
Das beängstigend kreative und mega fleißige norwegisch/münsterländische „Pop-Duo“ hat einen fiktiven Chefinspektor als Namenspatron auserkoren und produziert strikt im Ping-Pong-Prinzip nach dem Regelwerk ihres selbsterdachten Manifests. Die Veröffentlichungswut kennt kaum Grenzen, und so war es Zeit, sich mit dem ersten Album auf eigenem Label nun einen Tribut an sich selbst zu gönnen. Freunde und Weggefährten befassten sich mit dem eklektischen, umfangreichen Songkatalog von Jorn Aleskjaer und Sebastian Voss, herausgekommen ist eine erfreuliche Sammlung von Coversongs und Remixes. Beteiligt waren unter anderem CATHERINES, RADIO FIELD, Ole, MONOBIRD, THE FISHERMAN AND HIS SOUL und Carsten „Mampf“ Meyer, besser bekannt als Erobique. Das Spektrum liegt zwischen Indiepop, LoFi-Folk, Electronica und selbst ein wenig Techno ist dabei. Besonders bezaubernd dabei Robert Rotifers Version von „Morgen, übermorgen“, ein enorm anhänglicher Song mit Ohrwurmqualität zu beiläufig gezupfter Gitarre. Erstaunlich dabei, dass das Album dabei deutlich stimmiger, geschlossener klingt als HERR WADE auf ihren eigenen, manchmal etwas (bewusst) zerfahrenen, inkonsistent angelegten Werken. Ein über alle Rillen hin erfreulicher Einblick in die wundervolle Welt des HERR WADE, der damit wieder erfolgreich einen Fall gelöst hat.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Gereon Helmer