© by Thomas Eger / Black Chester PhotographyInnerhalb von vier Jahren veröffentlicht die Band aus Portland, Oregon mit „Flesh Stays Together“ ihr drittes Studioalbum. Darauf geht es noch extremer und diverser zur Sache als auf den beiden Vorgängern. Wir stellen Sängerin Emma Boster dazu unsere Fragen.
Wenn die Leute nach dem Hören von „Flesh Stays Together“ nur ein einziges Gefühl mitnehmen könnten – welches sollte das sein?
Kennst du das, wenn du einen Film zum ersten Mal siehst und am Ende einfach wie erstarrt im Sessel sitzen bleibst? Du denkst dir: Was zur Hölle habe ich da gerade gesehen? Und startest ihn direkt noch mal, weil du mehr brauchst. Genau dieses Gefühl wünsche ich mir auch bei unserem Album.
Das Wachstum einer Band kann man an vielen Dingen messen – am Sound, an Konzerten, an der Fanbindung. Woran machst du es fest?
Für mich sind es ganz klar die Live-Shows. Die Energie im Raum ist das ehrlichste Maß. Wenn die Leute mitsingen, voll abgehen und richtig mit uns interagieren wollen, dann weiß ich, dass unsere Musik wirklich angekommen ist.
Wie verlief der Songwriting-Prozess dieses Mal im Vergleich zu euren bisherigen Veröffentlichungen?
Das war tatsächlich das erste Album, bei dem unser Bassist Jon Mackey beim Schreiben eine aktive Rolle gespielt hat. Außerdem haben wir mit Will Putney zusammengearbeitet, was uns noch mal ganz neue Perspektiven eröffnet hat.
Euer letztes Album „Symptoms Of Survival“ stand sehr im Zeichen von Hoffnung und Wachstum – selbst das grüne Artwork hat das widergespiegelt. Welche emotionale Richtung verfolgt „Flesh Stays Together“?
Es ist konzeptionell viel weiter entwickelt. Hoffnung spielt dieses Mal kaum eine Rolle, es gibt auch keine Lösungsansätze. Stattdessen ist es eine schonungslose Reflexion darüber, wie wir alle letztlich auf unser unausweichliches Ende zusteuern.
Hattet ihr schon vor den Aufnahmen eine klare Vorstellung vom Sound oder hat sich das eher im Studio entwickelt?
Wir wussten ziemlich genau, wo wir hinwollen. Vor allem ging es darum, verschiedene Stimmungen einzufangen und mit unserem Sound zu experimentieren. Ich denke, jedes Ziel, das wir uns gesetzt hatten, haben wir auch erreicht.
Früher hast du Randy LeBoeuf, eurem bisherigen Produzenten, mal als das „sechste Bandmitglied“ bezeichnet. Warum habt ihr euch diesmal gegen ihn entschieden?
Randy ist ein großartiger Songwriter und ein enger Freund. Aber wir wollten einfach einen neuen Weg einschlagen. Kein Künstler möchte zwei- oder gar dreimal hintereinander dasselbe Album machen.
Wie von dir bereits angesprochen, habt ihr zum ersten Mal mit Will Putney gearbeitet, einem der angesagtesten Produzenten im Genre. Wie kam es dazu und warum war er die richtige Wahl?
Will arbeitet eng mit Randy zusammen und ist auch in unserem Umfeld mit vielen befreundet. Es war also irgendwie der logische nächste Schritt. Wir haben das Ganze getestet, als wir gemeinsam die Single „I brought you my soul“ geschrieben haben. Danach war klar, das nächste Album machen wir mit ihm.
Was hast du aus der Zusammenarbeit mit Will für dich mitgenommen?
Vor allem beim Gesang hat er mir wahnsinnig viel beigebracht – neue Techniken, die mich sowohl als Sängerin als auch als Screamerin besser gemacht haben. Außerdem ist er ein hervorragender Texter, der mich immer wieder dazu ermutigt hat, Geschichten noch klarer und intensiver zu erzählen. Und auch wenn ich selbst keine Gitarrenexpertin bin, kann ich sagen, er ist ein absoluter Meister, wenn es um Sounds und Töne geht. Das hört man auf der Platte deutlich.
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