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MIDNIGHT

Steel, Rust And Disgust

Athenar, der masked singer und Kopf von MIDNIGHT, hat mit diesem Album seiner Heimatregion Cleveland, Ohio ein musikalisches Denkmal gesetzt, und zwar ohne jeden nostalgischen Kitsch. Die Industrieregion am Eriesee, auf halbem Wege zwischen Pittsburgh und Detroit, zu der auch die Stadt Akron gehört, wo sich einst DEVO gründeten, ist Teil des „rust belt“, dem US-Äquivalent zum Ruhrgebiet: Strukturwandel, Verfall, Niedergang ... Entsprechend auch der Titel des Albums, auf dem sich neben zwei Eigenkompositionen zum Thema (der Opener „Cleveland metal“ und der Titelsong) diverse Coversongs von Bands aus der Region finden. KRATOS und SYNASTRYCHE sind Jugendfreunde von Mr. Midnight, aber mit „Final solution“ von ROCKET FROM THE TOMBS befinden wir uns schon tief drin im Popkultur-Kaninchenbau – eine exzellente Umsetzung des Klassikers. Auch exzellent ist die MIDNIGHT-Version von „3rd generation nation“ von DEAD BOYS, „Child eaters“ von RUBBER CITY REBELS und „Black leather rock“ respektive „Agitated“ von ELECTRIC EELS sowie „Frenzy“ von Screamin’ Jay Hawkins. Bei „Rock n’ roll fever“ von David Allan Coe und „Carrions keep“ von FALSE HOPE muss aber auch ich fragen: Who ...? Die Antworten und Erläuterungen gibt es im Booklet. Ein erstaunlich punkrockiges Album von MIDNIGHT – Athenar ist ein smarter Kerl mit weitem musikalischem Horizont, die fast im Alleingang durchgezogene Umsetzung ist exzellent.

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