DER KANON DES GUTEN GESCHMACKS

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Britischer Anarcho-Punk der 1970er und 1980er

Als Ableger der Punk-Szene war Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre in England der sogenannte Anarcho-Punk entstanden. Der Sound war härter als beim eher zahmen ’77er-Punk und es ging bereits in die Hardcore-Punk-Richtung. Anarcho-Punk definierte sich vor allem über seine radikale politische Haltung, was sich auch in den Songtexten zeigte. Es wurde Kritik an den herrschenden Verhältnissen geübt, dazu kamen eine klare Positionierung gegen Rassismus, Faschismus, Neonazismus und Populismus, stattdessen setzte man sich ein für Anarchismus, Feminismus, Tierrechte und eine autonome Lebensweise.

Wenn es eine Galionsfigur der englischen Anarcho-Punk-Szene der 1980er Jahre gibt, dann ist das mit Sicherheit die Band CRASS. Sie blieben auch in den Jahrzehnten danach weltweit ein Vorbild für Punkbands, denen es wichtig war, ihre Existenz als Band mit sozialem Engagement zu füllen, und das immer auch als politische Aktion verstanden wissen wollten . CRASS existierten von 1977 bis 1984 und fielen innerhalb der Punk-Szene dadurch auf, dass sie sich trotz diverser Angebote konsequent der Musikindustrie verweigerten. Nachdem die ersten Platten noch bei kleinen Labels veröffentlicht wurden, hatten sie nach den ersten Erfolgen genug Geld, um ihre LPs und Singles selbst zu produzieren und rauszubringen. CRASS legten immer Wert darauf, dass es bei ihren Konzerten als auch ihren Platten um mehr gehen sollte als „nur“ Musik. So waren Filme und Videos Teil ihrer Live-Show, zudem traten sie an vielen ungewöhnlichen Orten auf, wo zuvor noch nie Punk-Konzerte stattgefunden hatten. Es kamen hunderte von Leuten zu den Veranstaltungen von CRASS, wo neben Musik, Literatur und Filmen auch Essen und Trinken angeboten wurden. Als Plattenhüllen dienten bei CRASS speziell gefaltete Schwarzweiß-Poster, die genug Platz boten, damit sie ihrer Meinung freien Lauf lassen konnten. Ikonisch ist zudem das CRASS-Logo, das mit einem Stencil überall draufgesprüht werden konnte. Zudem äußerten CRASS eine klar formulierte Kritik an kommerziellen Bands wie den SEX PISTOLS, THE CLASH oder auch Patti Smith. Die ersten Konzerte von CRASS fanden im Winter 1977/78 im White Lion Club in Putney statt, im Sommer darauf veröffentlichten sie ihr erstes Album „The Feeding Of The 5000“ auf Small Wonder Records. Es musste allerdings ohne den Spoken-Word-Track „Asylum“ erscheinen, weil sich das zuständige Presswerk ansonsten geweigert hätte, die Platte zu produzieren. Auf dem vorgesehenem Platz waren dafür zwei Minuten Stille zu hören – in der Tracklist verzeichnet als „The sound of free speech“. Das als blasphemisch zensierte Stück brachte die Band später auf einer 7“ namens „Reality Asylum/Shaved Women“ raus.
Ihr zweites Album konnte dann nicht mehr bei Small Wonder Records erscheinen, weil CRASS inzwischen zu sehr in den Fokus der Polizei geraten waren. Sie liehen sich das nötige Geld und veröffentlichten von da an ihre Platten selbst. Die erste Platte verkaufte sich gut genug, um die Schulden zu bezahlen und der Rest wurde in das eigene Plattenlabel Crass Records investiert. Im Laufe der Zeit erschienen über 100 Bands auf Crass Records, die wohl alle eine ähnliche politische Einstellung teilten. Im Orwell-Jahr 1984 lösten sich CRASS schließlich auf. Dies ging zum einen auf einen Entschluss aus den Gründungstagen zurück, nach dem alle Platten auf dem Crass-Label Katalognummern tragen sollten nach der Formel x21984/y, wobei x für die Anzahl der Jahre bis 1984 steht (1983 wird hier also zu 121984 = one year to 1984) und y für die laufenden Nummern der in dem Jahr veröffentlichten Platten. Bei allem, was nach 1984 auf dem Label rauskam, entfiel diese Schreibweise, sie wurden einfach nur noch als CAT.NO 1, CAT.NO 2 etc. fortlaufend nummeriert. Zum anderen fühlten sich CRASS durch die andauernde Konfrontation mit Staat und Gesellschaft inzwischen ausgebrannt. Auch das Verhältnis zu den Massenmedien war schwierig. Der Anarchismus, den die Band propagierte, hatte ihnen viel Kritik eingebracht.
