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HIRSCH EFFEKT

Der Brauch

Wenn es um den momentan spannendsten Stoff im Experimental-Sektor des Metal-Genre geht, ist an diesen drei Herrschaften aus Hannover schon seit längerem kein Vorbeikommen mehr. Jetzt legt das Trio drei Jahre nach dem letzen Werk „Urian“ ihr Studioalbum Nummer sieben vor: „Der Brauch“. Der Entstehungsprozess dieser Platte gestaltete sich dabei gänzlich anders als bei den Vorgängern: So komponierte Gitarrist und Sänger Nils Wittrock dieses Mal die Stücke aus logistischen Gründen nahezu komplett im Alleingang. Musikalisch ist „Der Brauch“ dadurch am Ende das wohl reduzierteste und aufgeräumteste, aber bislang auch tiefgründigste Werk des Dreiers geworden. Songs wie „Das Nachsehen“ oder „Der Doppelgänger“ halten zwar nach wie vor die für die Band typischen chaotischen Eruptionen bereit, insgesamt ließ Wittrock den neun Tracks, aus denen sich das Album zusammensetzt, aber deutlich mehr Luft zum Atmen. In vielen Momenten räumt die Band ihren Songs dadurch den nötigen Raum für klassische Gitarren, Streicher und Chöre ein, die auf der Platte wieder vermehrt zum Einsatz kommen. „Der Brauch“ ruht gewissermaßen in sich selbst – und zwar im gänzlich positiven Sinne. Die überragende Produktion tut ihr Übriges dazu, dass Dynamik und Kontraste noch intensiver wirken. Ganz großes Kino!

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