
Unverhofft kommt eben doch oft. Und so veröffentlichen die Kalifornier nur wenige Monate nach „Conflict DLC“ bereits ein neues Mini-Album. Ein Glücksfall, denn HEALTH beweisen damit einmal mehr, wie sehr sie kreativ brennen und wie unerschöpflich ihr Ideenfundus ist. Auch wenn „Addendum“ eine Mischung aus bereits bekannten Kollaborationen und neuen Tracks darstellt, ändert das nichts daran, dass die Band aus Los Angeles erneut einen frischen Blick auf ihre eigene Spielwiese wirft: irgendwo zwischen Alternative Rock, Electro-Noise, Industrial Metal und einer immer wieder aufblitzenden Pop-Affinität. Zunächst fällt der vordergründig zugängliche, fast wohlig wirkende Klangraum auf, der „Addendum“ eine überraschende Leichtigkeit verleiht. Erst bei genauerem Hinhören zeigt sich, wie düster HEALTH auch diesmal unterwegs sind – vor allem textlich. Gleichzeitig lässt sich argumentieren, dass die Melancholie aufgrund des reduzierten Industrial-Einschlags stärker hervortritt als zuletzt. Die deutlicher gewichtete Poppigkeit relativiert diese Schwere jedoch ein Stück weit und sorgt für eine interessante Spannung zwischen Eingängigkeit und Abgrund. Am Ende stehen sieben Lieder, die einen mit ihrer Atmosphäre, Ästhetik und hymnischen Wucht in ihren Bann ziehen. „Addendum“ wirkt wie ein weiteres Mosaikstück im stetig wachsenden HEALTH-Kosmos; kleiner im Umfang, aber reich an Facetten, Emotionen und klanglicher Tiefe.
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