
Nachdem ich in den vergangenen Ausgaben mehrfach über die Punk-Szene in den amerikanische Metropolen berichtete, dachte ich, es wäre Zeit, etwas detaillierter auf die US-Bands von Ende der 1970er Jahre einzugehen. Bei dem Stichwort 77er-Punk denkt man in der Regel an englische Bands wie SEX PISTOLS, THE ADVERTS, GENERATION X, THE CLASH und viele andere mehr. Aber über die ist ja schon zur Genüge berichtet worden. Doch wie sieht es mit der Szene in den USA aus, wo bereits seit Mitte der 1970er Jahre sehr gute Bands am Start waren? Ich möchte euch hier in Kurzform einige alte Bands aus den Staaten vorstellen, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass sich Punkrock in den USA weiterentwickeln konnte.
WAYNE COUNTY & THE ELECTRIC CHAIRS
Sie waren für mich eine der positivsten Neuentdeckungen aus der Frühphase des Punkrock, den ich zum großen Teil nicht mitbekommen habe, weil ich damals noch zu jung war. Wayne Countys richtiger Name war eigentlich Wayne Rogers, geboren in Dallas, Georgia (nicht Texas). Wayne ist von klein auf nicht geschlechtskonform aufgewachsen und trug bereits in der Schule Make-up.
Richtig bekannt wurden er und seine Band allerdings erst, als er nach New York zog und tief in die Schwulen- und Kunstszene eintauchte, wo er viel Zeit mit Leuten wie Andy Warhol, David Bowie, den NEW YORK DOLLS als auch im CBGB’s verbrachte. Zudem war er fester Bestandteil der frühen Punk-Szene im Max’s Kansas City, einem in New Yorker Club, der eine Art Sprungbrett für die Karrieren von vielen Bands darstellte, wie NEW YORK DOLLS, BLONDIE, CRAMPS, RAMONES, MISFITS, DICTATORS, FLESHTONES oder PATTI SMITH GROUP. Wayne County war einer der ersten Sänger, der die Geschlechterrolle mit in den Punkrock einbrachte. Zum einen durch sein Auftreten im Drag-Queen-Look und zum anderen durch die Texte seiner Songs wie „Man enough to be a woman“ und „Wonder woman“.
Seine ersten musikalischen Kontakte als DJ zu den damaligen Punkbands aus England brachte ihn dazu, eine Zeit lang nach England zu gehen, da es ihm einfacher erschien, in der dortigen bereits weit verzweigten Musikszene seinen künstlerischen Ambitionen freien Lauf zu lassen. 1978 erschien die „Blatantly Offensive“-7“ mit dem Hitsong „Fuck off!“, die Wayne Countys Ruf als Provokateur festigte und im gleichen Jahr den Weg für die Debüt-LP „Storm The Gates Of Heaven“ freimachte. 1979, als die bereits dritte LP „Things Your Mother Never Told You“ veröffentlicht war, ließ Wayne eine Geschlechtsangleichung vornehmen und nannte sich fortan Jayne County. In diesen Zeitraum fällt auch die Auflösung der ELECTRIC CHAIRS und Jayne zog 1980 nach Berlin, wo sie mit deutschen Musikern Solo-Konzerte gab und eine Hauptrolle in Rosa von Praunheims Film „Stadt der verlorenen Seelen“ übernahm. 1995 veröffentlichte sie ihre Autobiografie mit dem Titel „Man Enough to Be Woman“. Für die Schwulen- und Drag-Szene war Wayne/Jayne County immer eine Galionsfigur.
Von 1989 bis 1997 bestanden JAYNE COUNTY & THE ELECTRIC CHAIRS aus Jayne County (voc), Mark Pearson (bs), Paul Wainwright (gt) und Colin Rocks (dr). Dieses Line-up tourte während dieser Zeit sowohl in Großbritannien als auch in Europa. Seit Anfang des Jahrtausends wurden mehrere neue Songs auf verschiedenen Compilations als auch über die offizielle Website von County veröffentlicht. Eine Live-Show, die anlässlich des 53. Geburtstags von Jayne County am 14.07.2000 aufgezeichnet wurde, wurde 2002 von Fang Records auf der „Wash Me In The Blood (Of Rock & Roll) – Live At Squeeze Box“-CD veröffentlicht. Weitere Live- als auch Studio-Songs erschienen 2003 auf der „So New York“-CD auf Rat Cage Records. 2005 kam die Live-DVD „Man Enough To Be A Woman“ auf Cherry Red Films raus, die am 11. August 1996 bei dem allersten Holidays in the Sun Festival (Vorläufer des Rebellion) in Blackpool im Winter Gardens mitgeschnitten wurde. 2014 veröffentlichte Safari Records eine CD/DVD mit Aufnahmen der WDR-Sendung „Live im Rockpalast 1978“. Im Jahr 2018 debütierte Jayne County zudem mit einer Retrospektive ihrer bildenden Kunst bei Participant Inc, einer Galerie in New York City. „Paranoia Paradise“ umfasste fünf Jahrzehnte Arbeit mit Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Fotografien. Jayne Countys letzte Ausstellung war „Bastet, Goddess of Wet Dreams“ im Atlanta Contemporary Art Center im Februar 2020. Jayne Countys Autobiografie, die 1995 nur in kleiner Auflage erschienen war, wurde im Mai 2021 vom englischen Independent-Buchverlag Serpent’s Tail neu aufgelegt.
CRIME
Die aus San Francisco stammenden CRIME waren vermutlich eine der ersten richtigen DIY-Bands der US-Szene, da sie alles, was mit ihrer Musik zu tun hatte, selbst organisierten, ob es um die Konzerte ging oder ihre Singles, die sie auf dem bandeigenen Label Crime Music veröffentlichten und vertrieben. Die 1976 gegründete Band bestand aus Johnny Strike (voc, gt), Frankie Fix (voc, gt), Ron „The Ripper“ Greco (bs) und Ricky Tractor (dr), letzterer wurde 1977 von Brittley Black (Larry Black) abgelöst. Sie existierten von 1976 bis 1980 und waren notorisch dafür bekannt, in Polizeiuniformen aufzutreten. Das war dahingehend schon sehr beachtlich, dass sie diese zum Beispiel bei einem Konzert 1979 im Gefängnis San Quentin trugen. Dieser Auftritt wurde von Target Video aufgenommen und als „Live at St. Quentin Prison“ auf VHS veröffentlicht. CRIME spielten einen eher einfach strukturierten Punkrock, den sie aber sehr laut und vor allem voller Energie performten. Das hinterließ einiges an Begeisterung innerhalb der Szene.
