© by Kalle Stille265. Woche – Even noch darker days ahead
- Nurdieruhe: Keine Panik! Erst wenn Antidepressiva nicht mehr verschreibungspflichtig sind, haben wir die nächste Stufe erreicht.
- E-k-e-l-h-a-f-t: Es ist wirklich widerlich, wenn man morgens völlig gerädert mit dem Gesicht auf dem Kissen aufwacht und sich darunter eine feuchte Pfütze gebildet hat. Langsam löst man den Mund voller Sabber vom klebrigen Kissen. Ein langer, zäher Faden klebt zwischen Lippen und Kissenbezug, der erst nach mehreren Zentimetern abreißt. Man weiß instinktiv, warum man kein Bauchschläfer ist, denkt noch vor dem ersten positiven Gedanken „Igitt“, anschließend: „Zum Glück wird mich so nie jemand sehen und keiner jemals davon erfahren.“
- Trennkost: Inzwischen muss man den Künstler nicht nur von seinem Werk trennen können, man muss das Werk in einigen Fällen auch vom Früh- und Spätwerk beziehungsweise von der Alkohol- respektive Drogenphase und dem Post-Entzugs-Nüchternwerk differenzieren. Nein, es wird nicht einfacher mit dem unbeschwerten Musikgenuss.
- Äramdasnikuvenium: Die Ära der rachsüchtigen alten Männer, die Dreck am Stecken haben, aber ums Verrecken nicht in den Knast wollen.
266. Woche – In einem Paralleluniversum ohne Pollen
- Noch so’n unnützes Supertalent: Gib mir eine Tafel Schokolade zu futtern, schon kriege ich einen Tag später Pickel wie ein 14-jähriger Pennäler. Noch besser funktioniert es mit Salami, veganer Salami!
- I shall say this only once: Wenn du keine Freunde, aber ein großes Mitteilungsbedürfnis hast, kannst du immer noch Fremdenführer, Tourguide oder eine Ich-AG für Mottotouren im nächst größeren Kaff werden. Für 20 bis 40 Euro werden sie an deinen Lippen kleben, ganz egal was für einen Scheiß du erzählst.
- Mit einem Rucksack aus Myanmar und billigen Wanderstiefeln: Ich schreibe eifrig an einem Wanderliederbuch für alle, die Wandern mindestens so sehr hassen wie ich. Für die einzelnen Songs wird selbstverständlich bei modernen Klassikern und Gassenhauern geklaut, was das Zeug hält, schließlich bin ich kein Musiker, aber die Texte stammen alle von mir. Bisherige Arbeitstitel:
1. Ach, hätte ich doch mal trainiert
2. Waldwanderung mit Pollenallergie – Ein Singdrama in mehreren Akten, in dem sehr viel geschnupft, geschnieft und gehustet wird
3. Ich wollt’ ja lieber ans Meer
4. Der frühe Vogel hat senile Bettflucht
5. Im Wald, da hört dich keiner schreien
6. Kinder mitnehmen, immer eine gute Idee
7. In Österreich hätte es hier 5G
8. Erkennst du den toten Baum?
9. Lebst du noch oder wanderst du schon?
10. Schon fast die Hälfte
11. Die Belohnung ist der Ausblick mit 5 Dioptrien
12. Biergarten statt Ballermann
13. Wandersockenfetischduft
14. Begrabt mich einfach irgendwo
15. Mit Pilzen kenn ich mich aus
16. Das müssen wir nachher alles auch wieder runter
17. Laut Google ist hier ein Weg
18. Bad Komood-rising
19. Ein Herzinfarkt erspart den Rückweg
20. 20.000 Schritte über dem Meer
21. Der Blasenblues
22. Sind wir bald da?
23. Das Biergartenmonopol am Ende des Wanderwegs
Auch wenn es für einige so aussehen mag, dass ich Wandern abgrundtief verabscheue, ist das nur die halbe Wahrheit.
