UNTER AUGENHÖHE

Foto© by Stephan Moeller

Montagmorgen Psycho-Loch: Bands und psychische Gesundheit

Es gibt heutzutage kaum noch ein Interview, einen Artikel oder Podcast, in dem Musiker:innen nicht über Depressionen, Panikattacken, Burnout oder andere psychische Erkrankungen sprechen. Bei mir selbst und im Austausch mit anderen Bands nehme ich eine auffallend starke Signifikanz in Bezug auf Musiker:innen und psychischen Problemen wahr. Die Wahrscheinlichkeit, im Backstagebereich auf eine oder mehrere Personen zu treffen, die sich in Therapie befinden, ist hoch. Dass mittlerweile überhaupt offen darüber gesprochen wird, ist ein Fortschritt – in der Punk-Bubble ist das Thema meiner Ansicht nach weitgehend „normal“ geworden.

Dennoch wird zu selten die Frage aufgeworfen, warum gerade so viele aus dieser Szene mit ihrer Psyche kämpfen, obwohl doch bei der ausverkauften Show am Wochenende alles so euphorisch wirkt. In dieser Kolumne beziehe ich mich vor allem auf semiprofessionelle Bands und Solo-Acts, aber auch auf jene, die im weiteren Umfeld tätig sind, also Techniker:innen, Produzent:innen und so weiter.

Bands und psychische Krisen gehören zur Musikgeschichte wie das Amen in die Kirche. Medial wird die Verbindung dann am Nasenring durch die Arena gezogen, wenn die Tür des „Club 27“ wieder sperrangelweit aufgerissen wird. Es ist mir wichtig zu sagen, dass es hier genau um diesen Club nicht gehen soll. Vielmehr um Rahmenbedingungen mittelkleiner Bands. Es werden Acts angesprochen, die nicht von der Musik oder mit ihr am Rande des Existenzminimums leben können. Und das können gleichwohl Bands sein, die Läden wie die Große Freiheit 36 in Hamburg gut füllen.

Die Verbindung zwischen Musiker:innen und psychischen Erkrankungen wird unter anderem in der vielzitierten Studie „Can Music Make You Sick?“ von Help Musicians UK aus dem Jahr 2016 bestätigt. Rund 2.000 Menschen aus der britischen Musikszene – darunter Musiker:innen, DJs, Live-Techniker:innen, Management, Produzent:innen und andere Kreative – wurden befragt. 71% der Befragten gaben an, unter Panikattacken und/oder Angstzuständen zu leiden, 68% berichteten von Depressionen. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, bei der laut dieser britischen Studie etwa 15 bis 20% an Angstzuständen und ca. 17% an Depressionen litten, bedeutet das, dass Musiker:innen dreimal häufiger betroffen sind. Auch Schlafprobleme und Suizidgedanken traten unter Musiker:innen signifikant häufiger auf (Help Musicians UK, „Can Music Make You Sick?“ 2016, NHS Mental Health Surveys UK 2014-2016). Diese Zahlen überraschen mich nicht – im Gegenteil. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass natürlich auch etliche weitere Branchen von vielfältigen psychischen Belastungen und Erkrankungen geprägt sind, ich mich hier aber auf die der Musik beziehen möchte. Zu vergleichen, welche Branche am härtesten getroffen wurde, fühlt sich für mich nicht richtig an.

Es ist also anzunehmen, dass fast jede Band in irgendeiner Form mit psychischen Erkrankungen in Kontakt kommt. Bei meiner Post-Punk-Band LETO, in der ich singen darf, fällt mir sofort das gefürchtete „Psycho-Loch“ ein. Es kündigt sich schon im Tourbus auf der sonntäglichen Rückfahrt nach Hamburg im Anschluss an den ausgedehnten Weekender an. Es wird kaum noch gesprochen, Pausen werden weniger, und die Tachonadel fängt schon mal mit Geschwindigkeit und potenziellem Zeitgewinn an, die Wunden aller Bandmitglieder zu nähen. Es folgt in meinem Fall die schlaflose Nacht, in der der Körper verzweifelt versucht, das auf der Bühne herausgeschossene Adrenalin irgendwie nachzuregeln. Brausendes Tourleben knallt auf Job und Familie. Band knallt auf Alltag. Und irgendwann knallt der jahrelange Mix aus alldem gegebenenfalls auf ambulante Therapie, Tagesklinik oder Station – sofern man irgendwann einen der beklagenswert raren Plätze ergattern konnte.

