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RANTANPLAN

New York Blast Off

„Wir sind nicht die Onkelz [...] doch wir tragen Hosen“, ballern die Hamburger hier und auf ihrer LP „Pauli“ hinaus. Genau das stimmt und ist zudem witzig. Denn die Hamburger Ska-Punk-Legende kratzte im Grunde nie so richtig am Mainstream. Zwar schafften sie es schon in den „Rockpalast“, doch im Hafen der Massentauglichkeit waren sie auf Butterfahrt, lagen dort aber zum Glück nie vor Anker. Ist das schlimm? Nein, es passt für mich perfekt. Das heißt ja nun nicht, dass die Band wenige Spuren in der musikalischen Fahrrinne hinterlassen hat, nur die Wellen der medialen Aufmerksamkeit schlugen eben bei ihnen nie so hoch wie in Düsseldorf, Frankfurt oder Berlin (um noch die dritte „Big Band“ indirekt zu erwähnen). Doch hätte man Sänger Torben, als er noch als Steppke durch die Straßen von Hamburg-Lurup tobte, damals gesagt, er würde später mal eine Woche in New York verbringen, um dort mit seiner Band ein Best-Of-Album aufzunehmen, hätte er sich sicher sehr gefreut. Und das tun wir heute für ihn gleich mit! Apropos, wo ich gerade „gehost“ und „geonkelt“ habe, die dritte oben indirekt erwähnte Band sind natürlich DIE ÄRZTE. Deren Bassist Rod hatte „Samba“ (2000), das eminent wichtige dritte Album der Band, produziert. Mit bekannten Produzenten kennen sich die Jungs also aus. Diesmal ist es also die New Yorker Produzenten-Legende Don Fury, der die Truppe schon beim Album „20359“ (2007) unter seine Fittiche genommen hatte, während die ersten beiden Alben ja bekanntlich von Christian Mevs (Gitarrist von SLIME) produziert worden waren. Von den insgesamt 16 Songs, die jetzt alle live im Studio gemeinsam eingetütet wurden, stammen fünf vom ersten Album „Kein Schulterkopfen“ von 1996 und ebenso viele vom zweiten, „Köpfer“ von 1998. Leer ausgegangen sind hingegen:„Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ (2004), „20359“ (2007) oder „Ahoi“ (2023). Torbens Wunsch beim Debüt war seinerzeit, wie wir das auch im Interview in dieser Ausgabe aufgedröselt haben, mit „Thu den Ska“ zu starten, doch irgendwie passte das damals nicht. So eröffnet der Song eben nun den bunten Reigen aus 30 Jahren Bandgeschichte. Da wurde vieles wieder hervorgekramt, aber natürlich auch einiges liegen gelassen, sonst wäre es vermutlich eine Doppel-LP geworden. Und nein, ich fange hier nicht an aufzuzählen, ob mir hier der eine oder andere Song fehlt. Die Auswahl trifft die Band. Die weiß, was sie tut – den Ska! Revolutionär, mit Wildheit, Takt und Taktgefühl. Da haben Torben, Marlon, Benno, David und UIf wirklich abgeliefert. Denn das hier war keine Kaffeefahrt in Sachen Aufnahmen, kein Bier trinken mit ein bisschen Musik dabei aufnehmen – hier wurde richtiggehend geackert! Das hört sich leichtfüßig an, aber man erahnt, was dahintersteckt. Ein fettes Lob.

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