267. Woche – Wie soll dann erst der Sommer werden? Sahara!?
- Tisch-Stuhl-Dingsbums: Ein Kognitivtest sagt nichts über die psychische Verfassung eines Psychopathen mit Größenwahn aus. Selbst Massenmörder und Irre können immer noch einen Elefanten von einem Stuhl unterscheiden.
- „Noch einen! Auf drei von vieren kann man so schlecht kriechen.“ Alte Alkoholikerweisheit.
- Imaginary: Wenn du heute vom Schlimmsten ausgehst, wirst du übermorgen feststellen, wie wenig Fantasie du wirklich hattest.
- 5 Freunde: Der beste Weg, um eine wirklich gute Geschäftsidee mit voller Wucht gegen die Wand zu fahren? Setz einen Gesellschaftervertrag auf, in dem „der gesunde Menschenverstand“ die wirklich relevanten Dinge regelt.
- Gegenbewegung: Mario Condo-Häberle: Uffheba, des isch no guad!
- Ich wünsche vielen Mitmenschen absolut nichts Böses, von mir aus können sie völlig schmerzfrei auf der Stelle tot umfallen. (Iwan der Gnädige)
268. Woche – 59 ist das neue 90
- Der Optimismus der Jugend: Während man in jungen Jahren fest davon überzeugt ist, dass man nach einem „kleinen Unfall“ eine offene Wunde, bei der die Gedärme zur Hälfte aus der Bauchdecke schauen, bestimmt rausschlafen kann und sich erst mal hinlegt, wird mit dem Alter (also so ab 40) selbst ein steifer Nacken oder ein Stechen im Rücken sofort zu einem Herzinfarkt.
- Geräuschkryptonit: Jede:r hat wahrscheinlich dieses eine Geräusch, das ihn oder sie in den Wahnsinn treibt. Diese einzigartigen Geräusche, wie das Reißen eines Kreuzbandes, Zahnarztbohrer, die quietschende Kreide an der Tafel, platzende Kondome, Kino-Popcornbecher, der letzte langanhaltende Schlürfer mit dem Strohhalm in einem längst leeren Becher, der Handtaschenkläffer aus dem Nachbargarten oder der Partner, der über die Jahre irgendwann in den Stimmbruch gekommen ist, an dessen Ende ausgerechnet eine Gießkanne stehen musste. Wir verstehen uns? Bei mir sind es Brötchentüten!
269-270. Woche – Auf und davon
- Workaround: „Funktionieren“ ist auf den britischen Inseln nach wie vor relativ und schon gar nicht sicher. Man sollte hier niemals von einem Automaten erwarten, dass er zuverlässig arbeitet. Vielmehr sollte man sich freuen, wenn er es aus Versehen dann doch tut oder wenigstens in angemessener Zeit.
- „Je suis VfB!“, gerade pünktlich zum Finale: Wäre mir Fuß/Rundball nicht so verdammt scheißegal, könnte man glatt Mitleid mit all den echten Fans haben, die sich nun, in Zeiten eines flüchtigen Erfolgs, zwischen all denen wiederfinden, die immer nur dann ihr frischgebügeltes Trikot aus dem Schrank zerren, wenn es etwas zu feiern gibt. Merke: Echte Leidenschaft kommt vor allem von „leiden“.
271. Woche – Eine Woche wie Muskelkater
- Jenglisch: Endlose Blockaden für den Katzenfüßler!
- Eskalation Ü50: Hart feiernde, besoffene britische Punkfrauen über 50 auf Freigang unterscheiden sich für mein Empfinden nur marginal von schwäbischen Landweibern, die sich im Besen gerade das fünfte Viertele reingeballert haben. Was Grazie, Zurückhaltung, Lautstärke und aufdringliches Antanzen anbelangt, gibt es in beiden Extremfällen keinerlei Unterschied. Da wird man unter Alkoholeinflussentschuldigung an Stellen begrabbelt, die eigentlich privat sind. Ihre männlichen Pendants? Perfekte Matches, würde man sie nur zusammenbringen, einpegeln und dann verhindern, dass sie irgendwann ausnüchtern.