In der Therapie angekommen wird dann logischerweise nach den Ursachen für die psychische Erkrankung gesucht. Dabei werden sowohl familiäre Faktoren als auch allgemeine Lebensbedingungen unter die Lupe genommen. Unter anderem spricht man mit Therapeut:innen über Stressoren und Ressourcen – also Faktoren, die die Erkrankung negativ oder positiv beeinflussen können. Auffällig ist, dass viele Aspekte des Bandkosmos als Stressoren identifiziert werden können. Kurz gesagt: Band macht krank – nicht das Musizieren an sich, sondern die Bedingungen der Musikindustrie. Natürlich kommen viele Menschen mit psychischer Vorbelastung überhaupt erst zur Musik. Aber ob Ursache oder Wirkung – für diesen Text ist das zweitrangig. Ich will acht Bereiche benennen, die die Psyche von Musiker:innen besonders beanspruchen können:

1. Wirtschaftliche Unsicherheit
Damit wären wir schon bei dem wohl omnipräsentesten Stressor, der Bands schon die Schuhe auszieht, bevor sie angezogen sind: Die angespannte wirtschaftliche Lage in der Branche. Spätestens seit Corona wissen wir alle, wie Menschen jenseits des Mainstreams in Geldsorgen ersticken. Kaum Einnahmen durch Streaming, schwache Plattenverkäufe und verhaltenes Ausgehverhalten sorgen für große Sorgen. Für Bands bleibt der Live-Sektor die einzige Chance, minimalen Gewinn zu generieren. Allerdings gibt es diesen auch erst, wenn Bands ultimativ dafür ackern. Gut besuchte Auftritte jenseits der eigenen Bundeslandesgrenze preisen nicht selten die Missachtung der ganz persönlichen Grenzen mit ein. Die angespannte wirtschaftliche Ausgangssituation von Bands mündet meist in Ich- und Wir-AGs, in denen sich selbst ausgebeutet und bis in die Nacht gearbeitet wird. Da andere nicht bezahlt werden können, wird man eben einfach selbst zur Booker:in, Tontechniker:in, Promo-Agent:in, Backliner:in, Grafiker:in und Content-Creator:in – ach ja, und Songwriter:in. Ganz persönlich empfinde ich den Charakter der Band als äußerst identitätsstiftend, was schlussendlich suchtartig dafür sorgt, dass sich all die oben genannten Arbeitsbereiche gar nicht mehr nach Anstrengung anfühlen und es total normal erscheint, den Laptop erst um zwei Uhr nachts zuzuschlagen, obwohl am nächsten Tag um halb sieben das Handy den verhassten Weckersound abfeuert.

2. Unregelmäßige und lange Arbeitszeiten
Ich kenne kaum eine Band, die ihr Hobby in Gänze zum Beruf machen konnte. Zu unterschiedlichsten Zeiten gehen viele neben der Band ihrem normalen Job nach, so dass sich die Zeitplanung von Bandproben häufig wie ein unlösbares Sudoku anfühlt. Bandleben findet in der eigentlichen Freizeit aller Bandmitglieder statt, stellt aber eben keine Freizeit dar. Da gibt es etliche Deadlines, die sich in ihrer Länge komplex überlappen. Benötigen Produzent:innen beim Mix am analogen Pult innerhalb von ein bis zwei Stunden dezidiertes Feedback, muss das Booking für die kommende Tour spätestens ein Jahr vorher starten. Möchten die Merchartikel innerhalb eines Tages verschickt werden, müssen Förderanträge für das kommende Album in epischem Ausmaß teilweise 15 Monate vor Veröffentlichung gestellt werden. In dem Mix von Spontanität und weitsichtiger Projektplanung lässt sich kaum eine gleichmäßige Tagesstruktur herstellen. Und fehlende Struktur kann wiederum ein wichtiger Faktor für die Entwicklung oder Verschärfung psychischer Erkrankungen sein.

