LEGENDÄRE COMPILATIONS

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Hardcore Power Music Part 2

(LP, Mülleimer, 1984)

Der Sampler ist der Nachfolger der „Ultra Hardcore Power“-Compilation, die 1983 auf Mülleimer erschien. Im Gegensatz zu Teil 1 gab es nicht nur fünf Bands, sondern einen ganzen Schwung mehr. Labelboss Ziegler bewies hier sein gutes Gespür für die Band- und Songauswahl. Die Hamburger RAZZIA eröffnen mit einem manischen Track. „Unterwegs in Sachen Selbstmord“ zeigt die ganze Klasse dieser Band, sowohl musikalisch als auch vom Text her. Der Song ist faktisch der Übergang vom Sound der ersten LP zum „Ausflug mit Franziska“-Album, ebenso wie „Kreuz oder Kopf“. Für AUSBRUCH aus Aachen waren ihre Beiträge „Kämpf um dein Recht“ und „Deutscher Eid“ das erste Lebenszeichen auf Vinyl und die beiden Songs gehören mittlerweile zu den Klassikern im Deutschpunk. INFERNO, die einzige Band, die schon auf „Ultra Hardcore Power“ vertreten war, sind ebenfalls mit zwei Songs dabei. Brachialer Hardcore-Punk, gewohnt gut. Für KOMMANDO SCHWARZER FREITAG aus Detmold waren es nicht nur die ersten Tracks auf Vinyl, sondern auch zugleich die letzten. Düster, vertrackt und melodisch, vielleicht auch ihrer Zeit voraus, waren sie für mich damals eine Enttäuschung. Das war nicht mehr die krachige Hardcore-Punk-Band, die ich im März 1984 im KuKoZ Paderborn live gesehen hatte. Auch für die SCHLUCKSPECHTE blieb dies ihr einziges Vinyl-Release. Der Name ist Programm und „Alkoholkonsum“ eine hyperschnelle Pogopunk-Nummer, ähnlich wie DEUTSCHE TRINKERJUGEND. Die Dortmunder IDIOTS schlagen mit ihrem Song „Samstag Nacht“ ganz andere Töne an. Zu ihrem genialen Pogo-Oi!-Punk thematisieren sie in ihrem Song nicht das Durchfeiern am Wochenende, sondern zeichnen die Kulisse einer Großstadt, geprägt von Arbeits- und Wohnungslosigkeit. Der Song stammt von ihrer auf Mülleimer erschienenen ersten LP. Aus der Aufnahmesession zu ihrer Split-LP mit TIN CAN ARMY, die 1983 auf Mülleiner erschien, stammen die drei Songs von MANIACS. „Wir haben was zu sagen“ – auf anderen Compilations auch als „Der Kampf“ gelistet – sowie „Weltkrieg“ gehören zu meinen absoluten Faves der Rotenburger Hardcore-Punk-Band. Auch die genannten TIN CAN ARMY sind hier zu hören. Sie nahmen ebenfalls für die Split-LP mehr Songs auf, von denen zwei auf den Sampler sollten. Leider wurde es nur „Verweigerung total“, der aber die ganze Genialität der Band zeigt. Wütender Politpunk, der auch damals seinesgleichen suchte. LUSTFINGER haben den Punkrock-Job überhaupt gefunden und möchten gerne der „Bundespräsident“ sein. MOTTEK finden „Zuviel ist nicht genug“ und runden diese Zusammenstellung mit gutem Hardcore-Punk ab. Der Sampler kam damals mit Textheft und grottenschlechtem Cover. 1992 wurde auch „Hardcore Power Music Part 2“, wie fast alle Platten von Mülleimer, vom Nachfolgelabel Snake wiederveröffentlicht.

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