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V.A.

Into Tomorrow – The Spirit Of Mod 1983-2000

Ausgerechnet eine der verschlafensten Nummern aus dem Solo-Repertoire des „Modfathers“ dient als Titel von Cherry Reds Boxset über die Achtziger/Neunziger-Generation des Mod-Revivals. Unglückliche Wahl, auch wenn der Optimismus des Songs das Lebensgefühl vieler Interpreten ideal beschreibt. Und dann eröffnet die Compilation auch noch „A solid bond“ in der Version der Post-THE JAM-Combo STYLE COUNCIL, der Schatten Paul Wellers hängt über dem gesamten Projekt. Dabei ist die Kopplung enorm vielseitig aufgestellt, wenig Mod-Purismus, sondern Einflüsse aus Soul, Jazz, Powerpop und Psych bestimmen hier die meisten der Acts. CD1 enthält Bands der „alten Garde“ wie THRUTH, SMALL WORLD, JOBOXERS, TIMES, JETSET, aber auch Medway-Trash von den MILKSHAKES und Graham Days PRISONERS. Auf der zweiten CD führt die Reise ans andere Ende der Achtziger mit den UNTOUCHABLES, MAKIN’ TIME (mit Fay Hallam) sowie den frühen Madchester-Mods INSPIRAL CARPETS und späteren Superstars STONE ROSES. CD3 beginnt direkt mit Spaßbremse Wellers Titeltrack, danach folgt aber volle Breitseite Groove-Power. Bands aus dem Acid-Jazz-Kosmos wie MOTHER EARTH, CORDUROY und die CHARLATANS werfen den Riemen auf die Orgel und bitten zum Tanzvergnügen. CD4 schließlich nähert sich dem Thema Mod durch die Britpop-Brille der späten Neunziger, Bands wie CAST, GENE, SUPERGRASS und KULA SHAKER stehen hier neben Jangle-Beat-Helden wie THE NUTHINS, NERVE, den Freakbeatern BRONCO BULLFROG, den Hammond-Groovern BIG BOSS MAN und nicht zuletzt Bobby Gillespies PRIMAL SCREAM. Mit THEE CHERYLINAS hat es sogar eine deutsche Band in die Box geschafft. Knapp 100 Songs, beinahe fünf Stunden pures Vergnügen, eine sehr subjektive, wenn auch stets stimmige Auswahl in chronologischer Ordnung. Dazu natürlich ein dickes Beiheft mit Infos zu allen Künstlern.