
Sorgenfalten und Augenzwinkern, auf dem neuen Album von SHIRLEY HOLMES liegt beides nahe beieinander. Die Band ist sonst eher für ihre humorvolle und ausgelassene Art bekannt, zeigt jetzt auf „Mein bestes Selbst“ aber auch eine ernstere Seite von sich. Die Zeile „Wenn andere glücklich am Bug steh’n, seh ich mich gleich über Bord geh’n“ in „Angst & Hobbies“ beschreibt die allgemeine Stimmung auf der Platte ziemlich gut. Sorgen, Unsicherheiten und Wut sind hier überraschend präsent. Während SHIRLEY HOLMES bestimmte Dinge sonst immer gerne zwischen den Zeilen und mit einer gewissen Distanz angesprochen haben, sind sie auf „Mein bestes Selbst“ wesentlich direkter unterwegs. Sängerin und Gitarristin Mel erzählte uns im Interview, dass sich die neuen Songs teilweise „wie nackig machen“ anfühlen und dass sich das Trio selbst noch an die persönlichen Texte gewöhnen muss. Aber während in „Frage für einen Freund“ noch offen ist, ob „echt alles so düster“ ist, liefert das Album gleichzeitig auch aufhellende Momente. Es geht nicht nur um Tiefs, sondern auch um andere Sichtweisen und Perspektiven. SHIRLEY HOLMES zeigen mit „Mein bestes Selbst“ zwar eine neue Seite von sich, ihre Wurzeln sind aber noch deutlich zu hören und ihren Humor wird diese Band wahrscheinlich nie verlieren.
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