Die drei CRIME-Singles „Hot Wire My Heart/Baby You’re So Repulsive“ von 1976 (SONIC YOUTH würdigten CRIME einst mit einem Cover von „Hot wire my heart“), „Frustration/Murder By Guitar“ von 1977 und „Maserati/Gangster Funk“ von 1980 sind richtige Punkrock-Smasher und bei Sammlern schwer begehrt. Essentiell für alle Spätgeborenen oder „Die kenne ich gar nicht, trotz meines Alters“-Leute dürfte die 2004 auf Swami Records erschienene Best-Of-Zusammenstellung „San Francisco’s Still Doomed“ sein. Wer genügend Patte im Portemonnaie hat, kann auch nach der edel aufgemachten 7“-Box vom spanischen Label Munster Records Ausschau halten, die sieben 7“s als auch eine CD enthält. Reunion-Shows sind ausgeschlossen, da Ricky Tractor bereits 1992 verstarb, Frankie Fix 1996, Brittley Black 2004 und Johnny Strike 2018. Im Januar 2010 erschien das Buch „The Band Crime: Punk ’77 Revisited“ von Autor James Stark, mit vielen frühen Fotos und Postern von CRIME bei Last Gasp Books.
THE BAGS
... gehörten mit zu den ersten Punkbands aus Los Angeles und hatten mit Alice „Bag“ Armendariz eine außergewöhnlich gute Sängerin. Zudem spielten noch Rob Ritter und Craig Bag Gitarre und Patricia Morrison Bass. Während dieser ersten Periode waren viele Schlagzeuger bei THE BAGS, wie Nicky Beat (später bei THE WEIRDOS), D. J. Bonebrake (später bei X), Don Bolles (später bei THE GERMS). Letztendlich wurde Terry Graham ihr dauerhafter Drummer. Kennengelernt hatten sich Alice und Patricia bei einem Vorspielen bei Musikproduzent Kim Fowley, der nach neuen Frauen für eine Band suchte, da sich die von ihm betreuten THE RUNAWAYS aufgelöst hatten. Alice und Patricia kamen aber zur Entscheidung, dass sie besser dran wären, wenn sie zusammen ihre eigenes Ding machen würden.
Am 10. September 1977 spielten THE BAGS ihr erstes Konzert im The Masque in Los Angeles, einem damals sehr bekannten Punkrock-Club. 1978 erschien mit „Survive“ die erste Single, die die Band schlagartig bekannt machte. So kam es auch dazu, dass THE BAGS für den Kinofilm „The Decline of Western Civilization“ von Penelope Spheeris live gefilmt wurden, wie etwa auch GERMS, CIRCLE JERKS, X und BLACK FLAG. Allerdings gab es einen schwerwiegenden Streit zwischen Alice Armendariz und der bereits ausgestiegenen Patricia Morrison über die Rechte an dem Bandnamen. Für die Veröffentlichung des Songs „Gluttony“ auf dem Filmsoundtrack im Jahr 1981 wurden THE BAGS in ALICE BAG BAND umbenannt. Doch zum Zeitpunkt des Erscheinens der Compliation hatten sich THE BAGS bereits endgültig aufgelöst.
Terry Graham und Rob Ritter spielten danach bei THE GUN CLUB, wobei Ritter später seinen Namen in Rob Graves änderte und die ein neues Genre definierende Deathrock-Band 45 GRAVE gründete. Patricia Morrison war später bei solch illustren Bands wie LEGAL WEAPON, GUN CLUB, SISTERS OF MERCY und THE DAMNED. Erwähnenswert dürfte hier vielleicht sein, dass Morrison seit 1996 mit THE DAMNED-Sänger Dave Vanian verheiratet ist. Rob Ritter starb 1991 an einer Überdosis Heroin. Craig Bag spielte in den frühen 1980er Jahren bei CATHOLIC DISCIPLINE und starb 1991 an den Folgen von AIDS. Durch den Tod der zwei ehemaligen Bandmitglieder wird es wie auch bei CRIME keine Reunion geben und Alice Bag spielt ebenfalls keine Songs ihrer alten Band mehr live. 2007 erschien auf Artifix Records die Diskografie-CD „All Bagged Up: The Collected Works 1977-1980“.
Sängerin Alice Bag gilt rückblickend als eine Ikone der Chicano-Kultur innerhalb der kalifornischen Punk-Szene. Nach dem Ende der BAGS arbeitete sie drei Jahrzehnte lang als Lehrerin für Englisch und Spanisch. Ihre Memoiren, die als „feministische Chicana-Erzählung von Widerstand, kritischem Bewusstsein und sozialem Wandel“ beschrieben werden, verstärkten diese Wahrnehmung. Während THE BAGS musikalisch als frühe Vertreter von Hardcore-Punk gelten, spielte Alice Bag mit ihren späteren Gruppen wie LAS TRES und STAY AT HOME BOMB sowohl Folk als auch Pop-Punk. Mit THE BAGS verarbeitete sie vor allem Wut und Frustration, die sich seit ihrer Kindheit bei ihr aufgestaut hatten. Die aggressiven Bühnenauftritte bezeichnete sie in ihren Memoiren als eine Form von „Exorzismus“. Textlich befasste sich Alice Bag mit der Verteilung der Geschlechterrollen, dem Bild von Weiblichkeit in der Gesellschaft und thematisierte zudem häusliche Gewalt.
2019 erschien auf Get Better Records der grandiose ALICE BAG BAND-Weihnachtssong „No gifts for Nazis“ auf einer 7“-Flexi. Alice Bag ist zudem Autorin der von der Kritik gefeierten Bücher „Violence Girl“ und „Pipe Bomb For the Soul“. Ihr selbstbetiteltes Solo-Debüt aus dem Jahr 2016 wurde von AllMusic zu einem der besten Alben des Jahres 2016 gekürt. Den Nachfolger „Blueprint“ bezeichnete die Los Angeles Times als eines der besten Alben des Jahres 2018. Alice Bags drittes Album „Sister Dynamite“ wurde im April 2020 auf In The Red Records und damit auf dem Höhepunkt der Covid-19-Pandemie veröffentlicht. Alice hat sich kürzlich mit Kid Congo Powers (THE GUN CLUB, THE CRAMPS, NICK CAVE & THE BAD SEEDS) zu einem Duo mit dem Namen JUANITA & JUAN zusammengetan. Die beiden kennen sich seit 1977, ihre Musik ist ein Mix aus lauter Lounge Music und Folk-Punk. Im April 2025 erschien das Debütalbum „Jungle Cruise“ auf In The Red.
PLASMATICS
Eine weitere Band, die mich bereits seit Ende der 1970er Jahre begeisterte, waren die PLASMATICS. Gegründet wurden sie von Rod Swenson, einem Absolventen der Elite-Universität Yale, der auf konzeptuelle Performance und Neo-Dadaistische Kunst spezialisiert und der Meinung war, dass der wahre Wert großer Kunst davon abhängt, wie konfrontativ sie als solche ist. Und mit der charismatischen Sängerin Wendy O.Williams (das O. steht für Orlean) hatte er auf jeden Fall das richtige Maß an Konfrontation, Provokation und Sex für seine Band gefunden. 1977 fingen sie gemeinsam an zu proben und im Juli 1978 spielten sie ihr erstes Konzert im CBGB’s in New York. In der Folgezeit avancierten PLASMATICS zu Lieblingen der NYC-Szene. Ihren musikalischen Stil kann man durchaus als sehr krass bezeichnen, da sie bereits Anleihen aus dem Heavy Metal und dem Hardcore-Punk verwendeten. Der Song „Butcher baby“ von der gleichnamigen Single bescherte der Band 1978 weltweiten Bekanntheitsstatus, da er auf vielen internationalen Punk-Samplern erschien.