3. Ungesundes Umfeld
Das natürliche Revier von Bands und Musiker:innen sind meistens das Tonstudio, der Proberaum, Tourbus und Club. Dazwischen gibt es kurze Ausflüge zum nächstgelegenen Supermarkt. Die Orte haben fast alle eins gemeinsam: Sie sind dunkel und schlecht durchlüftet. Darüber hinaus hantieren Bands, die im weitesten Sinne dem Punk-Genre zuzuordnen sind, mit erheblichen Lautstärken. So kommt es im Proberaum immer wieder zu mordlustigen Blicken aller Bandmitglieder rüber zum Schlagzeuger, weil dieser wieder denkt, seine Snare-Drum sei eine Schlachttrommel und er selbst Uruk-hai. Bevor auch nur irgendjemand die Idee einer Chance hatte, sich in blanker Panik etwas in die Ohren zu prügeln, folgt der ohrenbetäubende Meteoriteneinschlag. Neben Lautstärke und Dunkelheit hält das Bandleben noch ausgiebiges Warten bereit – im Bus, vor dem Auftritt, im Studio, beim Videodreh. Zeit für Erholung? Eher nicht! Langeweile soll mit Handyglotzen, dem Videocall mit den enttäuschten Kindern zu Hause oder der Inhalation von Snacks vertrieben werden. Insgesamt gibt es kaum regelmäßiges und nahrhaftes Essen. Im Proberaum wird nachts Pizza bestellt, für die Busfahrt gibt’s von der Raststätte die Todeskombination aus Nüssen, Gummizeugs und dem obligatorischen Energy-Drink. Im Club angekommen, gibt es hin und wieder gar kein Essen oder erst ab einer gewissen Anzahl vorverkaufter Tickets. Vielleicht gibt es auch einen Buy-Out, der am Ende aus Zeitnot wieder in Döner oder Pizza reinvestiert wird. Pappsatt purzelt man dann in seine täglich wechselnde Schlafstätte – herzlich Willkommen im Achtbettzimmer, in dem der Drummer erneut in die Rolle des Uruk-hais schlüpft und mit seinem Schnarchen die Stockbetten in feinste Späne zersägt. All das führt bei den meisten Tourbeteiligten zu einem wirren Geisteszustand, den man am Tag darauf unter dem Motto „Flucht nach vorne“ auslebt. Stellt das Tourleben natürlich ein gewisses Extrem dar, bleibt festzuhalten, dass auch der nachmittägliche Ausflug in den Proberaum selten einen achtsamen Wellnessritt darstellt. In unserem Fall fahren Bandmitglieder nach der Probe stundenlang nach Hause. Auch die körperliche Belastung wirkt sich im Bandleben auf die Psyche aus.

4. Alkohol und Drogen
Bei körperlicher Belastung muss natürlich über den Platzhirsch in diesem Bereich gesprochen werden. Es kommt immer noch vor, dass auf der Bühne mehr Alkoholprobleme als Verstärker stehen. Alkohol stellt im Live-Sektor eine Art Währung dar – in der Jugend gab es bei uns nicht selten einen Kasten Bier als Gage. Der niederschwellige Zugang zu Alkohol ist durchgängig gegeben. Im gesamten Terrain von Bands wird getrunken und das unter dem Deckmantel des „besonderen Moments“ und von „Party“. Ich spüre in den vergangenen Jahren allerdings schon eine Art Mäßigung. Es gilt eigentlich immer: Je professioneller die Band, desto weniger Alkohol. Nach wie vor ist dieser Stressor meiner Meinung nach aber ein entscheidender und nach wie vor unterschätzter. Es bleibt der alte und vermeintlich simple Teufelskreis: Alkohol gleich psychische Probleme gleich mehr Alkohol gleich mehr psychische Probleme usw. Aus Montagmorgen-Psycho-Loch wird Dienstagmorgen-Psycho-Loch ...

