RANTANPLAN

Foto© by Michael Raadts

Tanz den Protest

Zum Glück lernte ich das Ska-Punk-Urgestein RANTANPLAN aus Hamburg schon sehr zeitig kennen. Bei einem Gig im Berliner Schokoladen im Jahr 1996 nämlich, als das Repertoire der Combo aus genau acht Songs bestand – und trotzdem begeisterte. Die Songs waren derart kernig und mitreißend, dass den Jungs um Marcus Wiebusch und Torben Meissner an dem Abend gar nichts anderes übrig blieb, als ihre acht Nummern ein weiteres Mal durch die Boxen zu jagen. Nun sind seit der Bandgründung 1995 elf Alben und drei Jahrzehnte ins Land gezogen und die einst kleine Underground-Kapelle hat kürzlich für „Blast Off NY“ ältere Klassiker der frühen Alben in New York neu eingespielt. Da gab es Rede- und Feierbedarf.

Prost und Ahoi, Torben, zu 30 Jahren RANTANPLAN! Kommen wir gleich zu einem Wendepunkt in eurer Bandhistorie: 1999 zog es Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff musikalisch zu neuen Ufern und sie gründeten KETTCAR. Das dritte Album von euch, „Samba“ war jedoch 2000 schon weitgehend fertig. War das für dich die Alles-oder-nichts-Platte? So nach dem Motto, einer statt drei Kreative, egal, ich muss einfach machen?

Jede Platte ist ein Alles-oder-nichts-Event. Als Reimer und Marcus kurz hintereinander die Band verließen, war es natürlich schon so, dass wir erst mal gucken mussten, was wir da noch für lose Enden in den Händen hielten und wie wir damit umgehen würden. Wir hatten letztlich auch den Ehrgeiz, noch mal einen ganzen Haufen neuer Songs zu schreiben, um uns von Reimer und Marcus zu emanzipieren. Das sind ja beides auch einfach Top-Songwriter. In dieser von Zweifeln behafteten Phase hat Rod von DIE ÄRZTE uns den Arsch gerettet, weil er unbedingt das dritte RANTANPLAN-Album rausbringen wollte. Er sagte damals, wenn ihr jetzt so schnell keinen Bassisten findet, mache ich das erst mal. Noch dazu ließ er uns auf dem gleichen hohen Standard produzieren wie seine eigene Band. Wer hätte da nein sagen können?

War der Song „Alles wird Pop“, der auch für die neue Platte noch mal eingespielt wurde, in dieser Hinsicht eine kleine Anspielung?
Total. Die Nummer ist sogar von Reimer. Auch die Hookline. Die Strophen hatte ich Reimer und Marcus zum Abschied geschrieben.

Ist das heute dein großer Vorteil, dass du gewissermaßen weißt, wie es geht, und deine Bandmates zu dir quasi aufschauen und es deshalb keine Animositäten gibt?
Überhaupt nicht. Im Laufe der Zeit, wird es allerdings schwieriger, Songs zu schreiben, wenn man sich nicht bewusst wiederholen möchte. Mir gehen irgendwie die Themen aus, obwohl die überaus problematische tagespolitische Realität an sich ja auch ein Quell der Inspiration sein könnte. Tja, einsame Probleme von 100+ Liedermachern, haha. Meine Bandmates schauen nicht zu mir auf, wir zanken andauernd miteinander. Mittlerweile manchmal wie alte Eheleute und werfen uns sogar Missverständliches über unsere Stile vor. Gott sei Dank können wir hinterher darüber lachen und schmeißen gemeinsam die Dampflok an.