Bis Ende der 1970er Jahre veröffentlichten die PLASMATICS mit „Dream Lover“ und „Meet The Plasmatics“ zwei weitere starke Singles, in den 1980er Jahren folgten dann mehrere Alben. Dadurch dass Wendy O.Williams bei Konzerten oder im Fernsehen meist barbusig auftrat, nur mit Klebestreifen über den Brustwarzen, galt sie als das Enfant Terrible der Provo-Punk-Szene. Ihre Live-Performances taten ein Übriges: Wendy O. Williams tobte über die Bühne, TV-Geräte wurden zerhackt oder gesprengt, Polizeiautos wurden auf die Bühne gekarrt und in die Luft gejagt oder – wenn der Platz es zuließ – von Wendy O. Williams persönlich mit Vollgas gegen die Wand gefahren. Mehrfach wurde sie in den USA wegen „obszönem Verhaltens“ bei Konzerten von der Polizei festgenommen. Ihre Version von „Stand by your man“ (im Original von Country Sängerin Dolly Parton) im Duett mit Lemmy Kilmister von MOTÖRHEAD aus dem Jahr 1982 brachte ihr auch in der Metal-Szene hohes Ansehen ein.
Nach der vorläufigen Bandauflösung 1983 machte Wendy O. Williams solo weiter. Nachdem ihre Debüt-LP „Wow“ 1984 erschien, wurde sie 1985, während des Höhepunkts ihrer Popularität, für einen Grammy Award für die beste weibliche Rock-Vocal-Performance nominiert. Ihre Solo-Karriere war allerdings durch ein ständiges Auf und Ab geprägt. 1986 erschien die „Kommander Of Kaos“-LP und 1987 mit neuen Musikern unter dem alten Namen PLASMATICS noch die „Maggots: The Record“-LP, bevor sie aus der Musikbranche ausschied. Für PLASMATICS war es das endgültige Ende und sie lösten sich final auf. Danach wurde es still um Wendy O. Williams. In dieser Zeit litt sie unter schweren Depressionen und es gab 1993 und 1997 zwei gescheiterte Selbstmordversuche. Am 6. April 1998 erschoss sich Wendy O. Williams im Alter von 48 Jahren in der Nähe ihres Hauses in Storrs, Connecticut.
DEAD BOYS
... waren eine Band aus dem Umfeld des New Yorker CBGB’s und spielten einen für ihre Zeit harten Punkrock. Gegründet wurde die Band im Jahr 1975, wobei alle Mitglieder ursprünglich aus Cleveland, Ohio stammten. Gitarrist Cheetah Chrome (bürgerlich Eugene O’Connor) und Schlagzeuger Johnny Blitz (John Madansky) waren zuvor bei ROCKET FROM THE TOMBS, die sich 1975 auflösten. Zu den beiden gesellte sich Sänger Stiv Bators (Steven John Bator), der bis heute eine bekannte Persönlichkeit innerhalb der Punkrock-Szene ist, nicht zuletzt auch wegen seiner späteren Band LORDS OF THE NEW CHURCH. Zu den musikalischen Einflüssen der DEAD BOYS zählten damals ALICE COOPER, STOOGES und die NEW YORK DOLLS. Ihr Debütalbum „Young, Loud And Snotty“ von 1977 verhalf ihnen innerhalb kurzer Zeit zu einer USA-Tour gemeinsam mit Iggy Pop als auch zu einer Englandtour zusammen mit THE DAMNED. Im gleichen Jahr erschien die Single „Sonic Reducer“, der Titelsong (bereits zu ROCKET FROM THE TOMBS-Zeiten entstanden) ist ein Punkrock-Klassiker und wurde von etlichen anderen Punkbands gecovert.
Anfang 1978 wurde das zweite DEAD BOYS-Album „We Have Come For Your Children“ in Miami aufgenommen und im selben Jahr veröffentlicht. Kurz nach der Rückkehr aus Miami gerieten Johnny Blitz und einige seiner Freunde in eine Auseinandersetzung auf der Second Avenue in Manhattan. Dabei kam es zu einer Schlägerei zwischen Johnny Blitz und einem BLONDIE-Roadie, bei der Blitz schwer verletzt wurde und monatelang im Krankenhaus behandelt werden musste. Um die Behandlungskosten zu begleichen, gab es an vier Tagen Benefiz-Konzerte im CBGB’s mit insgesamt 30 Bands unter dem Titel „Blitz Benefit“, wo BLONDIE, RAMONES oder auch die Drag Queen Divine auftraten. Beim DEAD BOYS-Auftritt teilten sich zudem Jerry Nolan von JOHNNY THUNDERS & THE HEARTBREAKERS und der 1982 mit nur 33 Jahren verstorbene Schauspieler und BLUES BROTHERS-Sänger John Belushi das Drumkit des verletzten Johnny Blitz.
1979 war ein schwarzes Jahr für die DEAD BOYS, weil Seymour Stein, Besitzer der Plattenfirma Sire, für sich entschieden hatte, dass Punkrock tot sei. Das Label drängte die DEAD BOYS daraufhin dazu, ihr Aussehen und ihren Sound zu ändern, um mehr den US-Mainstream anzusprechen. Das trug dazu bei, dass die DEAD BOYS 1979 auseinanderbrachen. Seymour Stein wies sogar die Radio-DJs an, dass sie im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen auf Sire Records nur noch von „New Wave“ reden sollten, nicht mehr von „Punkrock“. In diesen Zeitraum fiel der Drogen-Crash von Gitarrist Cheetah Chrome. Hilly Kristal, Besitzer des CBGB’s, trug dafür Sorge, dass Cheetah Chrome für eine Entziehungskur in einer Suchtklinik aufgenommen wurde. Dies bedeutete das Ende der DEAD BOYS. Stiv Bators verfolgte in den Jahren darauf seine Solo-Karriere, wobei seine Live-Auftritten immer viel mit Selbstzerstörung zu tun hatten. Am 3. Juni 1990 starb Stiv Bators in Paris, nachdem er von einem Auto angefahren worden war.
Im September 2017 kamen Johnny Blitz und Cheetah Chrome mit den DEAD BOYS im Rahmen einer Tour zum 40. Jahrestag der Veröffentlichung der ersten LP zusammen. Zu diesem Anlass hatten sie ihr Debütalbum noch einmal neu eingespielt. Das neue Line-up umfasste Jake Hout als Sänger (bis Ende 2024) sowie den Gitarristen Jason „Ginchy“ Kottwitz und Bassist Ricky Rat. 2019 als auch 2024 mussten bereits ausgereifte Tourpläne für Europa und England leider aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden. DEAD BOYS sind bis heute aktiv und gerieten zuletzt durch den etwas seltsamen Versuch ins Gerede, mit KI-generierten Vocals zu arbeiten.