Man muss anerkennen, dass CRASS in England als Kulturphänomen sehr bekannt geworden waren, was zur Folge hatte, dass die konservative britische Press fast ausschließlich negativ über CRASS berichtete. Zudem gab es immer wieder Probleme mit der Polizei als auch Scotland Yard. Das alles führte dazu, dass CRASS zwar eine John Peel Session bei der BBC aufnehmen konnten, aber kurz darauf aufgrund der „öffentlichen Meinung“ auf einer schwarzen Liste des Senders landeten und fortan nicht mehr im Radio gespielt wurden. Steve Ignorant, ihr damaliger Sänger, führt seit Ende 2007 das musikalische Erbe von CRASS fort, indem er in regelmäßigen Abständen mit Musikern von PARANOID VISIONS auftritt und ein Set mit CRASS-Songs spielt. Drummer Penny Rimbaud (bürgerlich Jeremy John Ratter) hat zudem über seine Zeit bei der Band ein Buch geschrieben mit dem Titel „Shibboleth – My Revolting Life“. Sämtliche LPs von CRASS wurden in den vergangenen Jahren neu aufgelegt, zudem gibt es mehrere Bücher über CRASS, was hier aber den Rahmen sprengen würde.

AMEBIX wurden 1978 von Sänger Rob „The Baron“ Miller, seinem Bruder Chris „Stig“ Miller an der Gitarre/Gesang, dem Drummer Andy „Billy Jug“ Hoare und Bassist Clive Barnes gegründet, als sie noch die Schule in Devon besuchten. Ihren Namen haben AMEBIX abgeleitet von Amöbe (engl. „Amoeba“), denn dabei handelt sich um eine Grundform des Lebens und sie selbst spielen auch nur einfache Musik. In der englischen Subkultur-Szene der frühen 1980er Jahre waren AMEBIX allerdings nicht besonders wohl gelitten. Ihre ersten beiden Singles „Who’s The Enemy“ und „The Winter“ aus dem Jahr 1982 klangen absolut untypisch und ganz anders als die Mehrheit der UK77- oder auch UK82-Bands. Ihre Texte waren geprägt vom Kontrast zwischen symbolhaften Mittelalter-Anleihen und den realen Bedrohungen der Gegenwart, wie das Schreckgespenst eines nuklearen Winters oder der Zerstörung der Umwelt durch den Menschen. Wenn man die Musikgeschichte rückblickend betrachtet, waren AMEBIX mit ihrem mystischen Midtempo-Punkrock im Stile von KILLING JOKE und dieser dunklen, postapokalyptischen und morbiden Ästhetik ihrer Zeit mindestens um 20 Jahre voraus.
1981 zogen die Bandmitglieder nach Bristol um, lebten vorrangig in besetzten Häusern und tauschten ihren Drummer gegen Neil „Virus“ Worthington (RIP 2015, Gehirntumor) aus, der zuvor auf den ersten DISORDER-Platten Schlagzeug gespielt hatte. Ab der Veröffentlichung der„ No Sanctuary“-12“ 1983 entwickelte sich ihr düsterer Hardcore-Sound in Richtung Crust, so dass AMEBIX als eine der ersten und einflussreichsten Crustpunk-Bands gelten. Bei den Aufnahmen zu „No Sanctuary“ in den Southern Studios lernte die Band Jello Biafra von den DEAD KENNEDYS kennen, der auch Alternative Tentacles betreibt. Dort veröffentlichten AMEBIX 1985 ihr Debütalbum „Arise!“ und waren damit die erste britische Band auf dem kalifornischen Label. Zu hören ist eine „mahlende“ Mischung aus frühem Anarcho-Punk, dunklem Hardcore und MOTÖRHEAD-Einflüssen. Auf dem Nachfolger „Monolith“ von 1987 kamen die Metal-Elemente noch stärker zur Geltung. Aus heutiger Sicht ist diese LP die populärste Veröffentlichung von AMEBIX, was die Verkaufszahlen betrifft, doch damals betrachtete die DIY-Punk Szene sie als zu metallisch und überproduziert. Die mit der Veröffentlichung und dem Vertrieb der LP verbundenen Schwierigkeiten führten noch im gleichen Jahr zur Auflösung der Band. Doch kurz zuvor sind AMEBIX noch auf eine finale Tournee gegangen, die in Sarajevo endete, nur wenige Tage vor dem Zusammenbruch der Sozialistischen Republik Jugoslawien.
Schlagzeuger Robert „Spider“ Richards, Keyboarder George „A. Droid“ Fletcher und Gitarrist Chris „Stig“ Miller spielten nach der Auflösung bei ZYGOTE, während Rob „The Baron“ Miller auf die Isle of Skye zog, dort Waffenschmied wurde und mittelalterliche Schwerter herstellt. 1987 hatten sich AMEBIX zwar geschworen, nie wieder zusammen aufzutreten, stellten jedoch ab Mitte der 2000er Jahre durch das Internet fest, wie prägend ihr Einfluss in der die englischen Musikgeschichte war, woraufhin die beiden Miller-Brüder 2008 eine AMEBIX-Reunion forcierten. Jedoch musste Drummer Robert „Spider“ Richards aufgrund seines Tinnitus-Leidens durch den New Yorker Roy Mayorga (ex-NAUSEA) ersetzt werden. Die nach der Wiedervereinigung aufgenommenen Stücke beschrieb Mayorga als eine stärkere, schwerere und noch epischere Version des Sounds in der Spätphase der Band. Sie enthielten einige ihrer altbekannten Elemente wie schwere, dissonante Gitarrenklänge, „schaurige“ Keyboards, Tribal-Drumming und dazu die „glasgurgelnde“ Stimme von Rob Miller. Ihre Texte verbanden weiterhin Mittelalter-Mythen mit den Schrecken der Moderne. 2010 und 2011 erschienen die beiden 12“ EPs „Redux“ und „Knights Of The Black Sun“ auf dem amerikanischen Crust-Punk Label Profane Existance, zudem wurde 2011 die „Sonic Mass“-LP in Eigenregie auf Amebix Records veröffentlicht. 2012 lösten sich AMEBIX endgültig auf.
