V.A.

Winds Of Time: The New Wave Of British Heavy Metal 1979-1985

Kaum eine musikalische Epoche ist im Nachhinein derart glorifiziert, ja mystifiziert worden, wie die NWoBHM, deren bekannteste Vertreter wohl IRON MAIDEN sein dürften. Eine neue Welle gab es damals eher nicht, denn nahezu alle Bands dieser Zeit gab es bereits vor dem gesetzten Zeitraum, aber sie veröffentlichten ihre ersten Demos, Singles oder Alben eben in jener Zeit.

Und ja, zu behaupten, diese Bands seien vom Punk beeinflusst, stimmt insofern, als dass weniger ein musikalischer als ein philosophischer Ansatz hinter allem steckte – DIY. Nicht auf den Mann mit dem Geldkoffer warten, sondern in Eigenregie ins Studio gehen und eine Platte machen.

Stilistisch fällt in jene Zeit alles zwischen hartem Rock, Bluesrock, frühem Heavy Metal, aber auch härtere progressive Rockbands. Dass auf drei CDs nicht die komplette Bandbreite aller über 500 Bands, die dieser Ära zugeordnet werden, vertreten sein können, versteht sich von selbst, auch dass wie üblich IRON MAIDEN oder DEF LEPPARD ihre Songs nicht freigeben.

Aber John Tucker ist es gelungen, etwas über fünfzig Songs/Bands zusammenzutragen, die das gesamte Spektrum abdecken und auch den einen oder anderen durchaus hörbaren Demoschatz hat er berücksichtigt (SHIVA, STORMTROOPER, SOLDIER).

Die bekanntesten Bands dieser Compilation dürften VENOM und SAXON sein, aber auch die METALLICA-Flüsterer DIAMOND HEAD, ANGEL WITCH, RAVEN, GIRLSCHOOL, SAMSON oder die TYGERS OF PAN TANG sollten einem Musikinteressierten bereits untergekommen sein.

Richtig gut sind die sehr langen, durchaus kritischen Linernotes von John Tucker, der sich auf immerhin 17 Seiten eingehend mit der Materie beschäftigt.