Interessant ist ja auch, wie Bands mit Kritik umgehen. Die „Stay Rudel – Stay Rebel“-Scheibe aus 2019 wurde vom damaligen Label mitbestimmt, doch du warst mit dem Ergebnis nicht einverstanden. Die Stücke auf der „Rudeboys von der Reeperbahn“-EP hätten da auch mit drauf sein sollen. Bei uns im Ox kam die CD übrigens sehr gut an.
Unser damaliges Label Drakkar hatte moniert, dass die „Licht und Schatten“ wegen unserer Single-Vorstellungen hinter den Verkaufserwartungen blieb. Da wir an sich mit der Arbeit von Drakkar zufrieden waren, sagten wir: Okay, hier sind die Songs, dann macht ihr mal den Rest, wenn ihr’s besser könnt. Das Ende vom Lied war, dass sie starke Songs aussortiert haben und schwache gefeaturet. Das wäre trotzdem für uns okay gewesen, wenn sie uns nicht direkt danach gedroppt hätten. Die „Stay Rudel...“ ist einfach verdammt kurz geraten, die „Rudeboys“-EP hätte da einfach mit drauf gekonnt und fertig.

In der Einleitung habe ich das Konzert in Berlin von 1996 erwähnt. War das auch so ein Schlüsselerlebnis?
Im Schokoladen habe ich den „Grinsemix“ kennen, lieben und später fürchten gelernt. Eine Mischung aus Tequila und Orangensaft im 0,5-Liter-Glas. Dazu gab’s damals auch öfter Pilze. Ich war recht oft im Schokoladen. Auch mit ...BUT ALIVE, Marcus’ anderer Band, wo ich damals ebenfalls Bass spielte. Wir haben im Januar 1996 eine Tour gespielt, was so nur dank der guten Kontakte und des Standings von Marcus ging. Wir hatten nichts veröffentlicht und Marcus buchte uns diese wilde Tour durch die UZs und AZs der Republik, auf der wir dann vor 17 bis 87 zahlenden Gästen auftraten. Das war schon toll und verrückt. Wir hatten keinerlei Tonaufnahmen zu erwerben und spielten trotzdem auf einer zusammenhängenden Tour. Ich wüsste nicht, wer das damals sonst hätte machen können. Die ersten beiden RANTANPLAN-Konzerte im Herbst 1995 entstanden allerdings aus der Not heraus. ...BUT ALIVE-Drummer Frank hatte eine Lungenentzündung bekommen und wir konnten die Konzerte in Husum und Hamburg nicht geben und hatten die verrückte Idee, den Veranstaltern stattdessen unsere zweite Band, also RANTANPLAN, als Ersatz anzubieten. Hagen musste mir zwar seine B.C. Rich Warlock-Gitarre dafür leihen, aber das haben wir durchgezogen und hatten einen phänomenalen Start und haben, wie in Berlin, oft Sets noch mal gespielt. Oder zwölf Minuten lange Jam-Versionen von „Knockin’ on heaven’s door“ ganz zum Schluss.

Jedenfalls war euer Debüt „Kein Schulterklopfen“ 1996 ein Erweckungserlebnis für mich. Bei späteren Reviews kam immer wieder der Vergleich mit den MIGHTY MIGHTY BOSSTONES. Macht dich das stolz oder magst du Vergleiche gar nicht so?
Wir waren immer MMB-Fans und natürlich stört uns dieser Vergleich nicht. Ich finde, wir sind eigentlich näher an OPERATION IVY als an MMB, aber das ist vielleicht nur für mich so. Wichtig ist uns nur, dass wir nicht zu diesen verballerten Spaßvögeln gehören, die Ska mit Zirkusmusik verwechseln und bei denen einfach alles immer nur in so einem beschissenen Bierzelt abgeht. Ska ist Protestsound und Auflehnung, und es kommt mir so vor, als hätten wir besonders in Deutschland richtig viele, völlig überflüssige Ska-Bands.