Leider sollte Rob „The Baron“ Miller, der Schwertschmied, das Vermächtnis seiner Band später nachhaltig beschädigen. 2019 entdeckte Ox-Chef Joachim in Robs Dankesliste im Booklet des TAU CROSS-Albums „Messengers Of Deception“, Robs damaliger Band, den Namen Gerard Menuhin, Sohn des jüdischen Violinisten Yehudi Menuhin – und ein bekannter Holocaust-Leugner. Eine Nachfrage bei Relapse Records sorgte dafür, dass das Label sich von Rob Miller trennte und das Album zurückgezogen wurde. Auch die anderen TAU CROSS-Mitglieder gingen auf Distanz und verließen die Band. Rob Miller veröffentlichte daraufhin zwei Statements, in denen er Relapse Records, seine Bandkollegen und das Publikum für die ablehnenden Reaktionen verurteilte. Er dementierte jedoch nie, Holocaust-Leugner zu sein, sondern empfahl eine von deutschen Rechtsradikalen favorisierte geschichtsrevisionistische Videoserie. Während der Corona-Pandemie fiel Rob Miller zudem mehrfach durch das Verbreiten von Verschwörungserzählungen negativ auf.

ANTISECT waren eine 1982 im östlich von Birmingham gelenen Daventry gegründete Punkband, die sich von Anfang an mit Themen wie Animal Rights und sozialer Gerechtigkeit in ihren Texten auseinandersetzte. Die Band bestand aus Pete Boyce (voc), Pete Lyons (gt, voc), Renusze Rokicki (bs) und Pete Paluskiewicz (dr), die teilweise als Hausbesetzer oder als wohnungslose Couchsurfer bei Freunden oder gar auf der Straße lebten. ANTISECT waren aufgrund der hohen Qualität ihrer Musik bereits nach kurzer Zeit den Leuten von FLUX OF PINK INDIANS aufgefallen, die ihr eigenes Plattenlabel Spiderleg Records betrieben und ANTISECT die Möglichkeit offerierten, ihre Debüt-LP bei ihnen zu veröffentlichen. So erschien 1983 mit „In Darkness There Is No Choise“ ein Album, das heute als Klassiker des UK-Anarcho-Punk gilt. Es erreichte sogar Platz 20 der britischen Indie-Charts, wobei die Band auf einen derartigen Erfolg vermutlich geschissen hat. In der Folgezeit wurde der Sound von ANTISECT härter und schneller und 1985 erschien die „Out From The Void“-7“, die sogar auf Platz 2 der Indie-Charts schoss und heute als eine Art Initialzündung für das Genre Crustpunk betrachtet wird. Zu diesem Zeitpunkt waren Tim Andrews (voc) und Laurence Windle (bs) als neue Mitglieder zu ANTISECT gestoßen.
Allerdings lösten sich ANTISECT bereits 1987 auf, was dahingehend schade war, weil sie bereits die Aufnahmen zu ihrer zweiten LP „Welcome To The New Dark Ages“ begonnen, sie aber leider nie fertiggestellt hatten. Im Jahr 2011 kam es zu einer Reunion. Line-up besteht nun aus dem Gitarristen Pete Lyons, Sänger Tim Andrews und Bassisten Laurence Windle, ergänzt durch den neuen Schlagzeuger Joe Burwood. ANTISECT tourten erfolgreich durch Großbritannien, die USA und Europa und veröffentlichten eine neue 7“ „4 Minutes Past Midnight “, deren Titeltrack ein echter Hardcore-Punk-Smasher ist. 2017 folgte das Album „The Rising Of The Lights“, auf dem eher eine Entwicklung in Richtung eines schweren, langsamen Industrial-Punk erkennbar wird, ähnlich wie bei AMEBIX und KILLING JOKE in der Neuzeit. 2024 ist auf Rise Above Records nach 41 Jahren auch endlich eine Neuauflage des ANTISECT-Debütalbums „In Darkness There Is No Choice“ erschienen. Im Herbst 2023 war ANTISECT-Gründungsmitglied Pete Lyons allerdings in die Kritik geraten, da er im „Knight of the Black Sun“-Podcast von Rob „The Baron“ Miller (ex-AMEBIX) zu Gast war, trotz besseren Wissens, dass sein Freund aus alten Tagen mittlerweile zum Holocaust-Leugner und Verschwörungserzähler mutiert war.