THE DICTATORS
Die 1972 in New York gegründeten THE DICTATORS zählen aufgrund ihrer lauten und schnell gespielten Songs gemeinsam mit Bands wie MC5, NEW YORK DOLLS und den STOOGES zu den Wegbereitern des Punkrock in den USA. Gründungsmitglieder waren Andy „Adny“ Shernoff, Bassist und wichtigster Songwriter der Band, und Gitarrist Ross „The Boss“ Friedman, der zuvor in einer lokalen Band namens TOTAL CUDD gespielt hatte. Sie luden außerdem Scott „Top Ten“ Kempner ein, als zweiter Gitarrist einzusteigen. Das Trio zog in ein Haus im ländlichen Kerhonkson, New York, wo sie mit wechselnden Schlagzeugern probten. Ihre Musik war einfacher, lauter und schneller Rock’n’Roll, kombiniert mit Texten über die typisch amerikanische Alltagskultur, wie stundenlanges TV-Glotzen, Autos, Fastfood, Bier und Wrestling. Als Roadie fungierte Richard Blum, der den meisten wohl unter seinem Künstlernamen „Handsome“ Dick Manitoba bekannt ist. Sein offizielles Bühnendebüt als Sänger der DICTATORS gab er 1975 in der Spinach Factory in Sheepshead Bay, Brooklyn.
In dem Jahr brachten die DICTATORS auch ihr Debütalbum „Go Girl Crazy!“ auf dem Majorlabel Epic Records raus. Für das Cover posierte Manitoba zwar breit grinsend als Muskelmann, dennoch wurde er als „Secret Weapon“ gelistet. Denn obwohl er auf dieser LP sowohl als Lead-Sänger zu hören ist und auch etwas Hintergrundgesang beisteuerte, galt er bandintern immer noch als „Maskottchen“. Leider war „Go Girl Crazy!“ kommerziell eine Enttäuschung, für viele Musikkritiker ist es trotzdem eines der wichtigsten Alben dieser Periode. Frustriert von den schlechten Verkaufszahlen brach die Band Ende 1975 für einige Monate auseinander, kam aber Anfang 1976 wieder zusammen. Allerdings ohne Bandgründer Andy „Adny“ Shernoff, der sogleich durch Mark „The Animal“ Mendoza am Bass ersetzt wurde, ebenso stieß mit Ritchie Teeter ein neuer Drummer zur Band. Nach einigen Monaten ließ sich Shernoff dann überreden, als Keyboarder zu den DICTATORS zurückzukehren. Dieses Line-up sicherte der Band bald einen Vertrag mit Asylum Records, dem von David Geffen gegründeten Ableger von Warner Music. Wobei Lästerzungen meinen, dass die DICTATORS wohl eher aufgrund ihres Rufs gesignt wurden, weil es eine schlagzeilenträchtige Schlägerei zwischen „Handsome“ Dick Manitoba und Jayne County gegeben hatte.
1977 erschien die „Search & Destroy“-7“, die ebenfalls zu den absoluten Highlights des frühen amerikanischen Punkrock zählt. Kurz darauf nahmen DICTATORS die LP „Manifest Destiny“ auf. Manitoba, der auf dieser LP auch offiziell als Sänger aufgeführt wurde, war in der Nachbetrachtung von dieser LP nur wenig angetan, ihn störte der kommerzielle Sound, den er als „null Punk“ und „überproduziert“ beschrieb, zudem spiegelte er für ihn nicht das wider, was er als das Ethos der DICTATORS ansah.
1978 nahmen die DICTATORS ihre dritte und bis heute beliebteste LP „Bloodbrothers“ auf. Hier sang Manitoba erstmalig sämtliche enthaltenen Songs. Außerdem ist Bruce Springsteen, ein Fan der Band, hier zu hören, wie er den Opener „Faster and louder“ einzählt. Die Szene liebte diese LP, allerdings war auch sie kommerziell wenig erfolgreich, so dass sich die Band 1979 endgültig auflöste. Erst kurz vor der Trennung hatte Schlagzeuger Mel Anderson TWISTED SISTER verlassen und sich den DICTATORS angeschlossen, um Ritchie Teeter zu ersetzen. In den Folgejahren kamen die Mitglieder immer wieder für einzelne Konzerte zusammen, bei einer solchen Gelegenheit entstand 2005 das Live-Album „¡Viva Dictators!“.
2012 gründete Manitoba mit zwei weiteren ehemaligen Mitgliedern, J.P. „Thunderbolt“ Patterson und Ross „The Boss“ Friedman, die Band MANITOBA. 2013 änderten sie ihren Namen in THE DICTATORS, aber aufgrund einer juristischen Auseinandersetzung mit anderen Ex-Mitgliedern über die Rechte an dem Bandnamens mussten sie ihn in THE DICTATORS NYC abändern, um mögliche Verwechslungen auszuschließen. Sie veröffentlichten 2015 eine 7“ unter diesem Namen, bevor sie im Juli 2017 auf ihrer Website ankündigten, dass sie künftig „wegen weiterer rechtlicher Drohungen von Ex-Bandkollegen Andy Shernoff und Scott Kempner“ wieder als MANITOBA auftreten würden.
2020 gab Shernoff bekannt, dass sich die DICTATORS offiziell wieder reformieren, um neues Material aufzunehmen und live zu spielen, und zwar in der Besetzung Andy „Adny“ Shernoff (voc, bs) Ross „The Boss“ Friedman (gt), Scott „Top Ten“ Kempner (gt) und Albert Bouchard (dr; ex-BLUE ÖYSTER CULT). Im April 2021 musste Scott Kempner die Band aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Im Oktober 2023 gaben sie bekannt, dass Keith Roth als neuer Sänger und Gitarrist einsteigen würde. Die DICTATORS veröffentlichten im September 2024 schließlich ein selbstbetiteltes Album, ihr insgesamt sechstes und bislang letztes.
Weiteres Wissenswertes über die Bandmitglieder: Manitoba wurde 2005 Sänger der reformierten MC5, bis 2012 deren Bassist Michael Davis starb und die Band sich wieder auflöste. Drummer Richard Teeter starb am 10. April 2012 im Alter von 61 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Gitarrist Scott Kemper starb am 29.11.23 an Komplikationen seiner Demenzerkrankung im Alter von 69 Jahren. Drummer Stu Boy King starb 2018 im Alter von 64 Jahren. Shernoff begleitete 1989/90 im Studio als auch auf Tour die THE FLESHTONES aus Queens, NY. Zudem schrieb er Songs für die RAMONES und nahm mit ihnen auf, wurde ein erfolgreicher Plattenproduzent und arbeitete zudem als Wein-Sommelier. Gitarrist Ross Friedman spielte bei MANOWAR und ist auf deren ersten sechs LPs von 1982 bis 1988 zu hören. MANOWAR-Bassist Joey DeMaio hatte Ross Friedman 1980 auf der „Heaven & Hell“-Tour von BLACK SABBATH getroffen, wo der als Bass-Tech- und Feuerwerks-Manager arbeitete. Friedman spielte zudem 1979/80 als Gitarrist bei SHAKIN’ STREET.