Anfangs dachte ich, gut, das hat was, diese einzelnen Sätze aus dem Leben in Liedern zusammenzustellen, doch dann merkte ich, dass das so nicht stimmt. Fun Fact: 1997 fuhr ich im Hamburger Hauptbahnhof die Rolltreppe hoch, draußen regnete es natürlich und die Anzeigetafel meldete 8 °C. Genau wie in eurem Song. Also habt ihr alles richtig gemacht, oder?
„Einzelne Sätze aus dem Leben in Liedern zusammenstellen“ – was kann man mehr tun? Die Feststellung, dass wir alle mit Wasser kochen, ist ja nicht neu. Unser Lokalpatriotismus war schon immer andersrum und wird bis heute oft missgedeutet. Ich meine, Hamburg ist schon ganz schön kacke, aber ich habe mir andere Städte angeschaut und muss sagen, die sind noch ’ne Ecke beschissener. Ich lag früh verquer mit der Welt. Ich komme in Hamburg aus dem tiefsten Luruper Ghetto, und vor allem mit der Bebauung dort bin ich nie grün geworden. Ich habe mich immer schon gefragt, warum um Himmels willen bauen Menschen solche schlechten Häuser? Die meisten Gebäude transportieren Lebensfeindlichkeit, Niedertracht und Verachtung. Wir haben alle Stuck, Gargoyles und hohe Decken verdient. Wir brauchen alle zumindest einen großen Balkon, oder Garten. Wir wollen Paternoster und Trinkbrunnen. Bei den Mieten von heute wundere ich mich, das wir nicht alle regelmäßig brandschatzend durch die Innenstädte ziehen, um diesen Ärger Luft zu machen, und die Verhältnisse endlich ändern. Und dann fällt mir wieder ein, dass ich ja ganz anders als die meisten bin.

Eure Heimatstadt habt ihr nun auf jeder LP gewürdigt. Wenn du das Hamburg deiner Jugend in den 1980ern mit heute vergleichst, ist da etwas besser geworden? Oder obsiegt im Alter doch die Nostalgie?
Es gibt schon auch Platten von uns, auf denen wir Hamburg explizit nicht erwähnen, haha. „Junger Mann zum Mitreisen“ gesucht, oder „Stay Rudel – Stay Rebel“ zum Beispiel ... Wir Menschen neigen dazu, die Vergangenheit zu glorifizieren und alles Negative eher zu verdrängen. So geht es mir auch. Die Welt ist im Wandel und wenn man sich die Faktenlage betrachtet, sieht es nicht gerade toll aus für die Zukunft. Guck dir die Standards von heute an. Die Autos verbrauchen heute wieder viel mehr Treibstoff als damals, es wird hundertmal mehr gekokst als in den 1980ern, überhaupt ist der Konsum explodiert und ebenso die Konsumkrankheiten. 70% sind zu fett und 20% zu dünn. Kennst du jemanden, der keine Medikamente nehmen muss? Ich kenne genau zwei. Früher war überhaupt nicht alles besser, aber es gab mehrere und größere Chancen, und ich rede nicht von der Digitalisierung als Chance, denn ich glaube, das wird eher der größte Reinfall der Menschheit ... Dadurch bekommt ein Blackout noch mal einen ganz anderen Wirkungsgrad.

Im „Rockpalast“ wart ihr auch bereits zu sehen und hören. Du warst offenbar voll konzentriert und hast dich total ausgepowert. Ist es da Fluch oder Segen zugleich, dass eure Texte so lang und komplex sind? Und kann man sich dich später eventuell ohne Gitarre „nur“ als Sänger vorstellen?
Spielst du mit später auf mein „Afterlife“ an, haha? Ich mache mir das mit den Texten extra nicht einfach. Einfach ist auch einfach langweilig und ich möchte mir zumindest einbilden, etwas zum kulturellen Gesamtrahmen beizutragen, indem ich Texte teilweise so im Stakkato abfeure, dass andere nicht mehr hinterherkommen. Das passt schon lange gut in unsere Zeit, wie ich meine. Ich bin ja auch leidenschaftlicher, wenn auch gealterter Boxer und so sind meine Kompositionen auch ein bisschen wie Boxrunden. Der Drummer zählt zur Runde ein und dann muss jeder Atemzug sitzen, sonst blockiert das Zwerchfell und du kriegst gnadenlos aufs Maul und verlierst. Noch beherrsche ich meine Sparringspartner, aber das könnte sich bald ändern. Nichtsdestotrotz trainiere ich deshalb, um noch möglichst lange am Start sein zu können.

