DIE STIMME DER VERNUNFT

Foto© by Kalle Stille

Gefühlte 48 Stunden sind keine sieben Tage

249. Woche – Gefühlte 48 Stunden sind keine sieben Tage
- Gastroitis: Katzencafés kann jede:r, aber Tourettebars?! Wer hat Bock?
- Nocomer: Bald auf allen Streamingplattformen, in den Charts und auf den Bühnen in deiner Stadt:
1. SPRÜHFURZ (Rumpelpunk, was sonst?)
2. THE MUSK@TIERE (Spacerock)
3. GEISTIGER DÜNNPFIFF (Alternative-Fakten-Oi!)
4. WOLKENDENKFABRIK (Diagonallenker-Elektrolyte-Sound)
5. Der Dings (Atzenheimer-Folk)
6. Dieser Rapper (Impro-Rap für Vergessliche)
7. BUNTMETAL (Woker NSBM)
8. ### (TikTok-K-Pop)
9. DIE MERZ-SISSTERS (Rechtensrock)
10. Der Klugscheißer aus Franken (Straight-Edge-Spoken-Word-Food-Rap)
11. THE DEAD P*TINS (Dementi-Lounge)
12. RIVERSEAS (Britbefindlichkeitspaliflaggenscheiß – kann nix, spielen aber in Glastonbury auf der großen Bühne ohne einen einzigen Release)
13. KAPUTTGESPART (Minimal)
14. LIKE RADIOHEAD (KI-generierte Radiomusik)
15. GOODOLDTIMES (affirmativer Retrorock, aus einer Zeit, in der alles besser war)
- Monoproblem: Das Phänomen, dass sich der Mensch nicht gleichzeitig um Hausarbeit, Kopfschmerzen und Krebsvorsorge kümmern kann. Es werden daher immer die Kopfschmerzen werden, die ganz sicher eine Migräne sind. Keine Zeit für andere Dinge, wenn 500 Jobs gefährdet sind oder alte Großmachtsfantasien reaktiviert werden. Sorry Klimawandel, Frieden, Welthunger, wir haben andere Prioritäten.

250. Woche – Wann wird’s mal wieder richtig Winter?
- Lex Elon: Du kannst noch so viele Haartransplantationen und Fettabsaugungen vornehmen lassen, aber du wirst niemals den Schließmuskel aus dem Arschgesicht kriegen.
- Werner Winzich: Willi begann seine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten unter einer SPD-Regierung, die im Folgejahr durch ein Misstrauensvotum beendet wurde. Nach erfolgreichem, aber lustlosem Abschluss selbiger Ausbildung trat er seine Laufbahn in der unteren bis minderbemittelten Beamtenlaufbahn an, wo er sich weder durch Fleiß, Engagement, Hilfsbereitschaft, sonderliche Empathie, Verstand noch sonstige Dinge hervortat, an die man sich irgendwann einmal erinnern können würde. Er war einigermaßen pünktlich, hatte durchschnittliche Fehltage und saß unauffällig seine Zeit in einer ineffektiven Behörde ab, die als unreformierbar galt. Die Regierungen kamen und gingen. CDU/CSU/FDP, SPD/Grüne, CDU/CSU/FDP, GroKo mit CDU/CSU/SPD und schließlich Ampel, nichts konnte seiner Arbeitsleistung etwas anhaben, selbst die Umbenennung seiner Behörde mit neuem Logo ging spurlos an ihm vorüber. Willi war in keiner Partei und er ging auch nicht zur Wahl, denn er ahnte, dass sie nichts ändern würden, jedenfalls nicht für ihn. Bald ist Pension, ein nahtloser Übergang in den Müßiggang, wo er auch keine Memoiren verfasst, schließlich gibt es nichts zu erzählen.

