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V.A.

Meet Me At The Hop – 33 Cruisin’ Dreams

Ob „Eis am Stiel“ oder „American Graffiti“, Filme, die das Lebensgefühl der Fünfziger Jahre mit Klischees und Konsens-Oldies romantisieren, gibt’s zuhauf. Mit „Meet Me At The Hop“ hat Bear Family so etwas wie einen alternativen Soundtrack zu den Teenploitation-Filmen, in denen das „Cruisen“, das „unnütze Hin- und Herfahren“ (eine Ordnungswidrigkeit nach § 30 StVO), romantisiert wird. Im Wesentlichen ist auf dieser spannenden Kopplung süßlicher Doo-wop und unbedarfter Teen-Idol-Pop zu hören, vom Opener „At the hop“, hier in der raren Version von Barry Frank, bis zum rasend schnellen „Ding dong“ (Tony Orlando) als Rausschmeißer nach guten 75 Minuten ist die CD randvoll mit Perlen der Cruiser-Szene. LaVern Bakers magische Interpretation von „Bumble bee“, bekannt von den SEARCHERS, sticht hervor, ebenso der stellare, schwerelose Schmuse-Doo-wop der FLAMINGOS namens „Lovers never say goodbye“. Twist-Titan Hank Ballard ist mit „Look at little sister“, später von den WAILERS gespielt, vertreten, „Shimmy, shimmy ko-ko bop“ von LITTLE ANTHONY & THE IMPERIALS zwingt auf die Tanzfläche, und Ronnie Love ist mit einer souligen Version von „Chills and fever“ zu hören. Troy Shondell, Ricky Nelson und auch die MYSTICS (deren „Hushabye“ den jungen Brian Wilson hörbar inspirieren sollte) sind ebenfalls mit von der Partie bei einem durchweg stimmigen Sampler, dem niemals die Puste ausgeht. Fachgerecht aufbereitet wird das Projekt von kundigen Szenekennern, Marc Mittelacher hat das Booklett mit Linernotes und vielen teils raren Bildern bestückt.