Foto

V.A.

On The Dancefloor With More Fingersnaps

Lässiges Fingerschnipsen galt bei den Hipstern der 1950er als Inbegriff von „cool“, und der auf die zwei und vier synkopierte Offbeat-Groove, der eine laszive Nummer wie Brenda Lees „Fever“ definiert, setzte Ende der 1950er neue rhythmische Akzente. Bereits der zweite Sampler zum „Fingersnap“-Phänomen ist nun bei Bear Family erschienen, wie der Vorgänger randvoll mit ultracoolen R&B-, Doo-wop- und Pop-Tunes. Gleich zwei Versionen von „Sixteen tons“ sind hier enthalten, Tennessee Ernie Fords Original sowie das PLATTERS-Cover. Die Rock’n’Roll-Fraktion ist mit Elvis’ lässigem „Relax“ vertreten, Gene Vincent singt über den „Crazy beat“, „Wild child“ von Donnie Elbert und das ähnlich arrangierte „What’cha gonna do when your baby leaves you“ von Soul-Pionier Chuck Willis gehören zu den Highlights des an Hits wirklich nicht armen Albums. Auch Obskuritäten, wie „Sugar diabetes“ von Eddie Banks, Bill Carters „Jailer man“, „Start all over again“ von Merle Kilgore und das epische „He’s a king“ von Barbara McNair ergänzen die stimmige Mischung. Und wenn Sonny Boy Williams dann nach beinahe 80 Minuten den Rausschmneißer-Song „Help me“ beendet hat, kommt eine absolut fesselnde Kopplung von magischen Tracks zum Schluss. Ein üppiges Booklet (36 Seiten!) sowie sorgfältiges Remastering der teils raren Aufnahmen werten die Compilation zusätzlich auf.

Anzeige