
275. Woche – Let the Saunasommer begin
- Im Sommer bleibt die Anlage kalt: Wie ist wohl die Klimabilanz eines Songs, den ich über ein kleines Gerät streame, das zwar selber keine große Hitzeentwicklung besitzt, aber ein Rechenzentrum braucht, weil die Cloud eben doch nur ein Server ist, der irgendwo rumsteht und gekühlt werden muss? Und wie macht sich dagegen meine Anlage, die seit 30 Jahren klaglos ihren Dienst verrichtet und mich vollschwitzt?
- The Summer of 25-80s-Festival: Spitzen-Line-up, unter anderem mit:
SOFT SALE
SPANDAU BARLEY
HEAVEN SEVENTIES
LEVEL 32
EURYTHMIES
SISTERS OF MERSEY
SAMPLE MINDS
Proudly presented by Temu.
- Glatzenbury: Bei aller Empörung über die Auftritte beziehungsweise Ansagen von Sir Rod NF Steward, Kneebadecap und Dingensbobtail darf man sich glücklich schätzen, wenn man diese Art von Musik ohnehin als überflüssigen Scheißdreck empfindet. Zudem sollte man nicht vergessen, dass dieses Festival auch sonst zu verabscheuen ist. Wer in Mathe keine Sechs hatte, kann sich gut selber ausrechnen, wieviel Geld bei über 200.000 Besuchern gemacht wird, wenn die günstigsten Tickets für 378 Pfund (ca. 440 Euro) über den elektronischen Vorverkaufstisch gehen.
276. Woche – Schwitz langsam, Teil IV
- Hotspot: Die wärmste Stelle in einer Küche, wenn der Herd nicht an ist? Immer noch ein voller Mülleimer, dessen Inhalt friedlich vor sich hin gärt.
- Gestatten, Mr. (Karl-Heinz) Spock vom Vulkan, dem Planeten der Chiropraktiker.
- Mixed (Martial) Arts: Es ist gut, wenn man beides kann: Deeskalieren, aber einem uneinsichtigen Gegenüber bei Bedarf auch eine aufs Maul hauen.
- Ein Donnerstag, der sich wie ein Freitag anfühlt, weil ich mit ihm gerne in einer Liebesbeziehung wäre (oder so).
277. Woche – Alles auf Horst!
- Jeder Sklave wird sich früher oder später erheben, um das Joch der Sklaverei abzuschütteln. (mfg, deine KI)
- WDH: Wir können uns in 100 heißen Sommern nicht auf eine Band oder eine Platte einigen, die nicht irgendjemand kacke findet oder schon immer scheiße fand aus Gründen, oder weil der Bruder des Schlagzeugers einen in der 2. Klasse einmal partout nicht hat abschreiben lassen. Irgendwo liegt immer eine gammelige Leiche im Keller, die vor sich hin stinkt.
- Das Hennecke-Prinzip: Wenn jemand in seinem Job gut ist, wird es so gut wie nie heißen: „Wow, der schafft dieselbe Stückzahl in der Hälfte der Zeit, die andere brauchen.“ Es wird entweder heißen: „Warum kriegen die anderen das nicht hin? Lass sie uns durch Typen wie den ersetzen, wenn sie das nicht auch hinbekommen.“ Oder es heißt: „Super, dann kriegt der ab sofort die doppelte Arbeitsmenge. Bei gleichem Lohn.“
- Fachkräftemangelerscheinung: Sobald sich der reichste Mann der Welt keinen Killer leisten kann, der den Job erledigt, wissen wir automatisch, dass Filme wie „John Wick“ oder „Leon der Profi“ doch nur Science-Fiction sind.
278. Woche – Wie im Flug
- bandcamp.com-Roulette: Einfach einen achtstelligen Code eingeben und sehen, was passiert. Ist es ein Treffer, muss es runtergeladen und komplett angehört werden.
- Secondhand-Luck: Amerikaner ohne Krankenversicherung müssen sich gar nicht erst mit dem Überweisungskleinkram deutscher Krankenkassen herumschlagen. Irgendwie sieht das auf den ersten Blick toll aus, ist aber beim zweiten Blick auch wieder scheiße.
