LEGENDÄRE COMPILATIONS

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What Doesn’t Hurt Us Makes Us Stronger

(LP, Destiny, 1985)

Das Label Destiny wurde 1983 von David Pollack in Berlin gegründet, der in dieser Zeit unter anderem bei PORNO PATROL sang. Eines der Ziele des Labels war es auch, junge Bands aus Berlin zu supporten. Die ersten Veröffentlichungen waren folgerichtig eine 7“ von PORNO PATROL sowie der Sampler „Mutti’s muntere Melodei“ mit deutschen Punkbands wie PORNO PATROL, BETON COMBO, TOXOPLASMA und THE REST. 1985 erschien mit „Spastic Nighmare“ von ZERSTÖRTE JUGEND aus Berlin die erste LP des Labels, der bald die Compilation „What Doesn’t Hurt Us Makes Us Stronger“ folgte. Dafür hat Destiny nicht nur Bands aus Berlin oder der Bundesrepublik gewinnen können, sondern auch eine aus Italien und zwei aus den USA.

Der Titel ist ein Zitat von Friedrich Nietzsche und bezogen auf den Sound der hier vertretenen Bands passt er sehr gut. Alle Bands spielen das, was zu dieser Zeit als US-Hardcore bezeichnet wurde, oder waren davon beeinflusst. Los geht es – wenn man denn die A-Seite gefunden hat – mit CCM (CHEETAH CHROME MOTHERFUCKERS) aus Pisa. Ihr Song „No words“ trägt seinen Namen zu Recht, denn die Band wollte sich nicht festlegen und der Sänger veränderte den Text immer wieder. PORNO PATROL hauen mit ihrem US-geprägten Sound bei „Build it up“ in die gleiche Kerbe. ZERSTÖRTE JUGEND liefern mit „Ausbruch“ ihren meiner Meinung nach besten Song ab, Berliner Hardcore-Punk at its best. THE REST mit zwei Mitgliedern von PORNO PATROL sind die nächste Berliner Band und mischen Pogo-Punk mit US-Hardcore. Die genialen MDC aus Austin, Texas steuern zwei Songs ihrer grandiosen LP „Millions Of Dead Cops“ bei. Auch MANIACS aus Rotenburg/Fulda können mit ihrem UK-geprägtem Hardcore Punk und drei Songs wie immer überzeugen. Die Augsburger INFERNO schlagen mit ihren beiden Songs die Brücke zwischen ihrer ersten LP und dem „Hibakusha“-Album.

Die Kalifornier D.R.I. hatten damals schon ihr Logo, das Slamdance-Männchen, das auf dem Textblatt zu sehen ist, und ihr Track „Yes Ma’am“ war meine erste Begegnung mit ihnen. FORTSCHREITENDE ANGSTZUSTÄNDE aus Hannover waren rückblickend ihrer Zeit weit voraus. Ihr vertrackter und dennoch melodischer Hardcore erinnert an US-Bands wie APPLIANCES, bedauerlicherweise haben sie bis auf ein Tape nichts mehr veröffentlicht. Das Backcover zeigt keine Titelliste, sondern Fotos der vertretenen Bands und Crowd-Pictures. Die Tracklist findet sich nur auf dem Label der jeweiligen LP-Seite. Diese außergewöhnliche Compilation kam mit Textblatt und ist leider später nicht noch mal aufgelegt worden. Destiny ist als Label und Booking-Agentur bis heute aktiv.

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