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999

Emergency At The Waldorf 1979

Erst kürzlich war ich noch in den Genuss einer aktuellen, im Januar 2024 in Milton Keynes in England entstandenen Live-Aufnahme von 999, „one of the longest-lived groups of the punk era“, gekommen, veröffentlicht unter dem Titel „Rip It Up!“ auf Secret Records. Aber so richtig konnte das meine frühere Begeisterung für die ersten Releases dieser eigenwilligen britischen 77er-Punkband nicht neu entfachen. Aber man kann als Musiker sicherlich deutlich würdeloser altern, als es 999 tun, denen man einen gewissen Unterhaltungswert gar nicht absprechen möchte. Wer es etwas authentischer haben will, sollte vielleicht besser zu dieser aktuell auf LP (mit nur 11 statt 17 Stücken) und CD erschienenen Live-Aufnahme aus dem Jahr 1979 greifen. Im selben Jahr war auch die für den amerikanischen Markt produzierte Compilation „High Energy Plan“ erschienen, eine Mischung aus Singles und Stücken von „Separates“. Diese Aufnahme wurde mitgeschnitten im Old Waldorf in San Francisco, mit Ed Case statt Originalschlagzeuger Pablo LaBritain. Die Aufnahmequalität ist eigentlich angesichts ihres Alters ganz okay, ist aber wahrscheinlich näher an einem Bootleg als einem wirklich professionellen Live-Mitschnitt. „Homicide“ und „Hit me“ sind natürlich dabei, „Crazy“ komischerweise nicht. Wem 999 auf Platte immer zu unpunkig waren, der bekommt die Songs hier in deutlich ruppigerer Form geliefert. Mir gefallen die Studioversionen zwar immer noch besser, aber als leicht rumpeliges Zeitdokument aus den Anfängen der Band macht „Emergency At The Waldorf 1979“ trotz durchwachsenem Sound durchaus Spaß.

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