THE HEARTBREAKERS
Eine weitere Band aus New York waren THE HEARTBREAKERS, die im Mai 1975 von Gitarrist Johnny Thunders und Schlagzeuger Jerry Nolan gegründet wurden. Beide hatten zuvor die NEW YORK DOLLS verlassen, weil sie mit deren neuem Manager Malcolm McLaren (SEX PISTOLS) nicht einverstanden waren.
Zufälligerweise hatte Richard Hell (voc, bs) 1975 gerade seine damalige Band TELEVISION verlassen (zwei Jahre vor deren Debütalbum „Marquee Moon“), daher schlugen Johnny Thunders und Jerry Nolan ihm vor, sich ihrer neuen Band anzuschließen, und er stimmte zu. Hell sagte dazu später: „Ich hatte die Nase voll von TELEVISION, weil alles so prätentiös wirkte ... Also dachte ich, das ist ein perfekter Vorschlag – wir werden eine wirklich richtig gute Rock’n’Roll-Band, die mit interessanten Themen aufwarten kann.“ Ihr erster gemeinsamer Auftritt war am 30. Mai 1975 im Coventry, einem Rockclub in Queens. Das Trio sprach mehrere Kandidaten als zweiten Gitarristen an, so stieß bald Walter Lure zur Band, zuvor bei der New Yorker Glam-Punk-Band THE DEMONS. Er spielte seine erste Show mit den HEARTBREAKERS am 4. Juli 1975 im CBGB’s. Die Band wurde schnell zu einer der beliebtesten und bekanntesten Underground-Bands in New York City. Sie gaben Headliner-Shows im CBGB’s, im Mother’s, einem Club über dem Chelsea Hotel, und im Max’s Kansas City. In den frühen Tagen der Band wechselte sich die Mitglieder beim Gesang ab.
Obwohl HEARTBREAKERS zunächst das Songwriting und Singen zu gleichen Teilen übernommen hatten, versuchte Richard Hell der Band zunehmend seinen Willen aufzuzwingen. Bei einer Probe Anfang 1976 stellte Richard Hell den anderen ein Ultimatum – er wollte nun die meisten Songs im Set singen, wobei Johnny Thunders’ Anteil auf ein oder zwei Songs pro Set reduziert werden sollte. Daraufhin verließ Johnny Thunders den Proberaum einfach, und Jerry Nolan und Walter Lure folgten ihm. Weil die drei nun gegen ihn waren, trennte sich Richard Hell von den HEARTBREAKERS. Seine letzte Show war am 14. Mai 1976 im Rathskeller in Boston. Nachdem die HEARTBREAKERS mehrere Bassisten getestet hatten, entschieden sie sich für den Bostoner Billy Rath. Richard Hell gründete daraufhin seine eigene Band, RICHARD HELL & THE VOIDOIDS.
Dieser Wechsel von Hell zu Rath am Bass verfestigte den HEARTBREAKERS-Sound, der im Rock und Rhythm’n’Blues der 1950er Jahre verwurzelt war, allerdings mit der Energie, der Lautstärke und der Attitüde des Punkrock. Billy Rath war zudem der bessere Bassist im Vergleich zu Richard Hell, so dass er zusammen mit Jerry Nolan eine beeindruckende Rhythmusgruppe bildete. Zudem war er auch damit zufrieden, eine Nebenrolle in der Band zu spielen, ohne das Rampenlicht zu suchen. Jetzt betonten die HEARTBREAKERS auch bewusst ihr New Yorker Streetgang-Image und gaben den Glamrock-Look auf. Die ersten Gigs in der neuen Besetzung fanden am 23. und 24. Juli 1976 in Max’s Kansas City statt und erhielten begeisterte Kritiken. Die Band spielte den ganzen Sommer und Herbst 1976 regelmäßig in New York City als auch mehrere Shows im September in Boston. Trotz aller Bemühungen und einem Ruf als Top-Live-Act kam kein Plattenvertrag zustande. Diese Situation war zunehmend frustrierend für die Bandmitglieder. Die Verträge, die ihnen angeboten werden, waren nur lächerliche Abzocker-Deals, von denen die Band nie und nimmer hätte leben können. Und das obwohl die Band regelmäßig vor ausverkauften Clubs auftraten. Johnny Thunders, Jerry Nolan und Walter Lure waren heroinabhängig, während Billy Rath Methamphetamin bevorzugte, so dass das Geld immer knapp war.
Die SEX PISTOS luden die HEARTBREAKERS dann 1977 ein, sie auf der „Anarchy“-Tour in England als Vorband zu begleiten. Zu der Zeit hatte die britische Punk-Szene bereits erheblich an Dynamik gewonnen. Die HEARTBREAKERS gewannen schnell eine große Anhängerschaft in und um London, obwohl einige Shows auf der Tour abgesagt wurden. Die HEARTBREAKERS bliesen live alles weg, denn sie waren musikalisch einfach erfahrener. Die Band blieb nach dem Abschluss der Tour in London, um weitere Gigs zu spielen und um einen Plattenvertrag zu bekommen. Ausverkaufte Konzerte in den Londoner Clubs Dingwalls und Roxy etablierten die HEARTBREAKERS als eine der Top-Gruppen in der aufstrebenden Punk-Szene. 1977 unterzeichneten sie einen Vertrag mit Track Records, der für die Band einen erheblichen Fortschritt bedeutete und den Startschuss gab für die Arbeit an ihrem Debütalbum „L.A.M.F.“ (New Yorker Gang-Slang für „Like A Mother Fucker“).
Zu diesem Zeitpunkt geriet allerdings die Suchtproblematik der Bandmitglieder außer Kontrolle, obwohl sie im britischen Methadon-Programm eingeschrieben waren. Jerry Nolan räumte später ein, dass alles, was sie taten, sich um Drogen drehte. Die Sessions für das neue Album entgleisten durch den Drogenkonsum – sowohl bei den Bandmitgliedern als auch bei Produzent Speedy Keen –, was zu unzähligen Aufnahme- und Mixversuchen in verschiedenen Studios führte. Die erste Veröffentlichung war die Single „Chinese Rocks/Born To Lose“, die im Mai 1977 erschien, zwei absolute Über-Hits, die in späteren Jahren von allen möglichen Punkbands gecovert wurden. Die 7“ verkaufte sich sehr gut, obwohl der schlechte Sound kritisiert wurde. Die Bandmitglieder versuchten den ganzen Sommer 1977 über, das Album in verschiedenen Londoner Studios neu abzumischen, aber die Probleme blieben bestehen. Im Studio konnte die Band die Kraft ihrer Live-Shows nicht einfangen – die Aufnahmen klangen matschig und leblos, vor allem Nolans Drums. Track Records bestand auf eine Veröffentlichung der LP trotz des schlechten Klangs, vor allem im Vergleich zum ausgezeichneten Sound der im selben Jahr veröffentlichten Alben von THE CLASH und SEX PISTOLS. Trotzdem erhielt die LP von der Presse und den Fans begeisterte Kritiken. Nolan verließ im Streit mit Track Records die Band. Bei einer UK-Tour übernahm vorübergehend Paul Cook von den SEX PISTOLS das Schlagzeug, verließ die Band aber bereits während der laufenden Tour wieder. Die HEARTBREAKERS kehrten schließlich nach New York zurück, standen aber wieder ohne Plattenlabel da, denn Track Records hatte Konkurs angemeldet. Anfang 1978 lösten sich die HEARTBREAKERS auf – vorerst. Schon bald kam es zu einer Reunion, woraufhin die HEARTBREAKERS in den Jahren 1979 und 1980 wieder regelmäßig in New York spielten. Allerdings gab es keinen Versuch, neue Songs zu schreiben oder neues Material aufzunehmen – die Gigs sollten den Mitgliedern helfen, finanziell den Kopf über Wasser zu halten, damit sie ihre Miete und ihre Sucht finanzieren konnten.