251. Woche – Busy
- Amerigoland: Es heißt übrigens immer noch „Vespucciland“, denn niemand, wirklich niemand benennt seine größte Entdeckung nach seinem Vornamen. Es sei denn, er ist ein Trottel!
- Dolly: Manchmal fragt man sich, wie viele Stunden ein Tag wirklich haben kann oder wie viele Klone es von Elon Musk wirklich gibt. Wenn man an nur einem Tag Chef von Tesla, Space-X und einem halben Dutzend weiterer Unternehmen sein kann, Vater, Dauerfortpflanzer, Teilzeitastronaut, gleichzeitig First-Karen-Lady, Junkie, omnipräsenter Internettroll und Dauer-Xer (ehemals Twitterer) als Job hat, muss Ketamin entweder eine Zeitmaschine sein oder es gibt fünf bis sieben Exemplare von dem Typen. Alles andere wäre unerklärlich, denn jedes für sich ist schon eine Vollbeschäftigung.

252. Woche – Glattkaltneblig, igitt
- Reichenspeisung: Richest crowd at an inauguration ever! Merke: Wenn es arschkalt ist und der Pöbel draußen bleiben muss, steigt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen derer, die im Warmen sitzen dürfen.
- Betacarotin: Treffen sich zwei Alphamännchen zum Duell. Mit etwas Glück treffen beide gleich gut, dann endet es mit zwei zweiten Plätzen.
- Ex-Generäle, Ex-Perten und Ex-Mitarbeiter: Im Ernst, würdest du einen Rentner fragen, der seit Jahren raus ist, einen ehemaligen Partner, der aus Gründen ein „Ehemaliger“ ist oder einen „vom Fach“, der sich alles selber beigebracht hat, wenn es um die Antworten auf aktuelle Fragen geht?
- Das Systemling-Problem: Wenn die, die heute andere als „Systemlinge“ beschimpfen, erstmal an der Macht sind, sind sie automatisch die Systemlinge ihres eigenen Systems. Das ist dann irgendwie doof, aber eben leider auch so. Manche explodieren, wenn man ihnen diesen Gedanken in ihr kleines Hirn setzt.
- Beautykonstante: Während äußere Schönheit an sich meistens eher vergänglich ist, bleibt ein schöner Mensch immer ein schöner Mensch.
- Umsonstener: Wenn schwerreiche Menschen etwas „zu deinem Besten“ tun, ohne dafür Geld zu verlangen, ist es definitiv nicht zu deinem Besten.

253. Woche – Von -3 bis 16 °C in nur sieben Tagen
- Ketaminazimilliardär: Wenn man nur reich genug ist, kann man auch öffentlich abhitlern, irgendwer schreibt einem dafür schon eine Entschuldigung.
- Dentalsteinbruch: Musk-Rock is now a genre!
- Runensöhne: Walhölla heißt der Ort, an den die Arschlochkrieger gehen.
- Subnetz: Manche treiben sich nur deswegen im Darknet rum, weil sie zu blöd für den Lichtschalter sind.
- Hurra, es ist ein Junge: Skynet heißt jetzt Stargate!
- Vergleichsleben: Was ist ein Menschenleben wert? In Sackler gerechnet exakt 10.571 Dollar und 42 Cent. Bei ca. 700.000 Toten in Folge der durch Purdue Pharma ausgelösten Opiodkrise und einer Strafzahlung von 7,4 Mrd Dollar kommt man ziemlich exakt auf diesen Betrag. Dass der Clan einen Großteil seiner durch OxyContin erzielten Gewinne behalten darf, das ist Amerika.

254. Woche – Seuchenzeit³
- Grundregeln der Kommunikation:
1. Mach’s Maul auf!
2. Siehe 1.
- Endpathie, die: Wenn man so überhaupt kein Mitgefühl mit irgendwas hat, weil man innerlich tot ist.
- Ich kein Optimist? Ich habe mir Konzertkarten für Oktober gekauft. Oktober 2026!
- Geschichte zum Anfassen: All die Fragen, die wir Älteren unseren Großeltern gestellt haben, ohne befriedigende Antworten zu erhalten, können wir uns 2025 langsam alle selber beantworten oder einfach beim Nachbarn klingeln, falls wir von alleine nicht draufkommen.
- Musikreview-Unworte: Können wir uns darauf einigen, dass Musikreviews, in denen die folgenden Wörter vorkommen, es nicht wert sind, gelesen zu werden?
a. Sägen
b. Wummern
c. Hämmern
d. Schneiden
Sofern es kein Industrial ist, geht es immer noch um Musik und nicht um eine Fabrikhalle! Wenn euch keine anderen Wörter einfallen, lasst es einfach sein und beschreibt die Platte einfach mit toll, supi, knorke oder dufte, das ist mindestens genauso nichtssagend.
- Mitesser, die: Furchtbare Menschen, die einem selbst in einem Restaurant mit „All you can eat“ noch das Ohr abkauen.