Euer neues Album ist nicht wirklich neu, aber anders. Ihr wart acht Tage in New York, um noch einmal eure Lieblingssongs live im Studio einzuspielen. Ich mag es ja nicht, Musik am PC zu hören, aber was da aus den Miniboxen ballerte, vor allem der Druck der Instrumente, alle Achtung! Die Frage nach eurem besten Album ist somit geklärt?
Wenn dein bestes Album ein Best-Of ist, dann ist wohl einiges richtig schiefgelaufen, haha. Die 1990er waren der Zenit in Sachen analoger Produktion und alles Digitale danach ist zwar nicht schlecht, aber es arbeitet alles an der 0-Db-Grenze und das ist leider scheiße, denn analoge Signalverzerrung ist das Rheingold für gitarrenlastige Rockmusik. Ohne Kopfraum rockt es nicht mal halbwegs. Deshalb klingt vieles heute so schwammig und drucklos, egal, wie laut du es aufdrehst. Die ganzen Nuppibands mit ihren Laptop-Produktionen, die Spur um Spur aufnehmen, nur um in einem Spurenbrei jeglichen Ansatz von Power wegzumixen, werden damit wohl kaum wen hinterm Fels hervorlocken. Wir benutzen auch live keine Backing-Tracks, so wie leider fast schon die meisten anderen Bands. Das ist total lächerlich, dass die nicht mal ihre einfache Punkmusik handgemacht präsentieren können, aber schlimmer ist eigentlich, dass die Hörer von heute das gar nicht schnallen. Früher gab es für Musik vom Band im Punkbereich eine aufs Maul. Zumindest wurde mal kräftig auf den DAT-Recorder getreten, um dem Elend ein Ende zu setzen. Es gab nur im HipHop einen engen Toleranzrahmen für solche Backing-Tracks, und selbst da gab es eine große Mehrheit, die darauf bestand, dass ein DJ mit zwei Plattentellern und Crossfader den Beat-Track live vorlegt. Da ist heute unglaublich viel Schmu im Spiel, aber als Band scheinen wir dadurch auch zu gewinnen. Denn unsere einfache Musik erscheint dagegen auf einmal besonders powervoll. Wir haben gar nichts an unserem Spiel geändert, nur die anderen haben sich entschieden, wesentlich schlechter zu agieren. Wir proben seit Jahren nicht mal mehr und trotzdem ergreifen die anderen nicht ihre Chancen. Da können wir dann auch nicht helfen. Dabei ist jedes unserer Konzerte auch eine Art Energieberatung.

Das Abum wurde aufgenommen mit Don Fury, dem legendären Produzenten von AGNOSTIC FRONT, Richard Hell oder GORILLA BISCUITS. Da wart ihr schon einmal, bei der LP „20359“ von 2007. Es sickerte durch, dass die Aufnahmen bei ihm keinem Besuch im Streichelzoo ähneln. Oder hat sich eventuell etwas an seiner Arbeitsweise geändert?
Damals waren wir 17 Tage in Brooklyn und jetzt im Februar acht Tage in Troy. Die „20359“ hatte schon einige Overdubs bekommen und war ein echtes Mehrspurprojekt. Dieses Mal gab es für jeden ein SM58 Mikro vors Instrument und eines vor die Fresse und dann haben wir in vier Tagen 19 Songs live eingeprügelt. Das geht nur, wenn die Songs wirklich sitzen und niemand Fragen dazu hat, und dann ist jemand wie Don Fury ein Heiliger, der dir dabei einen schimmernden Glanz verleiht. Wenn du nicht so liefern kannst, dann hüte dich davor, einen Hardcore/Punk-Produzenten in Amerika damit zu belästigen. Er wird dich wieder davonjagen. Wir haben nur unsere Instrumente mitgebracht, außer das Schlagzeug, und Don Furys super geile alte Amps benutzt. Sein Drumkit ist auch noch dasselbe wie bei der GORILLA BISCUITS-Produktion. Das war und ist für uns natürlich super scharf. Don hatte sich erst ein wenig gewundert, als ich sagte, dass er bitte alle Sounds auch engeneert und wir nur Einwände haben würden, wenn es uns gar nicht gefallen würde, aber dann hat er richtig Blut geleckt und ist förmlich aufgeblüht und herumgesprungen wie ein begeisterter Junge. Nach dem Mastering habe ich vieles davon nachträglich verstanden, als ich diese tollen verwischenden Blister in den Obertönen zum ersten Mal gehört habe. Don Fury ist einfach klasse.