- Sichterkenntnis: Wir rennen Hügel und Berge hinauf, nur um runterzusehen. Wow!
- Internetoverflow: Es gibt immer wieder diese Momente, in denen ich mich frage: „Meine Güte, es kann doch nicht wirklich derart viele Idioten geben?“ Irgendwo, ganz hinten aus dem letzten Eck meines Gehirns, antwortet eine leise Stimme: „Doch!“
272. Woche – Heroischer Fitnessquatsch mit Tränen und Muskelkater
- Egal: Mit zunehmendem Alter stelle ich ernüchtert fest, dass mir Dinge, die mich früher tagelang aufgeregt hätten, heute schon nach nur zehn Sekunden so was von egal sind. Nenn du es ruhig Altersweisheit, ich weiß, dass es mit einer gewissen Müdigkeit ausreichend definiert ist.
- Sherlock Holmewitsch: Die Aufklärungsquote der russischen Behörden nach einem Auftragsmord unterscheidet sich gravierend, je nachdem ob die Auftraggeber eigene Staatsbürger oder die anderer Nationen waren. So oder so sind es am Ende aber immer 100%, denn bei ausländischen Auftraggebern wird keine Stunde nach der Tat die erste Festnahme gemeldet, die eigenen Aufträge werden nach spätestens einer Woche als eindeutiger Selbstmord klassifiziert.
- Ikeahöllehöllehölle:
1. Das ist Knüd, der Erfinder der Ikea-Aufkleber, die nie rückstandsfrei abgehen.
2. Hier sitzt Bjorre, der Erfinder der fehlerhaften und missverständlichen Anleitungen.
3. In diesem Schmelztiegel siedet Farne, der Praktikant, der für die fehlerhaft gebohrten Teile zuständig war.
273. Woche – Ferienzeit = Baustellenzeit
- Erdbeeralter: Rechnet man die Restlebenszeit in Genussjahre um, also das Erleben von Erdbeer- oder Spargelzeit, je nachdem was man lieber mag, fühlt es sich schlagartig verdammt kurz an. Es hängt natürlich auch davon ab, was davon man sich überhaupt noch in der Altersarmut leisten kann.
- Pay no more than 99p: „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein!“ Und man möchte ergänzen: „... die erschwinglich ist!“ Im Hinblick auf die Preise der Transportmittel wie Tonträger, Portokosten und Einfuhrabgaben, plus 7,50 Auslagenpauschale der Post, wäre die Verbreitung von Punk und anderer Nischenmusik heute so nicht mehr möglich.
- Zwei linke Ohren: Musikschaffende sind wie Handwerker. Auch die können mit dem besten Material und hundsteuren Hilfsmitteln den größten Mist verzapfen, während andere aus ihrer Zunft mit primitivsten Hilfsmitteln funktionierende, dauerhafte Lösungen bauen.
274. Woche – Swampy Sweatland
- 5:99: Der geübte Autofahrer weiß, dass das Benzin kurz vor dem Weltuntergang 5,99 Euro kosten wird. Bei der Zombieapocalypse wären es 12,99 Euro und die Kanone aus dem Kofferraum.
- GDR-Tutorials: Was wir in dieser Zeit wirklich aus der DDR lernen können?
1. Dass man in den wirklich schwierigen Zeiten, in denen selbst die feigsten und erwiesenermaßen dümmsten Arschlöcher ihr hässliches Gesinnungsgesicht zeigen, höchsten Wert auf einen sorgfältig kuratierten Freundeskreis legen sollte, und sei er noch so klein.
2. Blut ist nicht immer dicker als Wasser.
3. Traue niemandem! (IM Fritz Gummiohr Müller)
- Uraltängste: Bitte, liebe Jugendhauspraktikantenthekenperson, siezen Sie mich nicht!
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