© by Marc XembraceX.deAls GOOD RIDDANCE aus Santa Cruz vor 30 Jahren ihr Debüt veröffentlichen, war ihre Spielart des Punkrock gerade das große Ding. Es hat nicht lange gedauert, bis der Hype um melodischen Hardcore wieder vorbei war. Der Band war das herzlich egal. Sie haben jedoch mit einer Vehemenz weitergemacht, als hätten sie Scheuklappen auf. Nach einer fünfjährigen Auszeit, gibt es die Band seit 2012 wieder. Laut Sänger Russ Rankin denkt man nicht ans Aufhören, zumal die Relevanz nach wie vor gegeben ist.
Als ihr 1995 „For God And Country“ veröffentlicht habt, waren „A Love Supreme“ von John Coltrane oder „Here Are The Sonics“ von den SONICS bereits 30 Jahre alt. Die Wahrnehmung von Zeit ist seltsam, oder?
Ja, das ist sie wirklich. Für uns scheint es noch nicht so lange her zu sein, aber nach allen gängigen Maßstäben ist es eine sehr lange Zeit.
Wie würdest du die Zeit vor der Veröffentlichung eures Debüts beschreiben?
Was wir in den ersten vier Jahren als Band gemacht haben, bevor wir bei Fat Wreck unterschrieben haben? Wir haben viel Zeit damit verbracht haben, eigene Songs zu schreiben und Demos aufzunehmen, die Tapes bei lokalen Konzerten und in Plattenläden zu verkaufen und so viele Shows zu spielen, wie wir konnten.
Ich würde euren Sound als sehr beständig beschreiben. Die größte Veränderung gab es zwischen den ersten beiden Alben.
Ich denke, dass „For God And Country“ eher eine Sammlung von Songs war, die im Laufe der Zeit entstanden sind und die einen eher zufälligen Schreibstil widerspiegeln. Als wir das erste Jahr mit Touren hinter uns hatten, sprach ich viel mit anderen Songwritern. Insbesondere mit Tony von NO USE FOR A NAME habe ich mich über die verschiedenen Herangehensweisen beim Schreiben von Musik unterhalten. So dass ich, als wir uns im Winter 1995 entschlossen, mit der Arbeit an unseren zweitem Album zu beginnen, den Ansatz verfolgte, komplette Songs zu schreiben, anstatt nur wahllos verschiedene Riffs aneinanderzuhängen, wie wir es in der Vergangenheit getan hatten. Ich denke, dass dies dazu führte, dass die Songs auf „A Comprehensive Guide To Moderne Rebellion“ mehr wie komplette Gedanken klingen.
„For God And Country“ ist das einzige Album, auf dem ihr keine Filmsamples verwendet.
Das stimmt. Wir hatten das noch nicht in unser Repertoire aufgenommen.
Wie gehst du damit um, dass viele euere Themen nach wie vor relevant sind?
Leider haben sich viele der sozialen und politischen Probleme, über die wir geschrieben haben, als zeitlos erwiesen. Es ist schwer, ständig zu erklären „Wir haben es euch ja gesagt“, aber was soll man machen?
Was denkst du über den Einfluss von GOOD RIDDANCE auf andere Bands?
Darüber habe ich noch nie groß nachgedacht. Aber man hat mir gesagt, dass wir eine Menge Bands beeinflusst haben, darunter auch einige viel größere. Wenn das tatsächlich passiert ist, würde ich sagen ... nun, man sollte bescheiden bleiben.
Ihr hattet ein relativ konstantes Line-up, nur am Schlagzeug wurde von Zeit zu Zeit gewechselt. Ist das Glück oder kostet es Mühe?
Ich denke, es ist ein bisschen von beidem. Es geht darum, dass wir alle bereit sind, gewisse Opfer zu bringen, um mit der Band weiterzumachen, und mit den Jahren, wenn Familien, Kinder und Karrieren ins Spiel kommen, wird es schwieriger. In unserem Fall haben wir wirklich auch Glück gehabt.
GOOD RIDDANCE sind seit jeher auf Fat Wreck.
Auch hier hatten wir großes Glück, auf Anhieb da gelandet zu sein. Wir wurden von Fat Wreck vom ersten Tag an so gut behandelt, dass wir nie daran gedacht haben, uns ein anderes Label zu suchen.
Wie sieht die Zukunft aus?
Hoffentlich werden wir noch ein paar Jahre lang aussagekräftige Musik veröffentlichen und Live-Shows spielen für unsere Fans, alte wie neue.
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