5. Soziale Isolation
Der Alltag von Musiker:innen ist oft isolierend. Freundschaften außerhalb der Band geraten ins Hintertreffen, und das tägliche Leben wird von den Bandmitgliedern und Tourkontakten bestimmt. In Krisenzeiten ist es allerdings entscheidend, ein starkes soziales Netz zu haben, das einen auffängt und unterstützt. Bezugspersonen außerhalb der Bandszene sind insofern von besonderer Bedeutung, weil auch innerhalb der Band unausgesprochene Konflikte entstehen – kleine Spannungen, die zu belastenden Mustern führen. Das Warten auf den richtigen Moment, um etwas anzusprechen, endet oft in unterdrücktem Frust. Diese Konflikte bleiben ungelöst, weil sie im Touralltag von der Euphorie der Shows und dem nächsten Gig übertüncht werden. Als LETO mussten wir nach vielen Jahren des Zusammenseins neu lernen, Konflikte auszutragen, Probleme anzusprechen, Pausen einzufordern. Mittlerweile bin ich ausgesprochen dankbar dafür, dass wir uns gegenseitig sehen und ich in meinem Fall totalen Rückhalt durch die Band spüre. Klingt kitschig – ist aber so.

6. Social Media und digitale Selbstdarstellung
Neben dem persönlichen Netz benötigt man als Band leider auch ein soziales, digitales Netz für die Öffentlichkeitswirkung. Die digitale Selbstdarstellung auf Social Media stresst alle Bands immens. Im Ox #179 habe ich mich diesem Thema ausgiebig gewidmet und unter anderem die psychische Belastung für Bands, die durch Social Media wie Instagram, TikTok oder Facebook entsteht, beschrieben. Content-Kreation und permanentes Anbiedern auf Plattformen, die längst nicht mehr demokratischen Grundsätzen folgen, machen unglücklich und müssen hier im Reigen der Stressoren hinsichtlich psychischer Erkrankungen von Musiker:innen unbedingt genannt werden.

7. Hoher Erwartungsdruck und Erfolg
Bands sind Projektionsflächen. Sie sollen gut klingen, gut aussehen, gut performen – und am besten noch reflektiert und sympathisch sein. Wer einmal mit einer Band gewachsen ist, kennt das Gefühl, nicht enttäuschen zu wollen. Nicht falsch verstanden zu werden. Alles richtig zu machen. Dieser Druck ist subtil, aber stark. Und es gibt kaum einen Ort, an dem man ihn offen besprechen kann. Hohe Erwartungen haben Bands in erster Linie an sich selbst, aber auch seitens und vor dem Publikum. An das kommende Album, seitens des Labels oder der Partner:innen. Erwartungen in allen denkbaren Dimensionen. Es versteht sich von selbst, dass Erwartungen zunehmen, je professioneller ein Projekt aufgestellt ist. Bei manchen Künstler:innen betreffen die Erwartungen eher die kreative Ebene, bei anderen Bands werden sie eher beim (Nicht-)Erreichen unterschiedlichster Verkaufszahlen spürbar. Das große Gieren nach dem medial glorifizierten „Erfolg“ nährt Erwartungen und treibt Bands tiefer in die genannten Stressoren. Es werden neue Songs geschrieben, besseres Equipment gekauft, Deals verhandelt, neues Merch gedruckt und die ersten Gelder für Insta-Promo in die Hand genommen – der erwartete Erfolg, der natürlich bei jeder Band ganz individuell bemessen wird, bleibt allerdings in den meisten Fällen aus. In Anbetracht von ca. 700.000 wöchentlichen Song-Uploads bei Spotify weltweit, verpufft der monatelang vorbereitete Single-Release in Sekundenschnelle. Und auch wenn sich das niemand eingestehen möchte, sind die Klickzahlen heutzutage zu einem sehr großen Teil dafür verantwortlich, dass Menschen zu einem Konzert gehen oder nicht. Ob jemand kommt oder nicht, wissen mittlerweile auch etablierte Acts nicht mehr sicher. In der Musikindustrie ist Erfolg nicht nur eine Frage der Verkaufszahlen oder der nächsten Gage, sondern auch der eigenen Wahrnehmung. Wenn die Verkaufszahlen ausbleiben oder die Social-Media-Follower:innen stagnieren, geht es nicht nur um den finanziellen Verlust. Es geht um die eigene Wertigkeit als Künstler:in – und das ist ein psychischer Belastungsfaktor, der oft unterschätzt wird. Der Wert der eigenen Arbeit wird zunehmend über äußere Messgrößen bestimmt, was zu einem ständigen Vergleichen und Druck führt.

