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ADOLESCENTS

s/t

Eine legendäre Platte, die heute keiner mehr so machen würde. Das Cover: himmelblaue Vollfläche, darauf in roter Schrift und in zwei Zeilen der Bandname, eingerahmt von zwei schwarzen Linien. Paul Grant und Diane Zincavage bekamen dafür Credits – minimalistisch-ikonisches Design, das man sich trauen musste – siehe auch GERMS. Die Musik? Auch erstaunlich reduziert, damals produziert von Mike Patton (nein, nicht der) von EDDIE AND THE SUBTITLES und gemischt vom damals noch unbekannten Thom Wilson. Sänger Tony Cadena (später auch mal als Tony Montana unterwegs) klingt, als habe man ihn zum Singen in einen leeren Kellerraum gesperrt, wenn er „I hate children“ anstimmt. An den Instrumenten vier Typen, anhand deren Lebensgeschichten man, wenn man wollte, die gesamte Punkgeschichte des prototypischen Suburbia Orange County vor den Toren von Los Angeles aufdröseln könnte. Casey Royer an den Drums gründete später D.I., war mit Mike Ness an der Gründung von SOCIAL DISTORTION beteiligt. Die Brüder Rikk und Frank Agnew (beide Gitarre) spielten bei zig anderen Bands aus der Region (inklusive CHRISTIAN DEATH), und Gleiches gilt für Bassist Steve Soto. 13 Songs sind auf der Platte, die eine unglaubliche Hitdichte hat, mindestens „I hate children!“, „Wrecking crew“, „L.A. girl“, „Kids of the black hole“, „No way“, „Amoeba“, „Word attack“ und „Creatures“ gehören zwingend in den ewigen Kanon des kalifornischen Punkrock. Andere Bands hatten später fetteren Sound, aber eingängigere Melodien und catchiere Songs hatte kaum jemand. Und ADOLESCENTS haben sowohl die melodiösen Hymnen drauf – „Amoeba“ – wie auch protohardcorige Songs, siehe „Word attack“. Textlich erwiesen sie sich – siehe Beiblatt – als exakte Chronisten des Szene-Zeitgeists, siehe „Self destruct“, „Who is who“, „Wrecking crew“, „Creatures“ oder „Democracy“. Eigentlich war damit schon 1981 alles gesagt, das Themenfeld prototypisch abgedeckt – Punk ging trotzdem weiter, mit jeder Generation von angehenden „adolescents“ gewannen die Texte neue Bedeutung. Lisa Fancher, in den Credits als „in charge of babysitting“ aufgefürt, veröffentlichte die Platte 1981 auf ihrem Label Frontier Records, 1988 sorgte die Neuauflage auf Weird System für maximale Verbreitung in Deutschland, zig weitere Version folgten, die aktuellste gibt es in sehr guter Qualität und Posterbeilage via Munster Records aus Madrid.

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