ANTI-SYSTEM sind eine Punkrock-Band aus Bradford, West Yorkshire (östlich von Leeds) und gehören mit zu den Pionieren des UK82-Hardcore-Punk als auch des Anarcho-Punk, da sie in ihren Texten ausschließlich politische und gesellschaftskritische Themen behandeln und vorrangig Anarchismus und Tierrechte unterstützten. Bei ihrer Gründung 1982 bestand die Band aus Phil Dean am Schlagzeug, dem Bassisten George Clarke, Sänger Simon „Nogsy“ Nolan und Dom Watts an der Gitarre. Im gleichen Jahr nahmen ANTI-SYSTEM ihr erstes Demo auf, von dem zwei Songs auf dem Sampler „Punk Dead – Nah Mate, The Smell Is Jus Summink In Yer Underpants Innit?“ von Pax Records landeten. Weil die beiden Track bereits so perfekt waren, erschien 1983 dort auch die Debüt-7“ „Defence Of The Realm“ mit fünf Songs, die die Band sowohl in England als auch im Rest Europas direkt flächendeckend bekannt machte. Zu diesem Zeitpunkt wurde George Clarke am Bass durch den ehemaligen RAW-Gitarristen Mickey Knowles ersetzt. Ebenfalls von RAW kam der neue Sänger Liam Sheeran zu ANTI-SYSTEM, da auch Nogsy die Band verließ. Die beiden Neuen stiegen jedoch bereits nach nur etwas mehr als einem Jahr wieder aus. Ende 1984 entwickelte sich eine stabile Besetzung mit Gitarrist Mark „Varik“ Teale, Bassist Mark „Keany“ Keane, Sänger Michael Knowles und Drummer Phil Dean. Da Pax Records 1984 den Betrieb eingestellt hatte, veröffentlichten ANTI-SYSTEM ihre Debüt-LP „No Laughing Matter“ 1985 auf Reconciliation Records. 1986 folgte die grandiose 12“ „A Look At Life“.
Wie viele andere englische Anarcho-Punk-Bands dieser Zeit setzten sich auch ANTI-SYSTEM für Tierrechte ein und spendeten etwa Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Debüt-EP an Tierschutzgruppen. Die Band fiel 1986 auseinander, nachdem Keany und Varik wegen verschiedener Tierbefreiungsaktionen verurteilt und inhaftiert worden waren. Im Jahr 2014 reformierte Gitarrist Varik zusammen mit den früheren Mitgliedern Keany und Mickey ANTI-SYSTEM. In den ersten Jahren nach der Reunion gab es eine größere Anzahl von Umbesetzungen, die ich euch hier ersparen möchte. Lediglich Michael „Varik“ Teale blieb eine ständige Konstante in der Band. 2017 wurde bei Boss Tuneage eine 12“ von ANTI-SYSTEM mit dem Titel „At What Price Is Freedom?“ veröffentlicht, auf der neue Songs plus zwei neu eingespielte alte Titel zu hören sind. ANTI-SYSTEM spielten bereits zwei Mal auf dem Rebellion Festival, wo sie mich unfassbar begeisterten. 2019 folgte ein Auftritt auf dem Obscene Extreme Festival in Trutnov in Tschechien. Die aktuelle Besetzung besteht aus Gitarrist Mark „Varik“ Teale, Sänger Ade Crawford (Ex-Drummer von SATANIC MALFUNCTIONS) plus Ades Ehefrau Yaga Crawford (DISORDER, OI POLLOI, BUSSTATION LOONIES).

CHUMBAWAMBA gründeten sich 1982 in einem Squat in Leeds. Der Bandname hat keine spezielle Bedeutung, auch wenn einzelne Bandmitglieder im Laufe der Jahre unterschiedliche Erklärungen dafür lieferten, die auf der offiziellen Homepage aber später wieder als nichtig erklärt wurden. Als sie sich Anfang der 1980er gründeten, gab es aber zahlreiche Bands mit sonderbaren Namen. Den meisten Leuten sind CHUMBAWAMBA erst seit ihrem weltweiten Hit „Tubthumping“ bekannt, der 1997 auf ihrem bereits achten Album „Tubthumper“ erschien. Die Gründungsmitglieder waren 1982 Boff Whalley, Danbert Nobacon und eine Person namens „Midge“, deren Song „Three years later“ auf dem LP-Sampler „Bullshit Detector 2“ auf Crass Records erschien. 1985 veröffentlichten CHUMBAWAMBA ihre erste EP „Revolution“, wofür die Band ihr eigenes Plattenlabel Agit Prop gründete. Während der Zeit ihres Bestehens brachten CHUMBAWAMBA eine große Anzahl von Platten heraus, bei Discogs finden sich insgesamt 98 Einträge, die sich hier nicht im Einzelnen kommentieren lassen.