8. Unsicherheit
Das gesamte Handeln einer Band ist von permanenter Unsicherheit geprägt. „Hört das irgendwer?“, „Können wir die Show spielen, auch wenn nur 70 Tickets im Vorverkauf abgesetzt wurden?“, „Können wir das nächste Album finanzieren?“. Die Unsicherheit der Branche überträgt sich schlussendlich auf den kreativen Ausdruck von Bands und endet immer mehr in einer wirtschaftlich anmutenden Kosten-Nutzen-Mentalität. Die stressigen Rahmenbedingungen stehen für viele in keinem Verhältnis mehr zu ganzen 74 verkauften LPs der 500er-Auflage. Es folgen Line-up-Wechsel und Bandauflösungen. Oder Bands machen weiter und versuchen, aus dem tiefen Burnout heraus erneut den großen Wurf.

Auch wenn in dieser Kolumne die Stressoren im Fokus stehen sollen, stellt sich zum Schluss natürlich die große Frage, was nun aus all dem folgt. Sollte man gar keine Bands mehr gründen? Doch! Aber ich bin stark dafür, dass wir mehr aufeinander aufpassen – angefangen in der Keimzelle – der eigenen Band. Es fällt auf, dass Bands Achtsamkeit hinsichtlich psychischer Erkrankungen und auslösenden Faktoren vor allem dann entwickeln, wenn es eigene Mitglieder erwischt und diese nach einer längeren Pause mit einer ICD-Nummer von der Therapie kommen. Einige Bands gründen aus dem Stress und der Unsicherheit heraus ein eigenes Label, um dem Markt die eigene, gesündere Geschwindigkeit vorzugeben und fremde Erwartungen abzulegen. Nicht selten geht damit auch eine musikalische Rückbesinnung auf die eigentlichen Stärken einher. Andere Bands kommen durch Gespräche darauf, dass man nicht jeden Nacht auf Tour bis fünf Uhr morgens feiern kann, sondern auch mal ohne schlechtes Gewissen direkt nach der Show ins Bett darf.

Es ist möglich, sich gesündere Strukturen zu erarbeiten. Es können Bandregeln, feste Pausen, klarere Rollen innerhalb der Band und in Zusammenarbeit mit Label, Booking-Agenturen und anderen Partner:innen entstehen. Natürlich würden sich die Rahmenbedingungen im Geschäft durch gezieltere Förderung für Bands und Clubs verbessern. Allerdings scheint mir das in der jetzigen Lage mit den amtierenden politischen Entscheidungsträger:innen unrealistisch. Es ist eher wahrscheinlich, dass sich die Bedingungen weiter verschlechtern. Umso wichtiger ist es, dass Bands innerhalb und untereinander eine Haltung entwickeln, mit der statisch anmaßende Strukturen kritisch hinterfragt und im Sinne der psychischen Gesundheit individuell angepasst werden können.

Und wenn sich mit Hilfe dieses Textes die Gesprächskultur und/oder Offenheit gegenüber psychischen Erkrankungen auch nur bei einer einzigen Person positiv verändert, haben diese Zeilen, die mir derzeit selbst mit ICD-Nummern hantierend gar nicht so leicht fielen, ihr Ziel erreicht. Und ich wünsche mir, dass wir alle nicht aufhören, uns gegenseitig zu fragen, wie es uns wirklich geht. Auch montagmorgens.

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LETO sind die Band, in der Jannes von Richthofen singt. In dieser Kolumnen-Reihe mit dem Titel „Unter Augenhöhe“ berichtet er von all den Dingen, die Menschen in einer Band heutzutage jenseits des Musikmachens umtreiben können.

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