255. Woche – Ein ganz gewöhnliches Leben am täglichen Limit
- Kryptofalschgeld – Wenn alle Stricke reißen, mach ich mir einfach meine eigene Kryptowährung. Ich nenne sie „#Digiza$ter“, bunkere die ersten 10.000 Coins, öffne dann die Pforten und lasse die Scheiße einfach wie jedes andere dieser Pyramidenspiele laufen.
- Laberando: Nachdem sich Esperanto leider nicht ganz durchgesetzt hat, versuchen wir es mit „Laberando“ als neuer Sprache. Im Grunde kann hier jeder plappern wie ihm der Schnabel gewachsen ist, egal in welchem Dialekt, es muss nur möglichst großspurig und inhaltsbefreit sein, so dass eigentlich niemand wirklich zuhört. Der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.
- No Fun: Crazy Don macht keinen Spaß, weil man es wochenweise gar nicht alles verarbeiten kann, was der Typ im Sekundentakt absondert. Selbst die allerdümmsten Gedanken von ihm werden breitgetreten und ernsthaft diskutiert. Gut, manche diskutieren auch mit ihrem fünfjährigen Rotzblag alles aus, aber es verstellt den Blick auf die wesentlichen und wirklich wichtigen Dinge, die in all dem Getöse einfach untergehen und kommentarlos umgesetzt werden, denn in diesem Rauch von all den Nebelkerzen gibt es dahinter zwei bis drei Leute, die still und heimlich das auf den Weg bringen, über das er kein Wort verliert.

256. Woche – Schlaflos durch den Tag
- Thoughts & prayers: Ein Land wie die USA, dessen Bevölkerung derart bis an die Zähne bewaffnet ist, in eine Kleptokratie zu verwandeln, wird ganz bestimmt ohne größere Zwischenfälle funktionieren.
- Kinderminus: Ich misstraue grundsätzlich jedem Politiker, „Sonderbeauftragten“ und Despoten, der kleine Kinder als Argumentationshilfe vor eine Kamera zerrt, so als ob man damit ausdrücken will: „Seht her, wie niedlich, es läuft nicht schreiend weg!“
- Claudius Destructivus: Niemand mag Klugscheißer, die einem einen Vortrag über „Demokratie“ halten, wenn sie daheim ein Zweiparteiensystem mit einem mehr als fragwürdigen Wahlverfahren haben.
- Idiotenlimbo: Wenn die Messlatte so niedrig liegt, dass da nur noch welche ohne Skelett drunter durchkommen. Sobald man denkt, dass es nicht mehr tiefer geht, weil wir bei einem Blatt Papier angekommen sind, es rein theoretisch also nicht mehr dümmer geht, kommt garantiert jemand, dessen IQ auf Bibelpapier gedruckt wurde.
- Immer dran denken: You get what you deserve! Falls nicht, dann sind auf jeden Fall alle anderen daran schuld.

257. Woche – Short breads, short week
- Jedenmorgenlektüre: Was hat der Idiot heute wieder verzapft?
- 2025: Die Tage vergeh’n und die Farben auf der Landkarte ändern sich.
- Nevertrumper: Ob in ein paar Jahren auch alle behaupten werden, dass sie den Kerl allesamt nicht gewählt haben und niemals in der Partei waren, so wie viele unserer Großeltern? Gewusst haben sie dann wahrscheinlich auch alle nichts.
- Don’t drink & tipp: Alkohol und Tastaturen, eine unheilige Allianz.

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