SILVERSTEIN

Antibloom

Nach über zwei Dekaden Bandgeschichte sollte man meinen, dass sich bei SILVERSTEIN eine gewisse Routine eingeschlichen hat. Doch „Antibloom“ ist alles andere als unmotiviert. Statt Stillstand feuert die kanadische Emocore-Institution acht Songs ab, die mit beeindruckender Leichtigkeit zwischen Hardcore-Exzessen und eingängigen Refrains balancieren – und dabei so fokussiert klingen wie lange nicht mehr. „Stress“ und „Mercy mercy“ prügeln los, ohne stumpf zu wirken. Stattdessen steckt in jeder Note eine Klarheit, ein Ziel. Es macht noch immer verdammt viel Spaß, der Band beim Ausrasten zuzuhören. Und dann ist da dieser Kontrast: „Cherry Coke“ verabschiedet sich leise, melancholisch, fast verträumt und erinnert daran, dass SILVERSTEIN seit jeher ein Händchen dafür haben, Melodien in einem Korsett aus Wut und Weltschmerz zum Leuchten zu bringen. Besonders bemerkenswert ist, wie sehr sich „Antibloom“ anfühlt wie ein Brückenschlag zu „Discovering The Waterfront“, ihrem bis heute wohl prägendsten Album. Die Referenzen sind unverkennbar, ohne in Nostalgie zu verfallen. „Don’t let me get too low“ funktioniert dabei als Paradebeispiel: perfekt austariert zwischen emotionalem Tiefgang und ungezügelter Energie. Die Platte ist wie aus einem Guss. Keine Line-up-Wechsel, kein kreatives Zerren. Stattdessen sind SILVERSTEIN eine Band, die genau weiß, was sie tut. Dass das Ganze nach knapp 23 Minuten vorbei ist, wirkt im ersten Moment bedauerlich. Aber ist eben auch genau richtig. Auf „Antibloom“ bleibt keine Zeit für Längen, kein Platz für Füller. Und lässt vor allem keinen Zweifel daran, dass SILVERSTEIN 2025 noch genauso relevant sind wie 2005. Der zweite Teil, „Pink Moon“, steht schon in den Startlöchern. Wenn der auch nur annähernd dieses Level hält, könnte es ein großes SILVERSTEIN-Jahr werden.

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