
Im Metalcore findet man aktuell wohl kein ehrlicheres, verletzlicheres Album als „Pure Ecstasy“ von BEARTOOTH. Schon auf den Vorgängeralben hat uns Caleb Shomo immer sehr direkt an seiner Gefühlswelt teilhaben lassen, aber so offen, wie auf „Pure Ecstasy“ war er bisher wohl noch nie. Der Titeltrack eröffnet das Album und gibt auch gleich den Ton an: Elf Songs lang werden wir Zeugen einer verlorenen Seele, die sich auf den Weg macht, sich selbst zu finden. Dieser Weg ist düster, geprägt von Selbsthass und Identitätsverlust. Das ist besonders schmerzhaft, wenn man bedenkt, dass das vorherige Album „The Surface“ so viel von Selbstliebe und einem positiven Lebenswandel erzählt hat. Selbst wenn man ganz oben angekommen ist, kann sich alles falsch anfühlen, wie Caleb in „Stadiums“ erklärt. Ein Song, der auf der kommenden Arenatour sicherlich nicht fehlen darf. Auch wenn sich „The Surface“ und „Pure Ecstasy“ textlich nicht mehr unterscheiden könnten, so klingt es musikalisch doch wie eine Fortsetzung des Vorläufers. Die Band hat ihren Sound gefunden und Metalcore steht ihnen ausgesprochen gut. „Pure Ecstasy“ ist ein Brett auf ganzer Linie – von den schmerzhaften Texten bis hin zu starken Screams und den verletzlichen Stellen auf dem Album (zum Beispiel das Ende des Titeltracks). Und doch kann man auch einen Funken Hoffnung auf dem Album finden, denn wir wissen bereits, wie die Geschichte für Caleb weiter geht und dass er es durchaus schafft, zu sich selbst zu finden. Daran scheint nicht mal er selbst geglaubt zu haben, wenn man sich den letzten Track „I made it“ anhört. Ein musikalisch ungewohntes Stück für eine Band wie BEARTOOTH – soft, verletzlich, melodisch. Damit geht ein unglaublich bewegendes Album zu Ende, das tiefe Einblicke gibt, und dabei weiterhin heavy und nach einem klassischen BEARTOOTH-Release klingt. „Pure Ecstasy“ sollte es in einige „Alben des Jahres“-Listen schaffen.
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