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KVELERTAK

Endling

Würde man sich allein im KVELERTAK-Kosmos bewegen, wäre es hinreichend, wie bei jedem neuen Werk zu schreiben, dass es den Norwegern erneut gelungen ist, den unmittelbaren Vorgänger noch einmal in allen Belangen zu übertreffen. Das fünfte Album ist ohne Zweifel noch vielseitiger, eingängiger und auch größenwahnsinniger. Außerhalb dieses Kosmos besteht aber die absolute Dringlichkeit, ein und für alle Mal den Sonderstatus dieser Band, nicht nur im Metal, sondern überhaupt, in Stein zu meißeln. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll bei „Endling“. Schon allein der Opener „Krøterveg te helvete“ ist in der Albumversion ein achtminütiges Epos, das mit dem Unterhaltungswert eines Pop-Songs an einem vorbeirennt. „Fedrekult“ wendet den Blick wohl am weitesten in die eigene Vergangenheit und stellt somit den einen Eckpunkt in der Bandbreite des Albums dar. Den anderen repräsentiert mit Sicherheit der atmosphärisch starke, ungeahnt emotionale Titelsong, bei dem Gitarren und Gesang in Sachen Präsenz und Melodie plötzlich gleichauf sind. Sowieso hat Sänger Ivar Nikolaisen erst mit diesem Album seine Rolle gefunden und diese gegenüber den Gitarristen behauptet. Wer dachte, dass neben drei Gitarren nur Platz für Geschrei übrig sei, der hat KVELERTAK eben immer noch mit zu vielen anderen Bands in einen Topf geworfen und ihren Sonderstatus unterschätzt.