Erwähnt werden sollte aber, dass sich der Musikstil von CHUMBAWAMBA von einem anfänglich sehr starken Punk-Einschlag zu einer deutlichen größeren Klangvielfalt entwickelte mit zahlreichen Elementen aus der Rock-, Pop- und Folkmusik. In den Texten bleiben sie jedoch unverändert bei ihrer heftigen Kritik an der kapitalistischen und imperialistischen Gesellschaft, was oft stark an Klassenkampf-Parolen erinnert. CHUMBAWAMBA vermitteln in ihren Liedern eine politische Einstellung, die sehr weit links, teils auch anarchistisch ist. Die Song thematisieren auf eine teilweise stark ironisierte Art mittelalterliche Landlords („English rebel songs“) ebenso wie Margaret Thatcher und Tony Blair, dem „Gegner der Arbeiterschaft“, als auch Rechtsradikale. Dabei blieb der poppige Sound weiterhin die Basis. Obwohl CHUMBAWAMBA sowohl von links als auch rechts oft angegriffen wurden, haben sie ihre Sache immer auf ihre eigene Weise gemacht. Getreu dem Motto: „Tu niemals das, was dir gesagt wird.“. Im August 2012 lösten sich CHUMBAWAMBA nach einigen Abschiedsshows zum 30. Bandjubiläum auf, weil, wie sie erklärten, „der Rest unseres Lebens dazwischenkam und wir nicht die Zeit und den Enthusiasmus aufbringen konnten, die die Band verlangte“.

CONFLICT haben sich 1981 im Londoner Bezirk Greenwich gegründet und sind bekannt geworden für ihre durch und durch pazifistische Einstellung und ihren Kampf für Anarchie und Tierrechte. Die Band existiert bis heute, wobei Sänger Colin Jerwood das Aushängeschild der Band ist. Das Logo von CONFLICT, das ursprünglich von „Nihilistic Nobody“ entworfen wurde, soll eine Anspielung auf das Akronym CND (Campaign for Nuclear Disarmament) sein und zwei „A“ für Anarchie und Autonomie sowie ein „N“ für Nihilismus enthalten. Das Logo erschien ursprünglich 1980 in der Broschüre „Thanatos“, die von Mike Diboll, dem Herausgeber des Toxic Graffity Fanzines, publiziert wurde. 1982 veröffentlichten CONFLICT ihre erste 7“ „The House That Man Built“ auf Crass Records, 1983 folgte das Debütalbum „It’s Time To See Who’s Who“ auf Corpus Christi Records. Bei der im selben Jahr erschienenen 7“ „To A Nation Of Animal Lovers“ wirkte zudem Steve Ignorant von CRASS mit, der nach deren Auflösung zeitweise als zusätzlicher Sänger bei CONFLICT mitmachte.
Um ihre eigenen Alben zu veröffentlichen und andere Künstler zu unterstützen, gründeten CONFLICT mit Mortarhate Records ein Plattenlabel, auf dem Bands wie HAGAR THE WOMB, ICONS OF FILTH, LOST CHERREES, THE APOSTLES oder STÄLÄG 17 ihre Platten veröffentlichten. CONFLICT selbst gelten als sehr produktive Band, was den musikalischen Output betrifft. Bislang haben CONFLICT 13 Studioalben, 7 Live-Alben (teils als offizielle Kassetten-Releases) plus 14 EPs veröffentlicht. 1984 gingen CONFLICT erstmals auf Europatour und 1985 folgte die erste Konzertreise durch die USA. Ab 1994 wurde es ruhiger um die Band, da sie ziemlich mit staatlichen Repressionen zu kämpfen hatte, nachdem mehrere CONFLICT-Konzerte mit massiven Ausschreitungen endeten. 2001 veröffentlichten CONFLICT mit „Now You’ve Put Your Foot In It“ eine weitere 7“ und 2003 folgte das Album „There Is No Power Without Control“. Seitdem ist die Band wieder intensiver unterwegs. CONFLICT und speziell Sänger Colin Jerwood stießen während der letzten Jahre in der linken Punk-Szene immer wieder auf Kritik, ob das jetzt einzelne Texte betraf, wie der von „An option“ (2003), über den Status von Immigranten und ihre Behandlung durch die britische Gesellschaft, oder ein offizielles Statement auf der Homepage der Band zum Thema „All Lives Matter“.
Missbilligt wurde zudem die damalige Freundschaft von Colin Jerwood und dem Sänger John Cato, der mit seiner Band ADMIT YOU’RE SHIT 1985 eine 7“ als auch eine LP auf Mortarhate Records veröffentlicht hatte. Denn in späteren Jahren hatte sich John Cato zum Rechtsradikalen entwickelt, wie der Autor Ian Glasper 2006 in seinem Buch „The Day The Country Died“ über die englische Punk-Szene dokumentierte und nachzeichnete, wie sehr dessen Ansichten mit der der rassistischen BNP-Partei in Einklang stehen. Diese Freundschaft existiert nun seit langen Jahren nicht mehr, die Vorwürfe werden aber innerhalb der linken Szene immer wieder gerne wiederholt. CONFLICT spielen seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder verstärkt Konzerte und Touren, denn sie verfügen wieder über eine stabile Besetzung. Sehr charmant ist auch der Umstand, dass Fiona Jayne Friel seit einigen Jahren an der Seite von Colin Jerwood auf der Bühne den Gesang ergänzt.

