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HEROD

Sombre Dessein

Brachialsound mit vertrackten Rhythmen und Gitarrenwänden, so massiv wie die Mauer, die uns vor den White Walkern schützt – und zwar von einem Vierer aus der Schweiz. Wer jetzt an die unvergessenen KNUT denkt, liegt soundtechnisch so falsch nicht.

Das Brett von HEROD ist zwar ein ganzes Stück tiefer im Metal verwurzelt, als die vergleichsweise knackigen Salven der Hydra Head-Darlings, aber in puncto Progressivität nehmen sich die beiden Bands nichts.

Wer sich’s einfach machen will, stelle sich einen Bastard aus HELMET, BREACH und BOTCH vor, mit einem zeitgemäßeren Sound freilich, und ein ganzes Stück heavier. Dazu noch die Vocals von Mike Pilat, ehemals THE OCEAN, und die Gastgitarrenkünste von Bill Steer, wieder CARCASS, und ich denke, ihr seid im Bilde.

Auch wenn die Songs für ADHS-Gestörte (wie mich) viel zu lang und cleane Gesangspassagen im Jahr 2019 eigentlich keine Geschmacksfrage mehr sind, wird „Sombre Dessein“ zum Jahresende definitiv auf diversen Bestenlisten ganz weit oben landen.