Johnny Thunders starb im April 1991 in einem Hotelzimmer in New Orleans. Es gab Kontroversen um die Ursache seines Todes, da die Konzentration des Methadons in Thunders’ Körper möglicherweise keine tödliche Dosis darstellte. Eine Autopsie offenbarte Hinweise auf eine fortgeschrittene Leukämie. Im Juni 1991 fand ein Gedenkkonzert für Johnny Thunders’ Familie statt, bei dem Walter Lure, Jerry Nolan, Coiro und Joey Pinter eine Reihe von HEARTBREAKERS-Songs spielten.
Jerry Nolan starb 1992 nach einem Schlaganfall, den er im Krankenhaus erlitt, während er wegen einer Meningitis und Lungenentzündung behandelt wurde. Bei ihm war einige Jahre zuvor auch HIV diagnostiziert worden. Walter Lure machte Karriere als Börsenmakler an der Wall Street. Er blieb der Musikwelt mit seiner Band WALDOS erhalten, die regelmäßig in New York City spielte und auch ein- oder zweimal im Jahr internationale Tourneen durchführte. Bei ihm wurde im Juli 2020 Leber- und Lungenkrebs diagnostiziert, der sich schnell ausbreitete. Er starb am 21. August 2020 im Alter von 71 Jahren.
Billy Rath verschwand aus der Musikszene, nachdem er die Band 1980 verlassen hatte. Er machte eine Entziehungskur und unternahm weitere Reha-Maßnahmen, um sich von den Auswirkungen des anhaltenden Alkohol-und Drogenmissbrauchs zu erholen. Rath studierte und machte einen Abschluss in Psychologie und Theologie. Er arbeitete als Berater für Drogenkonsumstörungen. Nachdem man ihn im September 2010 zu einem Reunion-Auftritt des Max’s Kansas City überreden konnte, kehrte er wieder in die Musikwelt zurück und spielte kurzzeitig in einer neuen Band, den STREET PIRATES. Er starb am 16. August 2014 im Alter von 66 Jahren an Kehlkopfkrebs. In den vergangenen Jahrzehnten erschien eine Vielzahl von Aufnahmen der HEARTBREAKERS als Rereleases.
THE GERMS
Sie sind vielleicht unter den hier in diesem Artikel erwähnten Bands diejenige, die am ehesten etwas mit unserer heutigen Vorstellung von Punk zu tun hat, denn THE GERMS pflegten sowohl den harten Punkrock-Sound als auch einen heftigen Lebensstil. Die Band wurde im April 1977 von Darby Crash (Jan Paul Beahm), Pat Smear (Georg Ruthenberg), Lorna Doom (Teresa Ryan) und Dottie Danger (Belinda Carlisle) in Los Angeles gegründet. Belinda Carlisle spielte Drums, musste die GERMS aber aufgrund einer schweren Erkrankung nach nur wenigen Monate wieder verlassen. Sie wurde später Sängerin bei den GO-GO’S und anschließend eine bekannte Solokünstlerin. Mit „Heaven is a place on earth“ landete sie 1987 einen internationalen Hit. Endgültiger THE GERMS-Drummer wurde stattdessen Don Bolles (Jimmy Michael Giorsetti). Der erste Live-Auftritt der GERMS fand im Orpheum Theater statt, einem Veranstaltungsort mit 99 Sitzplätzen am Sunset Strip in West-Hollywood.
Die erste Single „Forming“ wurde auf einem Sony-Two-Reel-Recorder in Pat Smears Garage aufgenommen und kam aus dem Presswerk mit einem Aufdruck auf dem Cover zurück, der warnte „Diese Platte kann Ohrenkrebs verursachen“, natürlich sehr zum Unmut der Band. Von den 1.000 Kopien der Erstpressung auf What?Records im Juli 1977 waren 800 mit diesem Aufdruck versehen, woraufhin Gerüchten zufolge diese 800 Singles von einer Klippe ins Meer geworfen wurden. Die restlichen 200 Stück der Erstpressung gingen dann in den Vertrieb. Diese 7“ enthielt auf der A-Seite eine ziemlich bescheidene Aufnahme des Songs „Forming“, während auf der B-Seite eine sehr schlechte Live-Aufnahme von „Sexboy“ zu hören ist, die im Roxy Club ursprünglich für den Cheech & Chong-Film „Viel Rauch um nichts“ aufgenommen worden war. Der Song war qualitativ so schlecht, dass er weder im Film verwendet wurde noch wurden die GERMS als Band überhaupt erwähnt.
1978 folgte die zweite Single „Lexicon Devil“ mit drei guten Studiosongs, die in der L.A.-Punk-Szene schlagartig erfolgreich war, woraufhin THE GERMS 1978 einen Plattenvertrag bei Slash Records unterschrieben. Im Dezember 1979 veröffentlichten THE GERMS ihr Debütalbum „(GI)“, das zu einem Meilenstein des US-Punk wurde. Im Laufe ihrer Karriere bekamen THE GERMS den Ruf, eine sehr chaotische Live-Band zu sein. Darby Crash kam oft mit Drogen zugedröhnt auf die Bühne, sang überall außer ins Mikrofon hinein und verspottete das Publikum zwischen den Liedern. Aber dennoch lieferte er intensive und zunehmend auch gute musikalische Performances. Die anderen Bandmitglieder waren regelrecht stolz auf ähnliche Probleme, wobei viele Konzertkritiken von damals über Zusammenbrüche und Kotzen auf der Bühne berichteten. Die Fans betrachteten dies als Teil der Show und in der Tat befeuerten die THE GERMS dies mit ihrem schrägen Verhalten bei Konzerten, etwa wenn sie Flaschen zerbrachen, sich in den Scherben wälzten und reichlich Blut floss.
THE GERMS waren durch „(G.I.)“ zu einem Weltklasse-Punkrock-Ensemble geworden und Darby Crash wurde trotz seines unberechenbaren Verhaltens allgemein als brillanter Texter gelobt. Das Album gilt als eine der ersten Hardcore-Punk-Veröffentlichungen und genießt Legendenstatus. Produziert wurde es von Joan Jett von den RUNAWAYS.
Am 7. Dezember 1980 starb Darby Crash im Alter von nur 22 Jahren an einer Heroin-Überdosis. Außerhalb der Welt der GERMS-Fans wurde die Nachricht von Crashs Tod weitgehend vom Mord an John Lennon am folgenden Tag überschattet. Posthum waren THE GERMS 1981 noch in Penelope Spheeris’ Kultfilm „The Decline of Western Civilization“ zusammen mit X, BLACK FLAG, FEAR, CIRCLE JERKS, ALICE BAG BAND und CATHOLIC DISCIPLINE zu sehen.
