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V.A.

Think I’m Going Weird – Original Artifacts From The British Psychedelic Scene 1966-1968

Die Kreativität der frühen britischen Psychedelic-Szene ist wahrhaftig ein Faszinosum. Es ist beeindruckend, mit welcher Wucht die Dominanz der Beat-Bands, die bis Mitte der Sechziger die Pop-Szene und die Charts dominierte, beiseite gefegt und durch neuartige Sounds und Songstrukturen ersetzt wurde. Neben einer ganzen Armada von jungen Bands erfanden sich „Alte Recken“ neu, wie etwa die PRETTY THINGS mit dem Konzeptalbum „S.F. Sorrow“, und selbst an den ROLLING STONES ging die Zeitenwende nicht ohne hörbaren Einfluss vorbei. Womöglich waren es die BEATLES, die den größten Einfluss auf den frühen Psych-Boom hatten, sie lösten mit „Revolver“ unbewusst eine Kettenreaktion aus, und innerhalb von nur zwei Jahren war die Musikwelt nicht wiederzuerkennen. Grapefruit, das englische Reissue-Label aus der Cherry Red-Familie, ist seit jeher mit glühender Euphorie dabei, den Pop-Psych-Sound der späten Sechziger aufzuarbeiten, und hat sich zum 100. Release einen ganz besonderen Sampler gegönnt. Im dicken A5-Hardcover stecken gleich fünf CDs und ein sechzigseitiges Buch mit detaillierten Linernotes zu jedem einzelnen der 122 Songs. Unter den Interpreten sind klangvolle Namen, die KINKS mit einer alternativen Fassung von „Lazy old sun“, THE WHO, THE MOVE und auch die SMALL FACES. Zudem noch eine beeindruckende Menge von One-Hit-Wonders und wirklich obskuren Underground-Kapellen. Darunter gut zwanzig Songs, die bislang niemals veröffentlicht wurden, von Bands wie EYES OF BLOND, TINSEL ARCADE, CHRYSTAL SHIP und den mythisch-legendären 117, von denen nur ganz wenige Aufnahmen existieren. Ein enorm umfangreiches Projekt mit massig Liebe zum Detail, da ist es gut möglich, dass hier ein künftiger Klassiker vom Schlage der „Rubbles“-Serie vorliegt.