- Lidl-Doppelplus: „Verdammt, gehasst, vergöttert“ packt sich an der Kasse noch fünf Vodka Gorbatschow aufs Band, für je 1,99. Das ist dann zwar teurer als die 0,7 l-Flasche für 9,79, aber man sieht nicht gleich aus wie ein Vollblutalkoholiker, nur wie jemand mit akuter Diskalkulie. Passt gut zu ihren vier Dosen Mixgetränken und der Alibi-Spezi. Ich wette, da geht heute noch was beim gemeinsamen Onkelz-Soundtrack.
279. Woche – Sieben Tage im Hochsommerherbst (dir. by Sam Peckinpah)
- Arschlochabbieger: Hulk, Baumgärtner ... ganz egal, was die für die Unterhaltung in deiner Jugend getan haben mögen, einfach mal loslassen. Als ewige Vorbilder taugen die genauso wenig wie Jimmy Saville von „Top of the Pops“, Gary Glitter, Chuck Norris oder Mad Max Mel Gibson. Wer das eine nicht vom anderen zu trennen vermag, einfach erwachsen werden, Eisenbahn Eisenbahn sein lassen und „LTB“ gegen richtige Bücher mit Buchstaben tauschen.
- Die guten „Vorsätze“ der Kettenraucher und Vollblutalkoholiker: Helmut Schmidt, Lemmy, Ozzy Osbourne ... Das krieg ich auch hin! Ja, aber du hast nicht die Gene, mit denen sie ohne die Sauferei und den anderen Mist 138 geworden wären.
- Superunheld: Der Vorleser ist der zurückgebliebene Neffe von Käpt’n Obvious und liest seinem Analphabeten-Sidekick stets mit einem erstaunten Ausdruck alles vor, was auf großen Schildern steht. „Bananen“, „Autowerkstatt – Alle Fahrzeugtypen“, „Nasenspül- und Einlaufkombiset“, „Kaffee, 7,99“, „Montags geschlossen“. Der Vorleser hat sehr viele Geschwister. Mit ein klein wenig Achtsamkeit findest du auch in deiner unmittelbaren Umgebung einen Verwandten.
- Promotion only: Beim fortgeschrittenen Vinylaussortieren beschleicht mich der Verdacht, dass es Platten gibt, die ausschließlich an Rezensenten verschickt wurden, um anhand der Reviews zu sehen, ob es sich überhaupt lohnt, die Grütze pressen zu lassen. Platten, die nirgends auftauchen, weder bei Discogs, Ebay, Rate your Collection oder sonst wo, nicht mal digital. Das muss einfach so sein, oder sollte ich für diesen Kernschrott damals wirklich Geld ausgegeben haben?
- Lost Generation: Es ist erstaunlich, dass viele Bands, die in den Corona-Scheiß hinein oder kurz davor gegründet wurden, um ihre ersten Tonträger quasi ins Nichts zu veröffentlichen, nicht wirklich stattfanden. Bands, die in dieser Kackzeit wirklich tolle Platten abgeliefert haben, die aber offenbar niemanden interessieren. Sollte möglicherweise doch ein kausaler Zusammenhang zwischen Live-Präsenz und Wahrnehmung bestehen?
280. Woche – Mein Nachbar baut sich ein riesiges Holzboot
- Zahlen, Daten, alternative Fakten: Wenn dir die Ergebnisse deiner Umfrage nicht passen, ändere den Sprachgebrauch. (Walter Ulbricht)
Wenn dir die Ergebnisse deiner Scheißpolitik nicht gefallen, setze jemand aus deinem Vasallenumfeld für den Job in der Statistik ein. (D.T.)
- Musikalisches Fegefeuer: Wacken? Nein, danke! 3,5 Stunden GUNS N’ ROSES, so stelle ich mir die Hölle vor. Wäre ich Chef da unten, würde ich mich höchstpersönlich um die Playlisten kümmern, jede einzelne, und Axl mit seinen Kameraden wäre ganz vorne mit dabei.