Drummer Don Bolles war später in mehreren anderen Bands aus L.A., darunter NERVOUS GENDER, 45 GRAVE, CELEBRITY SKIN und ARIEL PINK. Gitarrist Pat Smear spielte bei NIRVANA und den FOO FIGHTERS. Im Jahr 2005 erschien der Film „What We Do is Secret“, der die Geschichte der Band behandelt. Schauspieler Shane West verkörperte den verstorbenen Darby Crash so überzeugend, dass Pat Smear ihm anbot, der Band auch im wirklichen Leben beizutreten, was von Shane West angenommen wurde. Daraufhin gaben THE GERMS regelmäßig Konzerte und waren unter anderem 2006 und 2008 im Line-up der Warped Tour vertreten. Zudem waren THE GERMS in der neuen Besetzung auch in Europa auf Tour, wo sie in Deutschland von HAMMERHEAD begleitet wurden. 2013 lösten sich THE GERMS wieder auf. Am 16. Januar 2019 starb THE GERMS-Bassistin Lorna Doom im Alter von 61 Jahren an Brustkrebs.
BLONDIE
Die Band wurde 1974 als ANGEL AND THE SNAKE gegründet, bevor Debbie Harry sie in BLONDIE umbenannte. Ihre erste Single „X-Offender“ erschien 1976 und blieb noch weitgehend erfolglos. BLONDIE gehörten zum engsten Kreis der Punk-Szene um das New Yorker CBGB’s, wo sie enge Freundschaften mit Leuten von den RAMONES und NEW YORK DOLLS unterhielten. Musikalisch spielten BLONDIE zwar nie besonders schnelle Songs, dennoch galten sie innerhalb der damaligen Szene aufgrund ihres Aussehens und Verhaltens als Punkband. Damals gab es noch keine rigide Definition, die bestimmte, was Punk ist und was nicht. BLONDIE zählen letztlich zu den Pionieren der US New Wave-Szene, doch die ersten beiden LPs enthielten durchaus noch starke Punk-Elemente. Und selbst als BLONDIE in Großbritannien und Australien bereits erfolgreich waren, galten sie in den USA noch als Underground-Band.
Der kommerzielle Durchbruch gelang der Band 1978 mit einer Coverversion des RANDY AND THE RAINBOWS-Songs „Denis“, der in Großbritannien Platz 2 der Single-Charts erreichte. 1978 folgte mit ihrem dritten Album „Parallel Lines“ auch der große internationale Erfolg. Es stieg in zahlreichen Ländern in die Charts ein, ebenso die ausgekoppelten Singles „Picture this“, „One way or another“ und „Sunday girl“. Der Song „Heart of glass“ wurde 1979 ein Nummer-1-Hit in den USA, Großbritannien und Deutschland. 2006 wurde die Band in die „Rock and Roll Hall of Fame“ in den USA aufgenommen. BLONDIE haben weltweit über 40 Millionen Platten verkauft und treten weiterhin auf. Das elfte und bislang letzte Studioalbum der Band, „Pollinator“, wurde am 5. Mai 2017 veröffentlicht.
THE RUNAWAYS
... waren eine Frauen-Rockband, die von 1975 bis 1979 Punk- und Hardrock spielte. Vor allem Gitarristin Joan Jett ist bis heute mit ihrer Band BLACKHEARTS erfolgreich im Musikgeschäft unterwegs. Sie produzierte zum Beispiel auch die Platten von den GERMS und später vielen anderen Punkbands. Die damalige Musikpresse war bei den RUNAWAYS vor allem daran interessiert, dass die fünf Frauen bei ihren Live-Auftritten meist Leder und Reizwäsche trugen, wozu sie allerdings von ihrem Management (knebel-)vertraglich zwecks angeblicher Imageverbesserung genötigt wurden. Die Gründungsmitglieder Joan Jett (gt) und Sandy West (dr) arbeiteten damals eng mit der Songwriterin Kari Krome zusammen. Das dritte Gründungsmitglied war Michael „Micki“ Steele (bürgerlich Susan Thomas), die die RUNAWAYS jedoch nach nur einem halben Jahr verließ und später bei den BANGLES spielte. Komplettiert wurde die Band durch Sängerin Cherie Currie, Lita Ford an der Gitarre und Bassistin Laurie McAllister. Sie wollten eine reine Girlband gründen, was durch Vermittlung von Kim Fowley, ihrem Manager, dann auch gelang.
Die RUNAWAYS fanden in den USA nur mäßige Aufmerksamkeit, was zum Teil an dem Image lag, das Fowley für die Band kreiert hatte. Junge Frauen, die Sex, Alkohol und das Leben auf der Straße besangen, wurden damals in den prüden USA nur selten im Radio gespielt. Im Gegensatz dazu waren die RUNAWAYS aber in Japan sehr erfolgreich, wo sie ausverkaufte Konzerte gaben und mit ihrem Lied „Cherry bomb“ zeitweise die Charts anführten. Aus der Japantour ging das Album „Live In Japan“ hervor. 1978 veröffentlichte die Band dann ihr letztes Album, „And Now ... The Runaways“, das ursprünglich nur in Europa und Japan erschien. 1979 lösten sich die RUNAWAYS schließlich endgültig auf.
Sandy West machte mit der SANDY WEST BAND weiterhin Musik. Sie starb am 21. Oktober 2006 nach langer Krankheit an Lungenkrebs. Am 9. Dezember 2006 gab es ein Gedenkkonzert mit Bands/Künstlern wie der SANDY WEST BAND, Cherie Currie, THE BANGLES und den DONNAS. Bassistin Laurie McAllister spielte nach den RUNAWAYS bei der Frauenband THE ORCHIDS. Nach deren Auflösung lebte sie sie lange Jahre in Amsterdam. Mitte der 2000er Jahre ging sie wieder zurück in ihre Heimatstadt Eugene, Oregon, wo sie sie am 25.08.2013 aufgrund von Komplikationen mit ihrer schweren Asthma-Erkrankung starb.
Joan Jett unterstützt seit langem Tierrechtsaktivisten und Organisationen wie People for the Ethical Treatment of Animals (PeTA). Außerdem sang Joan Jett für die Punkrock-Band THE GITS aus Seattle, deren Leadsängerin Mia Zapata 1993 vergewaltigt und ermordet worden war. Das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit war ein Live-Album mit dem Titel „Evil Stig“ und die Single „Bob“, deren Einnahmen zum Zweck der Untersuchung des Mordes an Zapata gespendet wurden. Die GITS und Joan Jett traten auch in der Fernsehshow „America’s Most Wanted“ auf und appellierten an die Öffentlichkeit. 2003 wurde der Fall aufgrund von DNA-Spuren tatsächlich aufgeklärt, so dass Zapatas Mörder Jesus Mezquia vor Gericht gestellt und verurteilt wurde – 2021 starb er im Gefängnis. Die Geschichte der RUNAWAYS wurde 2010 zum Thema eines gleichnamigen Biopics, mit Kristen Stewart in der Rolle der Joan Jett.
