuliert haben können, ein Teil könnte von der Obrigkeit stammen. Das war beabsichtigt. Im Alltag hat das keinen dramatischen Einfluss auf unser Leben. Die thailändische Kultur ist von Natur aus nicht auf das Negative fokussiert, es gibt einen Grund, warum man Thailand das Land des Lächelns nennt. Wir schauen einfach nach vorne.
© by Fuze - Ausgabe #117 April/Mai 2026 und Dennis Müller
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