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V.A.

Jingle Jangle Morning – The 1960s U.S. Folk-Rock Explosion

Beinahe unvermeidlich ist als Auftakt der Strawberry-Compilation zum Thema „Folkrock“ die BYRDS-Version von Bob Dylans „Mr. tambourine man“, gefolgt von Bobs „Subterranean homesick blues“. Die Zusammenstellung versucht, das Erdbeben zu beschreiben, das in der Verquickung von Folk- und Rockmusik seinen Ursprung fand und das die Musikzenerie der 1960er mindestens so nachhaltig verändern sollte wie der BEATLES-Boom. Richie Unterberger hat dafür einen umfassenden Überblick über die US-Folkie-Szene von ’65 bis ’70 geschaffen, er stellt Welthits und beinahe vergessene Stücke unbekannter Künstler auf Augenhöhe gegenüber. Dass sich dabei Schnittmengen mit den allgegenwärtigen „Flowerpower“-Samplern (des Grauens) ergeben, ist unvermeidlich. Und so scheußlich auch Scott McKenzies „San Francisco“ ist und bleibt, muss es natürlich auch in den Kontext der kreativeren Kollegen aus dem Laurel Canyon eingeordnet werden. Bands wie STONE PONEYS, BLUE THINGS, die FUGS oder RISING STORM haben stets im Untergrund der Szene mitgemischt, während Stars wie JEFFERSON AIRPLANE, GRATEFUL DEAD oder natürlich die BYRDS dafür das Gesicht hinhielten und sich die Taschen voll machten. Leider ist hier viel Material von aggressiver Mittelmäßigkeit zusammengekommen, der Kopplung fehlt etwas Mut und die kreative Radikalität, die der Boom der Folkies in den besten Momenten bieten konnte. Dennoch eine hochwertige, wenn auch manchmal etwas redundante Compilation mit makellosem Sound, informativen, niemals zu akademischen Linernotes (von Unterberger), dazu liebevolles Packaging. „Jingle Jangle Morning“ bietet einen umfassenden Einstieg in die Folkrock-Subkultur der 1960s. Für Sammler und Sixties-Heads ein angenehmes Wiederhören, wenn auch kein unverzichtbarer Fund.

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