SUBHUMANS haben sich 1980 in Warminster in Wiltshire gegründet, das 17 Meilen südlich von Bath liegt. SUBHUMANS gehören zum sogenannten BOB-Kreis, das ist ein in jährlichen Abständen stattfindendes Konzertwochenende mit Bands aus Bremen, Oakland (Kalifornien) und Bath, und regelmäßig zahllose Besucher:innen aus allen drei Städten anzieht. SUBHUMANS gehören eindeutig zu den Bands, die immer ihren Wurzeln und der DIY-Ethik treu geblieben sind. 1980 trafen sich Sänger Dick Lucas und Gitarrist Bruce Treasure auf einem ANGELIC UPSTARTS-Konzert und beschlossen, zusammen eine Band zu gründen. Verstärkt wurden sie durch Andi Gale als Drummer und Grant Jackson am Bass. Bereits 1981 erschien die erste Tape-Veröffentlichung mit 24 Songs unter dem Titel „Demolition War Parts I-III“ auf Bluurg Tapes, dem bandeigenen Label. Die Texte von Dick Lucas sind von sozialem Bewusstsein geprägt und stehen sozialen Normen kritisch gegenüber. Die SUBHUMANS waren zwischen 1980 und 1985 eine der gebildeteren und musikalisch versierteren britischen Punkbands. Die Band forderte sowohl die Regierung als auch die Bevölkerung in England heraus, nicht nur gegen die Welt zu wüten, sondern sie zu verbessern. Die meisten der SUBHUMANS-Alben hatten ein allgemeines Thema. Es geht etwa darum, wie die Gesellschaft junge Menschen in die Falle eines Lebens voller Gehorsam, Lohnsklaverei und Konformität lockt, aber auch um Apathie, Einheit, Revolution oder Religionskriege.
Das Label Spiderleg Records, das von Mitgliedern von FLUX OF PINK INDIANS betrieben wurde, veröffentlichte 1981 die „Demolition War“-7“, 1982 folgten die beiden EPs „Religious Wars“ und „Reason For Existence“ und Ende 1982 auch die Debüt-LP „The Day The Country Died“. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war bereits Jeremy „Trotsky“ Trollope zur Band gestoßen und ersetzte damit Andi Gale. 1984 kam zudem Phil Byrant, um den Bass von Grant Jackson zu übernehmen. Anfang 1983 gründeten SUBHUMANS mit Bluurg Records zudem ihr eigenen Plattenlabel, auf dem sie fortan ihre Sachen selbst veröffentlichten. Bis zu ihrer Auflösung 1985 gaben SUBHUMANS 262 Konzerte in ganz Europa, tourten auch zweimal in den USA.
1985 gründete Dick Lucas die Band CULTURE SHOCK und spielte ab 1989 zusätzlich noch bei der Ska-Punk-Band CITIZEN FISH, gemeinsam mit den beiden Ex-SUBHUMANS-Leuten Phil Byrant (bs) und Jeremy „Trotsky“ Trollope (dr). 1991 kamen die SUBHUMANS für zwei einzelne Konzerte wieder zusammen, aber es dauert dann doch bis 1998, bis sie den Gitarristen Bruce Treasure dafür gewinnen konnten, wieder mitzumachen. Damals fanden sie wieder Spaß an ihrer Band und sind seither in regelmäßigen Abständen immer wieder auf Tour, ob in England, Europa oder den USA. Nach der Wiedervereinigung der Band dauerte es noch bis 2007, bis sie ihr mit „Internal Riot“ wieder ein neues Album herausbrachten. Dick Lucas begründet dies mit den Aktivitäten seiner anderen Band CITIZEN FISH als auch mit dem Umzug des Bassisten Phil Bryant nach Spanien und den des Schlagzeugers Jeremy „Trotsky“ Trollope nach Deutschland 2003, so dass die Band nur noch ungefähr dreimal im Jahr proben konnte und nur langsam neue Stücke fertig wurden. Immerhin lebt Trotsky abgeschieden auf dem Land, wo die Band ohne Gefahr der Lärmbelästigung proben kann. Und in Spanien konnten die SUBHUMANS über Pid von CONTEMPT in einem Gebäude mit Proberäumen in einer Stadt nahe von Phils Dorf proben. Im April 2003 wurde ein Auftritt in Corona, Kalifornien mitgeschnitten, der im Rahmen der „Live In A Dive“-Serie auf Fat Wreck Chords erschien. Wie bei den CITIZEN FISH Veröffentlichungen auf Lookout! Records und Alternative Tentacles wurden keine Verträge geschlossen, sondern die Bands an Einnahmen und Tantiemen beteiligt.
Die aktuelle Platte der SUBHUMANS ist die „Crisis Point“-LP von 2019 auf Pirates Press Records. Spannend wird es in der Regel jedes Jahr beim Rebellion Festival in Blackpool, England, wo mit den SUBHUMANS, CITIZEN FISH und CULTURE SHOCK alle drei Bands mit einer fast identischen Besetzung spielen.