NEW YORK DOLLS
Die in New York City ansässigen NEW YORK DOLLS gründeten sich im Dezember 1971 und waren in dieser Phase bis Anfang 1975 aktiv. Sylvain Sylvain und Billy Murcia, die zusammen auf die Highschool gingen, spielten 1967 in einer Band namens THE POX. Nachdem der Frontmann ausgestiegen war, gründeten Murcia und Sylvain ein Label für Strickmoden(!) namens „Truth and Soul“, Sylvain nahm zudem einen Job bei A Different Drummer an, einer Herrenboutique, die sich auf der anderen Straßenseite des „New York Doll Hospital“, einer Puppenwerkstatt, befand. Sylvain sagte später, dass dieser Shop die Inspiration für ihren Bandnamen war. 1971 gründeten sie die NEW YORK DOLLS und rekrutierten Johnny Thunders – zunächst als Bassist, wobei Sylvain ihm schlussendlich das Gitarrenspielen beibrachte. Die Band bestand aus Johnny Thunders (gt) und Sylvain Sylvain (gt), Arthur Kane (bs) und Billy Murcia (dr). Ihr erstes Konzert war am Heiligabend 1971 im Endicott Hotel, einer Obdachlosenunterkunft. Kurz darauf engagierten NEW YORK DOLLS Marty Thau als Manager und das Interesse an der Band wuchs langsam. 1972 lud Rod Stewart sie ein, bei einem Konzert in London als Vorband dabei zu sein. Dies verbanden die Dolls mit einer kurzen Tour durch England. Dort wurde Drummer Billy Murcia zu einer Party eingeladen, wo er aufgrund einer Überdosis das Bewusstsein verlor. Anstatt einen Krankenwagen zu rufen, legten die wenigen verbliebenen Partygäste Billy Murcia in eine Badewanne und versuchten panisch, ihm Kaffee einzuflößen, um ihn aufzuwecken. Leider erfolglos. Er wurde am Morgen des 6. November 1972 tot aufgefunden. Er wurde nur 21 Jahre alt.
Wieder in New York machten sich die restlichen Bandmitglieder auf die Suche nach einem neuen Drummer. Den Zuschlag erhielt Jerry Nolan, der damit Mitbewerber ausstach wie Marc Bell (später als Marky Ramone bei den RAMONES) und Peter Criscuola (später als Peter Criss bei KISS). Der große Erfolg stellte sich für die NEW YORK DOLLS nie wirklich ein, außer in ihrer Heimatstadt New York City und Umgebung. In einer Umfrage des Musikmagazins Creem wurden NEW YORK DOLLS sowohl zur besten als auch zur schlechtesten neuen Gruppe des Jahres 1973 gewählt. Das lag vorrangig an ihrem bis dahin in der Art noch nie gesehenen Bühnen-Outfits, denn sie orientierten sich am Look der Drag Queens, trugen Make-up, High Heels, wild toupierte Haare, Satin, Spandex-Hosen oder Kleider. Ihre Musik und Bühnenpräsenz spielten eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Punkrock und später Glampunk in den USA, ihr androgyner Look inspirierte eine ganze Reihe Glam Metal-Bands in den 1980er Jahren.
Anfang 1975 wurde Malcolm McLaren sowas wie der Manager der eher glücklosen Band. Johnny Thunders und Jerry Nolan verließen die Band Anfang 1975 inmitten einer Tour in Florida. Die Dolls spielten mit neuen Musikern noch eine Tour in Japan als auch eine ganze Reihe von Konzerten in den USA. Allerdings führte das unbeständige Line-up mit etlichen Bandmitgliedern, die kamen und gingen, letztendlich im Jahr 1976 zur Auflösung der NEW YORK DOLLS.
Von 2004 bis 2011 kamen die NEW YORK DOLLS wieder zusammen, wobei Johansen und Sylvain ihre Band mit einer ganzen Reihe von Begleitmusikern komplettierten. Seit dem Tod von Leadsänger David Johansen (1950-2025) sind alle Originalmitglieder der NEW YORK DOLLS verstorben: Schlagzeuger Billy Murcia (1951-1972), Gitarrist Johnny Thunders (1952-1991), Schlagzeuger Jerry Nolan (1946-1992), Bassist Arthur Kane (1949-2004), Gitarrist Sylvain Sylvain (1951-2021).
AVENGERS
1977 in San Francisco gegründet, bestanden AVENGERS aus Penelope Houston (voc), Greg Ingraham (gt), Danny Furious (dr) und Jimmy Wilsey (bs). Durch Auftritte in Clubs wie Mabuhay Gardens und Whisky a Go Go wurden sie schnell zu Favoriten der Punk-Szene an der West Coast. Die erste Single „We Are The One“ erschien noch im gleichen Jahr auf Dangerhouse Records und ist heute ein Klassiker. Legendär ist ihr Auftritt als Vorband bei der letzten Show der SEX PISTOLS im Januar 1978 in San Francisco. Zusammen mit deren Gitarrist Steve Jones nahmen sie eine weitere Hymne auf, „The American in me“. Nach dem Ausstieg von Ingraham kam Brad Kent (ex-D.O.A.) zur Band, mit ihm entstand der Song „Corpus Christi“. AVENGERS lösten sich 1979 bereits wieder auf.
Nach der Trennung der Band zog Penelope Houston zuerst nach Los Angeles, um im Bereich Film und Video mit THE SCREAMERS und Regisseur Rene Daalder zusammenzuarbeiten, danach ging sie nach England, wo sie Howard Devoto von den BUZZCOCKS bei seinen Projekten unterstützte. Mitte der 1980er Jahre kehrte sie nach San Francisco zurück und tauchte tief ein in die damals sehr populäre Neo-Folk-Szene Kalifornien. Neben Tomata du Plenty, dem Sänger der SCREAMERS, trat sie in Rene Daalders Film „Population: 1“ auf, einem Punkrock-Musical, das 1986 bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurde. Bis 1996 tourte Penelope Houston ausgiebig durch Europa, unterschrieb bei WEA Germany und veröffentlichte gut ein Dutzend Alben und erhielt zahlreiche Preise, wobei sie Punk, Folk, Rock, Blues und Americana in ihren dunklen, einzigartigen akustischen Sound mischte. Ihr erstes Solo-Album war 1987 „Birdboys“, ihr bis dato letztes 2012 „On Market Street“.
Zum Release der AVENGERS-Diskografie „Died For Your Sins“ auf Lookout! Records spielten Penelope Houston und Greg Ingraham 1999 einige Shows als SCAVENGERS mit Joel Reader (ex-MR T EXPERIENCE) am Bass und Danny Panic (ex-SCREECHING WEASEL) am Schlagzeug. 2004 begannen sie Shows in Europa und den USA zu spielen. Seither haben die AVENGERS wieder einige Europatouren absolviert. Wie schon ihre Mutter ist Penelope Houston auch als bildende Künstlerin aktiv. Ihre Ölgemälde zeigen Porträts, die inspiriert wurden von Polizeifotos aus dem frühen 20. Jahrhundert.
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