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V.A.

Destination Jail – 31 Prison Songs From Behind The Bars

Moritatenlieder sind schon seit dem Mittelalter Bestandteil des britischen Liedgutes, Schuld und Sühne sind bis heute ein Dauerbrenner, der sich nicht zuletzt in der Old-Time- und Country-Musik der USA niederschlagen sollte. Von dort fand dieses Thema den Weg in den Rock’n’Roll und letztlich bis hin zum unsäglichen Gangsta-Rap der Neuzeit. Bear Family, traditionsbewusstes Label aus Norddeutschland, hat sich für die „Destination“-Reihe dem Phänomen „Knast“ aus Rockabilly- und Roots-Music-Perspektive genähert. Herausgekommen ist dabei eine 31 Songs umfassende Compilation mit hohem Unterhaltungswert. Eine spannende Mixtur von Hill- sowie Rockabilly-Songs über Mord, Totschlag, das Leben hinter Gittern. Johnny Cashs „Folsom prison blues“ ist gleich in zwei Versionen dabei, der Meister selbst blieb aber bewusst ausgespart. Marty Robbins besingt den Galgenbaum, Ronnie Hawkins stimmt eine sinistre Ballade über einen Rotlicht-Banditen an, Honky-Tonk-Pionier Jimmie Skinners „Death disc“ über „One dead man ago“ begeistert dabei nicht weniger als Webb Pierce mit der Nummer „In the jailhouse now“, bekannt vor allem aus dem Score zu „O Brother, Where Art Thou?“. Die Künstler nähern sich dem Thema aus allen erdenklichen Blickwinkeln, und musikalisch ist der brillant kuratierte Sampler ein richtiger Ohrenschmaus. Die morbide Kopplung wird zudem durch ein informatives Beiheft ergänzt und hält einmal mehr den Standard, für den Bear Family steht.