
„Es wird Song um Song zu viel mit bedeutungsschwangeren Zeilen gearbeitet“, schrieb ich in Ox #125 über „Am Ende war der Mensch“, das dritte Werk der Mecklenburger. Diese Aussage kann ich hier nun bedenkenlos wiederholen. Wie sich die Dinge gleichen, ohne jedoch zu langweilen, das sei betont. Die LARRIKINS-Leute haben dreimal so viel Talent wie manch hoch gejazzte Band, die auf den Titelseiten der Musikmagazinen erscheint. Nun gibt es also das sechste Album. Viel Musik, auch ein Bläsersatz à la RANTANPLAN, viel Inhalt, man sollte es aber besser nicht in einem Zug konsumieren. Weshalb ein Song „Scheiße und Juwelen“ heißt, sei dahingestellt, der Text hat es, wie bei beinahe allem was die vier anpacken, in sich: „Stammtischtrinkerphilosophie (sic!) beim Bleigießen am Neujahrsmorgen. Ich hab’ das alles schon gehört und trotzdem nimmt es mir die Sorgen [...] / Wenn du lange schläfst, mach ich das Licht an, sieh, wie man auf den Straßen jagt / Nach dem Moment und nicht dem Durchschnitt, denn der sitzt auf der Couch und klagt“. Toll produziert von Dirk Burke, der auch schon für KNORKATOR, ZAUNPFFAHL oder BONSAI KITTEN die Regler bediente, entstand hier ein Album, das Zeit, Geduld und auch Tiefsinn sowohl erfordert als auch hervorruft.
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