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V.A.

Greetings From Death Row – Weird And Wonderful Sounds From The Vault Of Lux And Ivy

Bei Bear Family erschien vor einigen Jahren ein Sampler namens „Destination Jail“, enthalten gut dreißig Songs aus dem Rock’n’Roll-Kosmos über „Knastologie und Gitterkunde“. Righteous Records schiebt nun eine Comp hinterher, die zumindest vom Titel her ähnlich aufgestellt ist. Leider ist der rote Faden hier nicht durchs ganze Werk gezogen, das ähnlich wie der „Destination“-Sampler mit raren, schrägen und stets rockenden Songdiamanten aus den Fifties/Sixties bestückt ist. Lediglich eine Handvoll Nummern widmen sich dem Thema „Gefängnis/Verbrechen“, die von Mojo-Redakteur Dave Henderson zusammengestellte Compilation ist stattdessen randvoll mit Rockabilly-, Country-, Noveltypop- und Westernswing-Nummern, die sich mit der Liebe zu Bubblegum, dem Sammeln von Schallplatten, Fehlfunktionen in der Garderobe, dem neuen Tanzwahn und Erkenntnissen über Vögel und Bienen befassen. Rockabilly-Superstar Gene Vincent eröffnet mit „Say mama“ den Reigen, es folgen Nummern von Jerry Warren, Faron Youngs „Live fast love hard die young“, „You’re gone, I’m left“ von Tyrone Schmidling und Ray Mortons „Whirlwind“. Gleich drei Songs tragen den Titel „Death row“, einer von Doodle Duncan, einer von Jimmy Minor und einer von Lonesome Johnny. In der Summe kein wirklich schlechter Sampler, eine witzige Sammlung abgedrehter Nummern, die allerdings alle irgendwie nicht recht zueinander finden und unsauber kuratiert sind. Die Linernotes von Henderson sind zudem recht knapp und wenig ergiebig, so was kann Bear Family eindeutig besser.