Die Songs auf der neuen Scheibe sind sehr ausgewogen, bedienen aber vor allem die alten Fans. „Thu den Ska“ hätte bei eurem Debütalbum „Kein Schulterklopfen“, das 1996 von SLIME-Gitarrist Christian Mevs produziert wurde, eigentlich der Opener sein sollen. Ich könnte mir die LP heute auch gar nicht mehr in anderer Reihenfolge vorstellen. „Dummheit tut weh“ finde ich auch wesentlich stärker, gerade als Auftakt. Nun habt ihr den Titel aber neu eingespielt.
Das stimmt. Es liegt daran, dass wir unseren damals geplanten Opener „Thu den Ska“ im Soundgarden Studio irgendwie siegessicher verkackt haben. Er wurde nicht zu einer schlechten Nummer, aber eben nicht so gut, dass er das schöne Debüt damals hätte eröffnen dürfen. Ich schlug daraufhin „Dummheit tut weh“ vor und alle haben es auch gleich eingesehen, dass der irgendwie tatsächlich mehr Zündkraft entwickelt.

Ihr kommt insgesamt auf neun Labels in eurer Historie. Habt ihr nun mit Hamburg Records endlich euren Hafen gefunden?
Hamburg Records ist unser Management. Labeln tun die eigentlich schon seit Jahren nichts mehr, unterstützen uns aber sehr beim Veröffentlichen. Wir sind immer auf der Suche nach interessanten Partnern ... Am liebsten mache ich nur Musik und kümmere mich ganz ungern ums Business. Starkult sind bei uns auch zu einer festen Größe geworden und es gibt keine Promo-Agentur, mit der wir lieber zusammenarbeiten würden, und wir haben einige durch ... Wenn also wer einen schönen Liegeplatz im Hafen seines Labels für uns hat, sehr gerne her damit.

Zum Schluss, obwohl ich das eigentlich schon zu Beginn hätte fragen können: Wie geht es dir eigentlich persönlich? Man hörte von ziemlichen gesundheitlichen Problemen, aber es ist hoffentlich wieder alles in Ordnung?
„Gesundheitliche Probleme“ ist zwar mein zweiter Vorname, aber wirklich schlimm ging es mir vor sechs, sieben Jahren, als ich ständig Kiefer- und Mandelentzündungen im Wechsel hatte. Nicht so ein bisschen, sondern mit Zähne ziehen in Not-OPs und ignorierten Einweisungen ins Krankenhaus. Ich habe oft wochenlang Penicillin und Kortison nehmen müssen. Es klingt unfassbar, aber die Umstellung auf eine rein pflanzenbasierte Ernährung hat diese Probleme beseitigt. Seit einiger Zeit geht es mit mir eher psychisch bergab ins finstre Tal. Krankheiten und Sterbefälle im näheren Umfeld bedrücken mich sehr. Das Leben ist nicht fair. Wir waren nur acht Tage fort, drüben in Übersee, doch mein Kater wurde in der Zeit so krank, dass er auf die Intensivstation kam, wo er ungefähr 36 Stunden später, nach der Landung, in meinen Armen verstarb. Wir konnten uns nur zweimal kurz sehen und nach dem zweiten Mal war ich noch sehr hoffnungsvoll, aber um fünf Uhr morgens kam der Anruf, ihm würde es deutlich schlechter gehen. Ich raste wie ein Irrer in die Klinik und nahm ihn in die Arme. Er maunzte mich noch fünfmal an und atmete danach einfach nicht mehr. Es zerreißt mir das Herz seitdem. Außer dreimal ganz kurz, wie ein Geist in einem Albtraum, bin ich für ihn nie aus NY zurückgekommen ... Aber danke fürs Nachfragen. Ich wünsche allen guten Leuten da draußen wesentlich mehr Glück.

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