Der Ursprung von ICONS OF FILTH war die Gründung der Band MOCK DEATH 1979 in Wales, mit Mark „Aitch“ Wilson an den Drums, Daffy an der Gitarre, Tony „Socket“ Watts am Bass und den beiden Sängerinnen Fran und Tina. Nach nur einem Jahr änderten sie ihren Bandnamen in ATOMIC FILTH um, als neben Socket, Daffy und Aitch der neue Sänger Andrew „Stig“ Sewell hinzukam. Wiederum binnen eines Jahres wurde der Bandname endgültig in ICONS OF FILTH abgeändert. Es zeichnete sich schon früh ab, dass die Texte klar und deutlich dem Spektrum des Anarcho-Punk entsprachen, da sie sich mit Themen beschäftigten wie Tierrechte, Anarchismus, Umweltschutz, Pazifismus, Vegetarismus, Veganismus, Antiglobalisierung, Feminismus und den negativen Auswirkungen von organisierter Religion. ICONS OF FILTH nutzen ihre Live-Shows oft dazu, um Geld für die entsprechenden Zwecke zu sammeln. So gingen Spenden an „Rock Against Racism“ und zur Unterstützung des britisches Bergarbeiterstreiks (1984-1985).
1982 veröffentlichten ICONS OF FILTH ihre erste Kassette mit dem Titel „Not On Her Majesty’s Service“, die die allererste Veröffentlichung auf Mortarhate Records war, dem bandeigenen Label. Es folgten drei 7“-Veröffentlichungen, „Used, Abused, Unamused“ (1983, Corpus Christi), „Brain Death“ (1984, Mortarhate) und „The Filth & The Fury“ (1985, Mortarhate). Zudem erschien im März 1984 die „Onward Christian Soldiers“-LP, die hauptsächlich dem Thema Tierrechte gewidmet war. Am 23. Oktober 2004 kam es zu einem tragischen Erlebnis für die Band. Während eines Konzerts in Hackney in London klagte Sänger Stig über ein Gefühl von Unwohlsein. Kurz darauf starb er überraschend an einem Herzinfarkt. Die Band organisierte zwei Benefizkonzerte für Stigs Kinder in London und Los Angeles und fasste dann den Entschluss, sich auf unbestimmte Zeit aufzulösen. 2014 kamen ICONS OF FILTH für zwei Auftritte in Cardiff zusammen, anlässlich des zehnten Todestags von Stig, und traten zudem in einer einmaligen Formation mit Stigs Sohn auf. Nach diesen beiden Gigs beschlossen die Mitglieder, die Band dauerhaft zu reformieren. Im Juli 2021 erschien sogar eine 10“ namens „Plight“ auf Grow Your Own Records, mit der sie den ursprünglichen Anarcho-Punk-Sound der 1980er Jahre in die Gegenwart katapultierten. Unangepasst, unbequem, aber relevant und unheimlich spannend, wie ich finde.

RUDIMENTARY PENI waren 1980 in der Londoner Anarcho-Punk-Szene entstanden. Vor allem Sänger und Gitarrist Nick Blink war für die geistreichen und makabren Texte wie auch für die klassischen Tuschezeichnungen der markanten Plattencover verantwortlich. Von Bassist Grant Matthews stammten hingegen die sozialkritischen Texte, die die Band klar und deutlich in die Anarcho-Punk-Szene einbanden. Von RUDIMENTARY PENI existieren seltsamerweise nur sehr wenige Fotos. Hervorgegangen sind RUDIMENTARY PENI aus dem Duo THE MAGITS, wo Sänger/Gitarrist Nick Blinko und Jon Greville am Schlagzeug ihre ersten Gehversuche im Bereich experimenteller elektronischer Musik unternahmen. Sie veröffentlichten 1979 die 7“ „Fully Cohorent“ und lösten sich 1980 wieder auf.
Zum Glück gründeten sie kurz danach RUDIMENTARY PENI, wobei Bassist Grant Matthews die Herkunft des Bandnamens wie folgt erläutert: „Im Biologieunterricht in der Schule wurde uns beigebracht, dass die Klitoris in der fötalen Phase einem unentwickelten Penis gleicht.“ 1981 spielten RUDIMENTARY PENI ihr erstes Konzert in Watford in Hertfordshire, allerdings stellten sich die ersten Auftritte allesamt als ziemlich enttäuschend heraus. Das führte in der Folgezeit zu einer regelrechten Abneigung gegenüber Live-Shows. Die Band war deutlich vom Punk inspiriert, entsprach dem Aussehen nach aber nie dem typischen Bild einer Punkband. Drummer Greville: „Die meisten Leute waren sichtlich enttäuscht, dass wir keine grünen Irokesenfrisuren oder Piercings hatten ... Wer sich an unserem Aussehen störte, hätte unsere Texte aber ohnehin nicht verstanden.“ RUDIMENTARY PENI nahmen 1981 ihre erste 7“ mit zwölf Tracks auf. Die Songs waren schnell und laut und so kamen sie in der englischen Punk- und Anarcho-Szene gut an, vor allem auch aufgrund des markanten Coverartworks von Nick Blinko. Am 18. September 1981 spielten RUDIMENTARY PENI ein Konzert in London zusammen mit FLUX OF PINK INDIANS und SUBHUMANS, was ihnen zum Durchbruch verhalf. Da sie auch schon früh mit den Leuten von CRASS in Kontakt standen, war es auch nicht verwunderlich, dass „Farce“, ihre zweite 7“, auf Crass Records erschien. Bis hin zu ihrem ersten Studioalbum „Death Church“ 1983 veröffentlichten sie ihre Platten in den typischen gefalteten Poster-Covern mit Zeichnungen, Songtexten und Bildern, die man auch von CRASS und anderen Anarcho-Punk-Bands kannte. Ab Mitte der 1980er Jahre trat die Band angesichts einer Krebsdiagnose des Bassisten Grant Matthews nicht mehr live auf.