- Mit Ansage: Jedes Mal, wenn ich Leuten zuhören muss, die sich über die „Nazikeule“ beschweren, die ihnen immer dann entgegengeschleudert wird, sobald sie ihre „Meinung“ äußern, kommt im unmittelbaren Anschluss danach irgendwelcher Nazischrott aus ihrem Maul. Weit und breit keine Spur von fundierter Meinung, nur Müll aus den tiefsten Eingeweiden menschlicher Niedertracht, Neid und gepflegte Alltagsvorurteile, garniert mit einer Prise Rassismus. Eigentlich schade, dass die Nazikeule kein physischer Gegenstand ist, man würde diese Humanimitate sofort an ihren Zahnstumpen erkennen.
- Small things: Auch wenn die kleinen Dinge am Ende eines gemeinsamen Weges keinen Unterschied gemacht haben sollten, hast du sie immer noch getan. Diese Kleinigkeiten, die man einfach gerne macht, auch ohne dass sie vielleicht bemerkt werden, weil es das ist, was uns von all den Arschlöchern unterscheidet.
- Letzte Patrone: Wann gehen der Hamas eigentlich die Munition und die Waffen aus? Wir sind jetzt im 21. Monat nach dem Überfall der Terroristen auf Israel. Von Munitionsknappheit auf palästinensischer Seite bisher keine Spur. Da seither kein Nachschub an Waffen und Munition mehr nach Gaza hineinkommt, fragt man sich schon, welche riesigen Mengen die davor angehäuft haben müssen und zu welchem Zweck.
- Kriegsstatistik: Egal, wie er ausgeht, es gibt maximal 0,1% Gewinner, der Rest verliert immer, auf beiden Seiten.
281. Woche – Stadtranderholung
- Interruptus-Sounds: Pling, Plong, Ploinnnnng – Früher wurden Gitarren noch nach Gehör gestimmt, was oft eine gefühlte Ewigkeit in Anspruch genommen hat. Durch die Erfindung und Integration von Stimmgeräten in kleinen Effektpedalen reduziert sich diese leidige Übung heute auf einen Bruchteil der Zeit, außerdem muss man den hilflosen Versuchen heute nicht mehr zuhören.
- Fazinnnnng: Manchmal möchte ich mich nach einem Gespräch gerne blitzdingsen, um meine kindliche Naivität zu bewahren. Damit würden sich auch Bilder löschen lassen, die ich viel lieber nie gesehen hätte.
- Das Troubadix-Syndrom: Ich schätze manche Musiker dafür, dass
a. sie singen.
b. sie nicht singen.
c. sie sich äußern, um ihre Reichweite nutzen.
e. sie nicht singen und einfach komplett ihr Maul halten.
- X-Pertise: In nicht wenigen Fällen ist „Experte“ nichts anderes als ein anderes Wort für „Fachidiot“.
- Seniorenausflug: Alle Bilder, die mir über meine Blase aus Blackpool in den Feed gespült werden, haben ein und dieselbe beruhigende Botschaft: Hurra, wir leben noch!
- Sologam: Das ist Horst-Werner, 55, ein sexsüchtiger Incel, der seit seinem 21. Lebensjahr nicht mehr von einem anderen Menschen rangelassen wurde. Sexsucht und Incel ist aber auch eine wirklich blöde Kombination.
- 3. Dentalfrühling: Wir kommen langsam in das Alter, in dem die Bands wieder exzellente (dritte) Zähne haben oder aber furchtbare Stumpen. Die mit Kukident im Gepäck haben es irgendwie „geschafft“.
- Entf: Er hat seinen Post inzwischen gelöscht! Aha, also alles wieder gut? Keine Entschuldigung, keine Erklärung oder aufrichtige Reue? Kein „Sorry, ich war blöd, tut mir leid, kommt nie wieder vor“? Gelöscht, und gut isses?
Leckmichamarsch, der bleibt in der Idiotenbox, fertig, aus!
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