
„300 Alben wurden gepresst, von Hand nummeriert und deren Cover anschließend per Hand mit Zeichnungen [einer Qualle] veredelt, so dass am Ende optisch kein Album dem anderen gleicht.“ Das schreibt Christoph von GEBRETTER aus Köln, und so geht DIY-Hardcore-Punk. Das sollten sich gefälligst all jene Bands zu Herzen nehmen, die nicht mehr hinbekommen, als ihre Musik auf Bandcamp und Co. hochzuladen. GEBRETTER bezeichnen sich als Produkt der „Ursuppe der kölschen Subkultur“, entsprechend wird auf Englisch, Deutsch und Kölsch (der Dialekt, nicht das „Bier“) gegrölt. Dass sie schon mit HAMMERHEAD gespielt haben, schreiben sie, und das mag zwar Namedropping sein, taugt aber als Hinweis auf einen Teil der Klangfarbe. Dass GEBRETTER (geiler Name!) auch ganz anders können, beweisen sie mit „Change“ – das könnte mit seinem reduzierten Tempo und ergänzendem Gebläse doch glatt von FUCKED UP sein. „Trendshitter“ ist mit 14 Songs reich bestückt, glänzt durch eine erstaunliche transparente und druckvolle Produktion und smarte Texte zwischen nihilistischem Humor und politischer Analyse („Hallo, Heer Kaiser“ [sic!]). Kann man alles nachlesen auf dem Textblatt. Bierbaron Ben, wie sich der Sänger nennt, hat ein Organ, das nach Halsschmerzen nach jeder Show klingt, und ich mag diesen Dualismus aus Deutschpunk hier und Achtziger-US-Hardcore-Gebretter (ha!) da. Die sollte man sich merken, hier stimmen Musik, Attitüde und Können.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Arne Kupetz
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Arne Kupetz
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Joachim Hiller