1988 nahmen RUDIMENTARY PENI nach einer vierjährigen Pause die LP „Cacophony“ auf, als musikalische Ehrung des amerikanischen Autors H.P. Lovecraft, auf den Nick Blinko durch Mark Ferelli von der Deathrock-Band PART1 aufmerksam gemacht wurde. Die beiden inspirierten sich gegenseitig auch in ihren Tuschezeichnungen. Bemerkenswert ist die Langlebigkeit der Band, die in den folgenden Jahrzehnten regelmäßige neue Alben als auch EPs veröffentlichte, wie die „Pope Adrian 37th Psychristiatric“-LP (1995) oder die EPs „Echoes Of Anguish“ (1998), „The Underclass“ (2000), „Archaic“ (2004) sowie „No More Pain“ (2008). Nick Blinko ist zudem ein erfolgreicher Schriftsteller und genießt mittlerweile Kultstatus in der Outsider-Art-Szene. Von ihm erschienen die Bücher „The Primal Screamer“ (1995, Spare Change Books), „The Haunted Head“ (2009, Coptic Cat) und „Visions of Pope Adrian 37th“ (2011, Coptic Cat).

FLUX OF PINK INDIANS aus Bishop’s Storford in Hertfordshire, unweit des Londoner Stansted Flughafens gelegen, waren zwischen 1980 und 1986 aktiv. Die Besetzung bestand aus Colsk Latter am Mikro, Derek Birkett am Bass, den beiden Gitarristen Andy Smith und Neil Puncher sowie Schlagzeuger Sid Ation. Wenn man die Musik von FLUX OF PINK INDIANS aus ihrer Anfangszeit hört, dann bemerkt man direkt die große Nähe zu CRASS, daher ist es nicht überraschend, dass sie ihre Debüt-7“„Neu Smell“ 1981 auf Crass Records veröffentlichten. Der darauf enthaltene Song „Tube disaster“ wurde zu einem der ersten Indie-Hits in England. Die folgenden LPs „Strive To Survive Causing Least Suffering Possible“ (1982) und „The Fucking Cunts Treat Us Like Pricks“ erschienen dann bereits auf dem eigenen Spiderleg-Label. Die zweite LP „The Fucking Cunts Treat Us Like Pricks“ wurde allerdings aufgrund des sexuell expliziten Titels und Coverartworks von vielen britischen Plattenläden abgelehnt – oder gleich ganz verboten, Zum Beispiel wurden Kopien der LP im Eastern Bloc Records Shop durch die Greater Manchester Police beschlagnahmt. Es folgte eine Anzeige wegen Veröffentlichung obszöner Artikel mit Gewinnabsicht. Drummer Sid Ation verließ die Band, um sich fortan ausschließlich seiner anderen Band RUBELLA BALLET zu widmen, mit der er bis zur heutigen Zeit aktiv ist. Ersetzt wurde er durch David „Bambi“ Ellesmere, der 1980/81 bei DISCHARGE Schlagzeug spielte und auf der „Why?“-12“ von 1981 zu hören ist. Außerdem wurde auch noch Gitarrist Andy Smith durch Simon Middlehurst ersetzt. Beide verließen jedoch die Band nach kurzer Zeit wieder und gründeten THE INSANE. Als Nachfolger kamen Gitarrist Kev Hunter (ex-EPILEPTICS) und Drummer Martin Wilson zu FLUX OF PINK INDIANS.
1986 verkürzte die Band ihren Namen auf FLUX und veröffentlichte ihr drittes Album mit dem Titel „Uncarved Block“, ein Mix aus Protestsongs, Dub, Funk und Percussion, der deutlich anders klang als gewohnt. 1987 lösten sich FLUX endgültig auf, kamen allerdings 2007 noch einmal zusammen, um als Vorband von Ex-CRASS-Sänger Steve Ignorant bei seinem „The Feeding Of The 5000“-Gig im Londoner Shepherd’s Bush Empire aufzutreten. Das Line-up der „Strive To Survive“-Ära (Latter, Hunter und Wilson) wurde von Ex-DECADENCE WITHIN-Bassist und Buchautor Ian Glasper unterstützt. Das Reunion-Konzert wurde vom Publikum so gut angenommen, dass FLUX OF PINK INDIANS 2008 in Bradford, Dijon und London noch drei weitere Shows spielten.

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