
Ganz klar: Auf die Frage, welchen Stil IGORRR, die „Band“ von Gautier Serre denn eigentlich spielt, gibt es nur eine mögliche Antwort, nämlich: alle. Auch in der Dreiviertelstunde auf „Amen“ bietet er so ziemlich alles, was in der heutigen Musiklandschaft irgendwie präsent ist. Ganz egal ob schwere Gitarren, Klassikarrangements, oder Elektrogeballer ... es ist alles da. Infolgedessen ist diese Platte natürlich wieder einmal unglaublich schwere Kost. Nachvollziehbare Strukturen und wirklich fließende Songs müssen hart erarbeitet werden. Das verlangt nach strapazierfähigen Nerven. Zum Glück bieten manche Tracks zumindest kurzfristig meterdicke Gitarrenwände, die Zeit zum Luftholen und zum Wiederaufgreifen des roten Fadens lassen. Ich kannte mal einen Kerl, der war riesiger Fan von IGORRR und feierte diesen Radau gnadenlos ab. Das war aber auch ein Typ, der vor Kreativität quasi zu platzen drohte und sich den ganzen Tag mit Kunst in Bild, Wort und Klang beschäftigte. Ich denke, genau das ist die richtige Klientel für ein Album wie „Amen“. Ach ja, und natürlich Klangmasochisten, denen es musikalisch einfach nicht anstrengend genug sein kann. Und auch wenn sich das jetzt erst mal so lesen mag, ich weigere mich erneut, das hier als schlecht zu bezeichnen. Für Mutige!
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© by Fuze - Ausgabe #114 Oktober/November 2025 und Anton Kostudis
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